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Leitartikel

Speicher als Antwort auf den Klimawandel

Von Dietmar Mascher 10. April 2019

Es geht nicht um Reparatur, sondern um Schadensbegrenzung

Der europäische Klimabericht beschwichtigt nicht, er schürt auch keine Panik. Er lässt vielmehr Daten sprechen. Und die sind eindeutig. 2018 hatten wir den heißesten Sommer, seit wir Wetterdaten aufzeichnen. Die vergangenen fünf Jahre waren die heißesten in Europa. Die Schlüsse der Klimaforscher: Es sei praktisch auszuschließen, dass der Mensch nicht zur Klimaveränderung beigetragen habe. Und es sei sehr wahrscheinlich, dass sich die Erwärmung Europas weiter fortsetze.

Der Klimawandel, wie wir ihn jetzt auch in Europa vor Augen geführt bekommen, ist eine Tatsache. Was sich die meisten nicht einmal annähernd ausmalen können, sind die Folgen. Mehr Dürren, Überschwemmungen und andere Folgen von Wetterextremen werden dazu führen, dass es weltweit zu einer Völkerwanderung kommt, weil manche Bereiche der Erde wahrscheinlich unbewohnbar werden.

Es ist naiv zu glauben, dass man all das irgendwie reparieren kann. Man kann nur versuchen, den Schaden möglichst gering zu halten. Dafür müssen aber salbungsvollen Worten Taten folgen. Einerseits viele kleine, auch symbolische Taten. Auf der anderen Seite bedarf es eines Umdenkens in strategischen Fragen.

Wesentliches Thema ist die Energieversorgung. Eine Studie aus der Ecke der Ökostrom-Firmen besagt, dass 2050 86 Prozent des Strombedarfs mit Ökostrom gedeckt werden könne. Der Anteil von Strom an der gesamten Energieversorgung wird bis dahin von 20 auf 50 Prozent steigen.

Obwohl die Stromerzeugung aus diesen Energieträgern ständig billiger wird, wird das allein das Problem aber nicht lösen. Die zentrale Frage wird sein, wie man Strom speichert. Solar- und Windstrom können nicht kontinuierlich rund um die Uhr erzeugt werden, weil die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht. Also muss der Strom gespeichert werden. Das wird wohl nicht über Batterien geschehen. Pumpspeicherkraftwerke sind derzeit nicht einmal ansatzweise rentabel. Die Hoffnung sehen viele in der Umwandlung von Ökostrom in künstliches Erdgas. Damit wird Energie leichter transportierbar und bindet gleich auch noch CO2. Es kann mittelfristig Gaslieferungen aus Russland ersetzen und in der Wasserstoff-Technologie eingesetzt werden. Wenn diese Technologie Nutzen stiftet, wird sie sich auch wirtschaftlich durchsetzen.

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Dietmar Mascher

Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion

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