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Leitartikel

Impfen! – das sagt nicht nur der Hausverstand

Von Barbara Rohrhofer 24. April 2019 00:04 Uhr

Impfen Impfung

Geimpfte Kinder schützen jene, die nicht geimpft sind

Kinderkrankheiten, so harmlos sie auch klingen, können lebensgefährlich sein. Diese Tatsache lässt sich mit folgenden Fakten belegen: Jedes vierte Kleinkind stirbt weltweit an einer Lungenentzündung, an Masern oder an einer Durchfallerkrankung. Ein Großteil der Ansteckungen könnte durch Impfungen vermieden werden, die in vielen Teilen der Welt weder zugänglich noch leistbar sind.

Anders bei uns in Österreich. Hier werden Impfungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes gratis angeboten. Und das hat einen guten, einfach erklärbaren Grund. Impfungen dämmen die Ausbreitung von Krankheitserregern ein, wobei die Formel gilt: Eine hohe Impfrate ergibt weniger Infektionen. Und: Die Gefahr von Nebenwirkungen ist gering.

Trotzdem wird diese Chance für die Gesundheit immer öfter nicht genützt, weil es den wenigen radikalen Impfgegnern vortrefflich gelingt, junge Eltern schwer zu verunsichern. Die teils abstrusen Argumente stoßen auf erstaunlichen Widerhall, weil es Angst macht, wenn man irgendwo hört oder liest, dass Impfungen für Allergien und viele andere Erkrankungen verantwortlich sein sollen. Das Geheimnis der Impfgegner: Sie vermischen schwere Beschuldigungen mit medizinischem Halbwissen und wirren Verschwörungstheorien. Da hilft es auch nichts, wenn renommierte Mediziner und Wissenschafter immer wieder mit ihren Daten und Fakten aufwarten, die beweisen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung des Menschen binnen eines Jahrhunderts dank besserer Hygiene, Medikamenten und Impfungen deutlich gestiegen ist. So wurden Männer damals rund 47 Jahre alt, Frauen knapp 53.

In Österreich wurden im Jahr 2018 insgesamt 74 Masernfälle bestätigt. Diese wären durch einen umfassenden Impfschutz vermeidbar gewesen. Auch die Fälle von Keuchhusten steigen seit knapp zehn Jahren kontinuierlich an. Viele Ärzte sprechen längst von der "Rückkehr vergessener Krankheiten" und fordern eine Impfpflicht.

Das Eltern-Argument "Ich hab’ meine Kinder nicht impfen lassen, und sie sind gesund groß geworden" ist ein gern verwendetes, wenn auch zutiefst egoistisches. Das gesunde Aufwachsen genannter Kinder wurde nämlich auch deshalb ermöglicht, weil deren Freunde geimpft waren und Kinderkrankheiten nicht übertragen konnten. So einfach ist das – und offenbar doch so schwierig.

Artikel von

Barbara Rohrhofer

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Barbara Rohrhofer
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