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Leitartikel

Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann

Von Eike-Clemens Kullmann 14. Mai 2019 00:04 Uhr

Blackout?

„Österreich ist zu sorglos, was die Vorsorge für einen Blackout betrifft.“

Österreich ist unheimlich verwundbar. Nein, das betrifft nicht einen klassischen militärischen Angriff. Die Gefahr droht über das Netz, oder genauer gesagt unser Stromnetz. Österreich ist, so wie weite Teile der industrialisierten Welt, zu sorglos geworden. Alles funktioniert – am besten elektrisch. Kaum jemand denkt daran, was alles am Stromanschluss hängt. Und vor allem, was alles nicht mehr zur Verfügung steht, wenn es diesen plötzlich länger nicht mehr gibt. Experten sind sich sicher: Es ist nicht eine Frage, ob der Blackout kommt, sondern nur wann.

Denn die Stromversorgung ist nicht nur durch Netzüberlastung oder Naturkatastrophen bedroht. Diese Abhängigkeit ist auch für jede Form von Terrorismus eine Einladung, das Leben, wie wir es kennen, aus den geordneten Bahnen zu werfen. Ein Hackerangriff – oder eine Explosion in einem großen Netzverteiler –, und schon ist es nicht nur finster. Tage-, möglicherweise wochenlang. Seien wir ehrlich: Wer hat noch eine "Speis" und ausreichend Vorräte zu Hause? Die Experten raten dringend, vorzusorgen. Mit Trinkwasser für Wochen, ohne Kühlung haltbaren Lebensmitteln, Gaskocher, Taschenlampen, batteriebetriebenem Radio (als Informationsquelle) usw.

Die Haushalte sind das eine, die übergeordnete Struktur der Kommune, des Staates das andere. Doch hier wird seit Jahren das Gegenteil von Vorsorgen getan. Grob fahrlässig war in diesem Zusammenhang die Forderung des Rechnungshofes, das Bundesheer müsse "Bevorratungen" etwa in Form von Tanklagern aufgeben. Koste nur, bringe nichts. Woher bitte, glauben diese Erbsenzähler, sollen dann im Ernstfall die Blaulichtorganisationen den nötigen Sprit nehmen? Von einer strategischen Reserve kann längst nicht mehr die Rede sein.

Dass die Bundesregierung zwölf "Sicherheitsinseln" ankündigt, mit denen im Krisenfall eine autonome regionale Durchhaltefähigkeit gewährleistet werden soll, ist bestenfalls eine Beruhigungspille. Denn dafür fehlt schlicht und ergreifend das Geld. Sich auf die staatliche Struktur allein zu verlassen, könnte daher lebensbedrohlich sein. Selbst ist die Frau / der Mann. Beginnen wir daher umgehend, Vorräte anzulegen. Auch hier gilt das Prinzip Versicherung: gut, wenn man diese hat – und sie hoffentlich nie braucht.

Artikel von

Eike-Clemens Kullmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Eike-Clemens Kullmann
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