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Leitartikel

Chancenlos gegen das Uberholmanöver?

Von Dietmar Mascher 12. Juni 2019 00:04 Uhr

Lernen von Uber und Airbnb: Letztlich geht es um das Wohl des Kunden.

Noch befindet sich das Beförderungsunternehmen Uber in Linz in der Probephase. Aber unter den Kunden hat es sich schon herumgesprochen, dass der US-Konzern nun auch in drei ausgewählten Landeshauptstädten seine Dienste anbietet, die man bequem via App und Kreditkarte abrufen kann.

Genau wie bei der kalifornischen Vermietungsplattform Airbnb regt sich auch gegen Uber heftiger Widerstand aus der Branche, die um Kunden und Geschäft fürchtet. Die Taxifahrer schäumen und haben in Wien schon demonstriert. Die Hotelbranche fährt ebenfalls schwere Geschütze auf.

Denn auf den ersten Blick wirken Airbnb und Uber für die Konsumenten höchst attraktiv. Vieles ist billiger, aber auch bequemer. Und wird unter dem wunderbaren Begriff "Sharing Economy" subsumiert. Was kann an geteiltem Ressourcengebrauch falsch sein?

Tatsächlich bewegen sich die erwähnten Firmen bisweilen in einem rechtlichen Graubereich, der ihnen Kosten erspart. Auf den ersten Blick fährt man mit Uber in Linz billiger als mit einem klassischen Taxi. Und trotz etlicher Berichte über die arbeitsrechtlichen Zustände bei Uber in den USA genießt das Unternehmen nach wie vor einen gewissen Coolness-Status, der gerade bei jüngeren Kunden eine Rolle spielt. Es ist unbestritten, dass es Waffengleichheit im Wettbewerb geben muss und sich auch US-Konzerne an österreichisches Recht halten müssen. Bei aller Kritik an deren Vorgangsweise sollte sich die angestammte Branche aber Gedanken darüber machen, welchen zusätzlichen Nutzen ihre Kunden aus den neuen digitalisierten Angeboten ziehen. Das bietet auch Chancen.

Die Bequemlichkeiten der Onlinebuchung, die Transparenz des Anfahrtswegs eines Uber-Autos wirken doch deutlich attraktiver als das ungewisse Verharren im Freien, verbunden mit dem Warten auf ein Taxi, das nicht und nicht kommt. Und dass das eine oder andere Taxi noch Aufholbedarf hat, was die Dienstleistungsqualität und die Beschallung des Kunden betrifft, ist keine böswillige Unterstellung. Und was Wettbewerb bewirkt, hat sich in der Telekom-Branche gezeigt, als diese dem Monopolzeitalter entwuchs. Der Gewinner war der Kunde.

Artikel von

Dietmar Mascher

Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion

Dietmar Mascher
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