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Kotankos Corner

Vorläufiges Endergebnis: Was vom Politiker Matthias Strolz bleibt

14. September 2018 00:04 Uhr

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Bild 1/22 Bildergalerie: Matthias Strolz: Seine besten Sager

WIEN. Gründer und Guru. Dass er Bäume umarmt, weiß jeder. Viele seiner Sprüche gehören zum Zitatenschatz der Republik. Der Vorarlberger hat aber mehr bewegt als mancher Prahlhans aus den Großparteien.

Am 26. September ist Schluss. An diesem Tag wird Matthias Strolz seine letzte Rede im Nationalrat halten. Anschließend wird Beate Meinl-Reisinger als Abgeordnete angelobt. Sie übernimmt die Leitung des Neos-Parlamentsklubs; als Parteiobfrau folgte sie Strolz bereits im Juni nach.

Was bleibt vom Bludenzer Naturbursch mit Doktortitel?

"Bäume-Umarmer" nannten ihn Minister oder Abgeordnete oft bei Zwischenrufen. Strolz ließ das kalt: "Ich kann keinen Fehler daran erkennen, dass ich naturverbunden bin. Wer noch nie einen Baum berührt hat, hat was versäumt."

Kecke Sprüche waren seine Trademark: "Macron war nach mir" – über die Parteigründung des späteren französischen Staatspräsidenten, oder "Ich bin halt ein Politiker, der nicht lügt – das ist ein Wettbewerbsnachteil".

Über Sebastian Kurz, dessen Sprechtrainer er einst war, sagte er: "Die ganze Republik ist besoffen von seiner Inszenierung. Doch die Menschen werden mit einem riesigen Kater aufwachen."

2013 brachte er die Neos, unterstützt vom Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner, gegen alle Wahrscheinlichkeiten in den Nationalrat. Es blieb nicht bei einem Überraschungserfolg. Heute ist die liberale Partei auch im Europäischen Parlament, in fünf von neun Landtagen und in der Salzburger Landesregierung vertreten.

Kleine Marktlücke für Liberale

Die Marktlücke für die Neos ist nicht groß. Der wirtschaftliche und soziale Liberalismus hat keine Tradition in Österreich. Es ist mühsam, tragfähige Strukturen aufzubauen; Heide Schmidt scheiterte unter anderem daran.

Trotz Rückschlägen, etwa bei den Wahlen in Oberösterreich und der Steiermark, konnten sich die Pinken etablieren. In bundesweiten Umfragen liegen sie – auch seit dem angekündigten Wechsel an der Spitze – bei sieben Prozent.

Mit ihren Schwerpunkten Europa, Bildung, Deregulierung haben sie sich klar positioniert. Der geschäftige Strolz, fallweise als "Duracell-Hase" verspottet, konnte im Tagesgeschäft einiges bewegen – mehr als mancher Prahlhans in den Großparteien.

Der 45-jährige Vater von drei Töchtern ist ein seltsamer Politiker: Spontan, aber kein Sofortist – über Lösungen denkt er lange nach. Er liest nicht nur Bücher, er schreibt welche. Die bunt zusammengewürfelte Neos-Truppe konnte er motivieren und zusammenhalten; da war sein Vorleben als Coach hilfreich. Bestes Beispiel: die Integration der resoluten Irmgard Griss in den Klub.

Zuletzt wurde sich Strolz selbst ein bisschen langweilig. Die folgenlose Zappeligkeit des Politbetriebs ist nicht seine Sache. Das ist der Hauptgrund für den Abschied.

Derzeit prüft er zahlreiche Angebote. Er wird einen Fulltime-Job annehmen, denn "irgendwo muss der Knödel ja herkommen".

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