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Kotankos Corner

Neos-Kandidatin Gamon: "Wir müssen sagen, wohin die Reise geht"

Von Christoph Kotanko 12. April 2019

Neos-Kandidatin Gamon: "Wir müssen sagen, wohin die Reise geht"
Claudia Gamon drängt ins Europa-Parlament: "In diesem Wahlkampf wird uns Zurückhaltung nichts bringen."

WELS. Wahlkampf mit Comics. Die Neos setzen am Wochenende Schwerpunkte in Linz und Wels. Ihre Spitzenkandidatin will sich scharf vom Mitbewerb abheben: "Die anderen eiern herum. Wir reden Tacheles."

Die "Austria Comic Con" auf dem Welser Messegelände ist ein Hochamt der Jugendkultur. Es geht um Comics, Cosplay, Pinball – und am Rande um Politik. Claudia Gamon (30), Spitzenkandidatin der Neos bei der EU-Wahl, will dort am Samstagnachmittag Jungwähler ansprechen. Zuvor macht sie in Linz Straßenwahlkampf.

Derzeit vertritt noch Angelika Mlinar die Liberalen in Straßburg bzw. Brüssel. Sie stammt aus der slowenischsprachigen Volksgruppe Kärntens und kandidiert diesmal für die slowenische liberale Partei SAB; von den Neos sah sie sich zu wenig unterstützt.

Gamon fällt unter den Spitzenkandidaten auf: Sie ist die einzige Frau und die Jüngste in der Runde. Von ihren Mitbewerbern möchte sie sich durch Mumm und Klarheit abheben: "Wir müssen sagen, wohin die Reise geht. Die anderen eiern herum, wir reden Tacheles."

Die Neos sind für die Vereinigten Staaten von Europa. Das sollte ein föderaler Bundesstaat sein, in dem die wesentlichen Themen auf europäischer Ebene entschieden werden. "Es soll eine echte Regierung und keine Blockaden wie jetzt geben", sagt Gamon: "Wir wollen die Einstimmigkeit abschaffen, den Kommissionspräsidenten direkt wählen und die Demokratisierung vorantreiben."

"Karas rudert oft zurück"

Die wichtigsten Schritte für diese neue Union müssten binnen zehn Jahren gesetzt werden.

Die Neos sind auch für eine europäische Armee, "anders werden wir nie ein wirklich verteidigungsfähiges Europa erleben."

Bei der EU-Wahl 2014 kam die Oppositionspartei auf 8,1 Prozent, nun sagen die Umfragen neun Prozent voraus; das würde ein zweites Mandat bedeuten. Stimmen wollen die Liberalen vor allem der ÖVP abjagen.

Gamon: "Othmar Karas (ÖVP-Spitzenkandidat) war früher mutiger in seinen Ansagen, jetzt rudert er oft zurück. Jahrelang hat er jeden Innenminister wegen der Grenzkontrollen kritisiert – heute schwadronieren ÖVP und FPÖ einen Notstand herbei." Die Kontrollen seien "ein Freiheitsentzug für jeden, der dort im Stau steht".

Zur SPÖ zieht Gamon ebenfalls einen Trennungsstrich. Deren Kampagne gegen Konzerne nennt sie "wahnsinnig populistisch". Die Roten seien gegen Freihandel, "sie haben über die Jahre bewiesen, dass ihre Europafreundlichkeit beim Arbeitsmarkt aufhört." Im Intensivwahlkampf will die Vorarlbergerin laut bleiben: "Es ist das Schicksal aller Kleineren, dass sie in der Auseinandersetzung der Größeren untergehen können. Ich werde jedenfalls da sein."

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Artikel von

Christoph Kotanko

Redakteur Innenpolitik

Christoph Kotanko
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