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Wein-Blog

Winzergeschwister Fischer: Vulkanland Pur

Von Hans Stoll  17. April 2022 08:06 Uhr

Die Geschwister Bernhard (Partnerin Andrea), Claudia und Klaus Fischer: Vulkanland Pur

Im südöstlichen Teil der Steiermark, dem Vulkanland ist die Landwirtschaft seit jeher kleinstrukturiert.

So auch der Betrieb der Familie Fischer in St. Anna am Aigen. Dort sind die Geschwister Claudia, Klaus und Bernhard von Kindheit an mit dem bäuerlichen Lebensstil aufgewachsen. Ein kleiner, gemischter Hof mit Tieren, Ackerland, Feldfrüchten und 1 Ha Weingarten. Bald schon stellte sich heraus, dass die traditionelle Form eines bäuerlichen Hofes in dieser Form von den Kindern nicht weitergeführt werden wollte. Der ältere Bruder (Klaus) hatte irgendwie den Weinbazillus in den Genen und so führte in sein Weg in die Weinbauschule in Silberberg. Nach dem dortigen Abschluss setzte er noch die weiterführende Weinausbildung in der Klosterneuburger Weinbauschule obendrauf. Seine praktischen Erfahrungen sammelte er anschließend in Südafrika und Neuseeland, um 2007 seinen ersten Wein, den Morillon St. Anna, zu produzieren.

Schwester Claudia wiederum praktizierte bei der Gebietsvinothek in St. Anna am Aigen und machte Karriere als steierische Weinhoheit. Dabei sammelte sie jede Menge vinophile Erfahrung über die Landesgrenzen hinaus. Der Dritte im Bunde, Bernhard, entschied sich den Weg des älteren Bruders zu gehen und ging ebenfalls von Silberberg über Klosterneuburg nach Südafrika. Zur Zeit studiert er noch an der Universität für Bodenkultur und bringt sein Wissen über den Kreislauf der Natur in den Familienbetrieb ein. In der Zwischenzeit ist der kleine, biozertifizierte Weinbaubetrieb auf 4,5 Ha angewachsen und wird im Nebenerwerb geführt. Das erklärte Ziel ist es allerdings ein Vollbetrieb zu werden und dafür werden wohl noch einige Weinbergsflächen benötigt. Zum Einstieg des Weingenusses empfiehlt sich der Edelwein. Ein Weinbezeichnung als Hommage an den ehemaligen Knecht Hermann. Nach dem Krieg kam der Cousin der Großmutter als Hofknecht an den Bauernhof und führt ein einfaches, aber gutes Leben. Ab und zu packte er die „Steirische“ Harmonika aus, zog genüsslich an der Pfeife und wünschte sich einen Edelwein. Und so präsentiert sich auch der Wein. Eine Cuvée mit Welschriesling und der PiWi Sorte Muscaris: einfach und gut! Physiologisch reife Trauben werde für die Ortsweine Morillon und Sauvignon Blanc geerntet. Vergoren wird ausschließlich mit natürlichen Spontanhefen und das Entstehen des Weines wird im Keller maximal begleitet und es wird so wenig wie möglich eingegriffen. Das Ergebnis sind ausgewogene Weine mit einem mittleren Reifepotential für die nächsten 5 Jahre und universelle Speisenbegleiter. Die Flaggschiffweine des Hauses sind der Morillon aus der Riede Schemming und der Riesling Ried Stradenberg. Der Riesling als ausdrucksstarker Sortenvertreter ist wie alle anderen Weine auch, spontanvergoren, anschließend lange auf der Feinhefe gereift und im großen Eichenfass maturiert.

Der Langstreckenläufer unter den Fischer Weinen ist wohl der Morillon Ried Schemming. Auf dem einstigen Korallenriff wurzeln die Rebstöcke tief in den Boden und liefern das kreidige Geschmackspotential, welches die Burgundersorten besonders lieben. Ein engmaschiger, puristischer, sehr eleganter Wein mit langem Lagerpotential. Alles in Allem: Die Geschwister Fischer versehen es optimal, das Potential des Vulkanlands in die Flasche zu bringen und es wird sehr spannend, die weitere Entwicklung der motivierten Winzer zu verfolgen.

 

 

 

 

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