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Wein-Blog

Miss Rosy sorgt für die Renaissance des Vermouths

Von Hans Stoll  18. April 2021 20:44 Uhr

Katrin Strohmaier
Sorgt für die Renaissance des Vermouth: Katrin Strohmaier

Es geschah am Ende des 18. Jahrhunderts, als in Turin ein Destillateur Namens Antonio Benedetto Carpano, Muskateller Wein mit Weinbrand versetzte, Zucker dazugab und all das mit 30 verschiedenen Kräutern anreicherte.

Da der Hauptbestandteil der Botanicals Wermutkraut war, gab man diesem Getränketypus, der erstmals 1786 auf den Markt kam, den Namen Vermouth. Verschiedene Geschmacksarten, von trocken bis süß, von extra trocken bis bitter (Amaro), wurden kreiert und zum Erfolgsgetränk. Auch in unseren Breiten war Vermouth ein beliebtes Getränk, speziell in der Nachkriegszeit bis hinein in die Sechziger- und Siebzigerjahre war es ein „In Drink“ in vielen Bars, Cafés und Restaurants. Darüber hinaus war mancher Vermouth auch ein Basisgetränk für einige Cocktails. Beinahe alle kennen den James Bond Spruch: “Wie wollen Sie Ihren Martini? Gerührt oder geshakt?“.  

Neue Produkte wie Prosecco & Co. drängten ab den 80iger Jahren die Vermouths in die verstaubte Ecke. Und wie auch in der Mode, gibt es bei den Getränken Marktzyklen, die ständig in Bewegung sind. Wenn diese dann noch modern aufgepeppt sind, dann werden sie rasch wieder zum „must have“.

In Österreich hat es eine junge Winzerin aus der Heimat des Schilcher bestens verstanden, Vermouth wieder aus der verstaubten Ecke zu holen. Katrin Strohmaier aus dem Weststeirischen Pölfing-Brunn hat ihr Erstprodukt als Jungwinzerin mit einem außergewöhnlichem Wermut-Projekt auf die Beine gestellt.

Die junge Dame nahm als Basis den heimatlichen Urwein Schilcher und mit viel Fingerspitzengefühl wagte sie sich in das Reich der Likörweine. Schilcher als Grundwein, dazu ein Destillat und erlesene Kräuter sind die Melange dieses modernen Vermouths. Der Wein liefert die Fruchtigkeit, mit dem Zucker (je nach Typus) bestimmt man die Geschmacksrichtung und die Kräuter sorgen für zarte Bitternoten, die zu diesem Getränketypus dazu gehören. Sowohl als Aperitif als auch als Bargetränk, oder auf der Sonnenterrasse als eisgekühlter Sommerdrink: das neue In-Getränk aus dem Steirerland ist ein vielseitiger Begleiter.  

Obendrauf gefällt neben dem Produkt auch die Namensgebung „Miss Rosy“. Nicht nur Genießer sind davon überzeugt, sondern auch die Jury, die den Titel „Köpfe des Jahres“ in der Steiermark vergibt. Dort konnte die Jungwinzerin die Kategorie Newcomer des Jahres gewinnen! Und da wird noch viel Ruhm und Ehre nachkommen…

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Hans Stoll

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