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Wein-Blog

Leo Sommer, Donnerskirchen: Die Natur kennt keine Serienproduktion!

Von Hans Stoll  02. Mai 2022 18:55 Uhr

Leo Sommer jun.: Natur keint keine Serienproduktion!

Vielseitig und unterschiedlich bringt die Natur jährlich positive und herausfordernde Varianten ins Spiel, die in kein Schema passen.

Manches Mal ein zu früher Austrieb und zum Fürchten ein später Frost, in einem anderen Weinjahr zieht sich die Blüte hinaus, bis zum sprichwörtlichen St. Nimmerleinstag. Vielleicht gepaart mit einem schwachen Blütenansatz. Kommt zum Pech auch noch Unglück dazu, dann erwischt dich als Winzer eine Hagelschneise und beinahe als Höchststrafe anzumerken sind lange Regenphasen während der Lesezeit. Das Zusammen ist nur ein sehr kleiner Auszug dessen, was im Leben eines Winzers in einem Jahr negativ gesehen auf ihn zukommen kann.

Sieht man es positiv – und der hochprämierte Donnerskirchner Winzer Leo Sommer gehört zu den „Think Pink Typen“ ohne farbenblind zu sein, dann staunt man jährlich über viele Facetten des Lebens im Weingarten, welche die Arbeit enorm bereichern. Dazu gehören aber auch die Weingärten in den richtigen Lagen.

Donnerskirchen am Leithaberg, an der Westseite des Neusiedlersee, bietet vom Terroir her einen bunten Mix an Möglichkeiten große Weine zu machen. Zum einen der See als Temperaturregler, zum anderen das kontinental-pannonisch geprägte Klima und dazu karge Schieferböden, die teilweise mit einer Kalkschicht überzogen sind. Eine Bodenstruktur die auch im Burgenland dem Grünen Veltliner sehr zu Gute kommt.

Wohl fühlen sich auch die Aromasorten Sauvignon Blanc und Muskateller, heiße Tage, kühle Nächte sorgen für eine optimale Aromaspeicherung. Die heimische Leitsorte Blaufränkisch reift hier zu ungeahnten Höhen heran und der junge handwerkliche Erfolgswinzer versteht es optimal, das spezielle Geschmacksprofil des Gebietes, auf den Gaumen der Genießer zu bringen.

Besonders gut gefällt der Leithaberg DAC Grüner Veltliner der Riede Himmelreich: sofort ist auf dem Gaumen das intensive kreidig-salzige Geschmacksprofil erkennbar. Sehr kraftvoll und spannungsgeladen zeigt sich dabei die heimische Leitsorte! Einfach ein Terroir Wein der Sonderklasse. Wer eine kleine Geschmacksexplosion erleben will, der greift zum Sauvignon Blanc Wolfsbach. Holunder, Stachelbeere mit spürbaren Cassisnoten rufen nach entsprechender Begleitung. Wie wäre es mit einem Zander aus dem Neusiedlersee, der ungarisch angehaucht, ruhig sehr würzig zubereitet sein darf. Um nochmals auf den Flaggschiff Blaufränkisch DAC, speziell der Riede Halser zu kommen: breit, vollmundig, marmeladig beladen ist der Blaufränker aus dem Keller von Leo Sommer sicher nicht. Das Gegenteil: puristisch, vielschichtig und filigran – dafür umso edler und beeindruckender und alles andere als eine Serienproduktion! Dieser Top Wein kratzt eindrucksvoll an der 100 Punkte Marke!

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Hans Stoll

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