Lade Inhalte...

Wein-Blog

Birgit Braunstein und ihr Weg zur enkeltauglichen Wein- & Landwirtschaft

Von Hans Stoll  05. August 2022 11:54 Uhr

Birgit Braunstein: Gelebte Biodynamik nicht nur im Weingarten.

Egal ob im Weingarten, im Keller oder beim Vertrieb: Birgit Braunstein lebt jenes Wort, das mancherorts zum Modewort wurde, sehr detailliert – Nachhaltigkeit. Das neueste Projekt dazu ist die Verwendung von wesentlich leichteren als bis dato verwendeten Glasflaschen.

Das in den Weingärten nach biodynamisch-biologischen Grundsätzen gearbeitet wird und im Keller der werdende Wein bestenfalls in seiner Entstehung begleitet wird, ist keine Seltenheit mehr und im Hause Braunstein seit langem gelebte Praxis. Nachhaltigkeit hört für Birgit aber nicht dort auf, wo die Produkte an den Kunden kommen. Um einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des CO² Fußabdrucks zu leisten, machte die engagierte Winzerin sich daran, auch beim Transport und in der Verwertung mehr als einen Quantensprung zu setzen. Wurden bisher Weinflaschen ab einem Gewicht von 540 Gramm verwendet (Premiumweine kommen branchenüblich in noch schwerere Flaschen), so setzt die Purbacher Spitzenwinzerin hinkünftig auf Flaschen mit einem Gewicht von 360 bzw. maximal 395 Gramm.

Scheint auf den ersten Blick nicht die Welt zu sein, aber rechnet man das auf 1 Million Flaschen hoch, so liegt die Ersparnis bei 50 Tonnen Glas und 34 Tonnen CO². Obendrein sind auch klebstofffreie Kartonagen in Planung. Ein weiterer Schritt zur konsequenten Umsetzung zur Vermeidung belastender Stoffe. Ergänzend dazu wurde erst vor kurzem ein Pfandsystem eingeführt. Flaschen und Kartons werden im guten Zustand gegen Pfand zurückgenommen und neu verwendet. 

Selbstredend gibt es dazu auch die passende Weinauswahl. Aus dem hervorragendem Portfolio der Leithaberg-Winzerin sticht sofort die rote Cuvée WildWux ins Auge. Die Namensbezeichnung würde zunächst an einen verwilderten Weingarten hindeuten, real ist es allerdings die Definition der biologischen Wirtschaftsweise, die mehr bedeutet als den Verzicht auf Chemie. Der Wein selber zeigt sich mit rubinroten Farbtönen und zarten violetten Reflexen, Aromen nach rote Beeren und würzigen Anklänge. Auf dem Gaumen finden sich schmeichelnde Tannine, samtig und fruchtbetont mit zarter Holzbegleitung und bestens balanciert. Ein herrlicher Begleiter zu dunklem Fleisch wie Rind oder Lamm. 

Birgit Braunstein zeigt mit ihrer Art der Weinproduktion, dass biologisch und biodynamisch mehr ist als Holzschlapfen- und Strohhut Mentalität.

Artikel von

Hans Stoll

Hans Stoll

0  Kommentare 0  Kommentare

Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung