Der Trick mit den Bio-Orangen: Die Schale ist der Star

Von Karin Haas   07.Februar 2019

Kolumne

Bio-Orangen sind viel zu schade, um nur verspeist oder (je nach Sorte) ausgepresst zu werden. Ich hoble die Schale hauchfein und ohne weißen Anteil (Achtung, der macht Speisen bitter) in Karottensuppen und in den Basmati-Reis.

Eine wunderbare Methode der Verwertung von Bio-Orangenschalen habe ich vergangenes Jahr probiert. Das Ergebnis hält sich bis heute. Bio-Orangen waschen, abtrocknen und mit einem scharfen Messer hauchdünn schälen. Dann das Weiße abschälen, in den Biomüll werfen, und das Fruchtfleisch verzehren.

In ein heiß ausgewaschenes und völlig trockenes mittelgroßes Gurkenglas (es muss natürlich geruchsfrei sein) die orangen Schalenstreifen von zwei Früchten mit 50 Deka Kristallzucker plus einige Gewürznelken füllen, schütteln, dunkel und kühl aufbewahren. Jede Woche mehrere Male schütteln. Der Zucker konserviert und es schimmelt nichts. Hin und wieder öffnen und schnuppern. Das hilft beim Überwintern. Obendrein ist das Glas eine Flaschenpost der Gerüche aus der Kindheit.

Nach etwa drei Monaten, es könnte zufällig nach Ostern sein, mit einer sauberen Gabel zuckerumhüllte Orangenstreifen herausfischen. Reste von Schoko-Osterhasen schmelzen, Orangenstreifen darin wälzen, auf einem Backpapier auskühlen lassen, ablösen und sich am zauberschönen Geschmack erfreuen. Der Zucker kann zum Backen verwendet werden und verleiht feines Orangen-Aroma. Klebt etwas im Glas, hilft heißes Wasser. Damit Tee oder Punsch verfeinern. Kandieren ist die Orangen-in-Zucker-Methode übrigens nicht. Aber sie ist viel einfacher.

Danke für die Buchtel-Fotos nach dem Rezept der "Haasen-Familie" meiner vorigen Kolumne (zu finden hier

 

Die Kolumne schreiben abwechselnd Karin Haas und Philipp Braun, das Genussteam der OÖNachrichten.