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Wohnen

Lagerhaus statt Hotel: Staatsfonds investieren in der Corona-Krise anders

03. Oktober 2020 00:04 Uhr

Lagerhaus statt Hotel: Staatsfonds investieren in der Corona-Krise anders
In Metropolen wie London halten sich Fondsmanager derzeit zurück.

Minus 65 Prozent: Großanleger aus Norwegen, Singapur, Katar stehen auf der Bremse.

Die Corona-Krise zwingt Staatsfonds zum Umdenken. Sie investieren weniger Geld in klassische Büro- und Hotelimmobilien, die ihnen jahrelang stabile Renditen eingebracht haben. Wegen der Pandemie stehen auf der ganzen Welt Büros leer, Hotels sind nicht ausgelastet, und zahlreiche Einzelhändler haben Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten.

In den Fokus der Staatsfonds rücken daher Objekte in der Logistik- und Gesundheitsbranche. "Immobilien werden bei Staatsfonds auch künftig einen großen Teil der Portfolios ausmachen, aber sie wollen Diversifizierung und Widerstandsfähigkeit und schauen sich daher in anderen Branchen um", sagt Diego Lopez, Chef bei der auf Staatsfonds spezialisierten Beratungsagentur Global SWF in New York.

Die Investitionen von Staatsfonds in den Immobiliensektor sind insgesamt eingebrochen, wie Daten von Global SWF zeigen. Demnach legten die großen Fonds aus reichen Ländern wie Norwegen, Singapur und Katar in den ersten sieben Monaten 2020 rund 4,4 Milliarden US-Dollar (3,71 Milliarden Euro) im Immobiliensektor an – 65 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Zahlen der Beratungsfirma Jones Lang LaSalle (JLL) in Chicago zufolge schrumpften die direkten Investitionen in gewerbliche Immobilien im ersten Halbjahr global um 29 Prozent auf 321 Milliarden US-Dollar. Das war der niedrigste Stand seit 2012. Am stärksten unter die Räder kamen der Studie zufolge gemischt genutzte Immobilien (minus 57 Prozent) und Hotels (minus 50 Prozent). Büroobjekte haben circa ein Drittel eingebüßt. Vor allem bei Investitionen in Städten wie Los Angeles und London hielten sich die Fondsmanager zurück, obwohl Gewerbeimmobilien in solchen Metropolen in der Regel heiß begehrt sind.

Biotech-Labore sind gefragt

Weniger stark betroffen seien Investitionen in Logistikimmobilien, sie gingen laut JLL um 13 Prozent zurück. "Wir merken an allen Standorten, dass die Marktteilnehmer wieder auf der Suche nach geeigneten Flächen sind und ihre Expansionspläne weiterverfolgen möchten", sagt Peter Kunz vom Immobilienberater Colliers International in Düsseldorf. Bis zum Ende des Jahres würden einige größere Angebote an Logistikimmobilien in Deutschland auf den Markt kommen. Positiv schätzen die Experten auch die Aussichten für Gebäude in der Biotech-Branche, etwa Labore, ein.

Eine Umschichtung in den Portfolios könnte nach Meinung von Experten weitreichende Folgen für die gesamte Immobilienbranche bedeuten, denn Staatsfonds haben viele Milliarden Dollar zu verteilen. Unter den zehn größten Immobilienanlegern finden sich dem international tätigen Forschungsunternehmen IPE Real Assets zufolge gleich drei der staatlichen Investoren.

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