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Wohnen

Coronakrise und Trockenheit befeuern die Nachfrage nach Pools

Von Elisabeth Prechtl  02. Mai 2020 00:04 Uhr

Coronakrise und Trockenheit befeuern die Nachfrage nach Pools
Rund 130.000 private Schwimmbäder gibt es in Österreich, etwa 4500 kommen jährlich dazu.

Anbieter verzeichnen doppelt so viele Anfragen – nachhaltige Bauweise gefragt.

Von Krise keine Spur: So lässt sich die Situation bei den heimischen Anbietern von Swimmingpools derzeit zusammenfassen. Denn die Nachfrage nach privaten Schwimmbädern und -teichen ist im Moment gewaltig: "Bei uns sind die Anfragen derzeit doppelt so hoch wie sonst", sagt Johann Poinstingl. Der Geschäftsführer des Eggenburger Swimmingpool-Anbieters Leidenfrost ist Präsident des Österreichischen Verbands der Schwimmbad- und Saunawirtschaft (ÖVS). Von einer enorm hohen Nachfrage spricht auch Alexandra Zauner, Geschäftsführerin des Schwimmbadbauers und Gartengestalters "Freiraum" aus Alkoven.

Den Anbietern spielen dabei mehrere Faktoren in die Hände: Es ist unklar, ob die Österreicher heuer im Ausland Urlaub machen bzw. ans Meer fahren können. Die öffentlichen Schwimmbäder, die sonst Anfang Mai aufsperren, dürfen erst am 29. Mai wieder öffnen. "Die Nachfrage steigt aber nicht nur wegen des Coronavirus, sondern ist bereits seit zwei Jahren enorm hoch", sagt Alexandra Zauner. Grund dafür sei das schöne und trockene Wetter.

Kleinstbecken beliebt

Rund 130.000 private Schwimmbäder gibt es laut ÖVS in Österreich. Jährlich kommen 4500 neue dazu. "Nicht allzu groß, aber technisch top ausgestattet" – das ist der Trend, den Poinstingl beobachtet. "Die Grundstücke werden kleiner, deshalb werden auch immer mehr Kleinstbecken verkauft."

Die Pools spielen heute alle Stückerln: Ein Reinigungsroboter ist laut Poinstingl schon obligat, ebenso eine Abdeckung. Auch eine Heizung, zumeist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, sei heute unabdingbar. Die Becken hätten zum Teil eigene Fitnessprogramme und würden auch zu Therapiezwecken genutzt werden können.

Viele Pools und Poolhäuser würden heute in Kombination mit einer Photovoltaikanlage gebaut werden. Außerdem beobachtet Poinstingl einen Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit: "Das Rückspülwasser kann etwa mithilfe eines Erdtanks zum Gießen für den Garten aufbereitet und für längere Trockenperioden zwischengespeichert werden", sagt Poinstingl.

Den Trend zur Nachhaltigkeit beobachtet auch Alexandra Zauner schon länger: Bei Freiraum werden sogenannte Living Pools angeboten, die biologische Variante des Swimmingpools. Diese werden nur einmal befüllt, ein Wasserwechsel ist nicht mehr nötig. "Das ist optimal in Zeiten von Wasserknappheit", sagt Zauner. Living Pools kommen ohne Chlor aus: Sie werden nährstoffarm gehalten, sodass Pflanzen und Algen nicht mehr wachsen und Tiere wie Wasserschlangen keinen Lebensraum finden. Auch die Stromkosten seien geringer.

Nur eine Frage von Wochen

Wie schnell ein Pool geliefert werde und aufgestellt werden könne, hänge vom Planungsprozess ab, sagt Zauner: Binnen vier bis sechs Wochen könne man aber vor Ort sein und bauen.

Wie bald ein Kunde im eigenen Pool schwimmen kann und wie viel dafür zu zahlen ist, hängt laut Poinstingl neben der Größe auch von der Ausstattung und den verwendeten Materialien ab: Neben Fertigbecken aus Kunststoff gibt es auch solche aus Edelstahl sowie die betonierte Variante mit Folienauskleidung. Die Preise beginnen bei 10.000 Euro und sind nach oben hin offen.

Artikel von

Elisabeth Prechtl

Redakteurin Wirtschaft

Elisabeth Prechtl
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