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Tourentipps

Wanderherbst hoch über der Donau

Von Sabine Neuweg und Alois Peham  13. November 2021 00:04 Uhr

Wanderherbst hoch über der Donau
Wandern im Mühlviertel heißt einem stetigen Bergauf und Bergab zu folgen.

Gramastetten lockt mit insgesamt 18 beschilderten Wanderwegen bewegungshungrige Wandersleute in die Landschaft nordwestlich von Linz. Wenn die Herbstnebel über den Tälern liegen, scheint oben oft schon die Sonne.

Gramastetten mit seinen geschichtsträchtigen Plätzen und abwechslungsreichen Tal- und Berglandschaften ist besonders im Herbst, wenn sich die Blätter verfärben, ein lohnendes Ziel. Hier folgt man Wegen, die mehr Licht als Schatten verheißen. Zwei davon wollen wir vorstellen:

Die Donaublickrunde führt zu drei Bächen, die vier Berge trennen. Eine Holztafel im Bleicherbachtal weist darauf hin. Vom Ortszentrum folgt man der Beschilderung entlang der Urtlstraße aus dem Ort hinaus. Durch ein kurzes Waldstück und weiter über die Langwies erreicht man das Naturdenkmal Oberhamberger Linde. Über 100 Jahre alt ist der mächtige dreistämmige freistehende Baum.

Vorbei an Bauernhäusern mit Blicken ins Donautal erreicht man auf Waldwegen den Abstieg hinab ins Bleicherbachtal. Über eine Brücke und dann nach links folgt man dem Weg weiter und kommt zur Ortschaft Schlagberg. Kurz entlang der Straße Richtung Ottensheim, wo bald nach links, vorbei an einer der zahlreichen Kapellen, über Wiesen der Köglerhof erreicht wird. Über dem ausgedehnten Rücken des Kürnbergerwaldes präsentiert sich bei klarer Luft die Bergwelt im Süden des Landes.

Wanderherbst hoch über der Donau
Blick vom Köglerhof in der Koglerau zum Dürnberg

Der Blick hinab ins Donautal sollte auch nicht unerwähnt bleiben, und auch Gramastetten liegt im Blickfeld. Der höchste Punkt der Wanderung, der Koglerauerspitz, ist von hier nach kurzem Anstieg durch Wald erreicht. Von dort entweder zurück zum Köglerhof und der Beschilderung entlang der Straße oder vom Koglerauerspitz nach Norden hinab dem Weg Richtung Neulichtenberg folgen. Bei der ersten Abzweigung nach links erreicht man aus dem Wald heraus die Schlagbergstraße. Bald zweigt man nach rechts ab auf einen Waldweg, der in die Senke des Sandbaches führt. Hier entlang der Markierung des Weges Nr. 190 ist man unterwegs auf der alten Linzerstraße. Kurz vor Gramastetten schließt sich der Kreis.

Die Wieshof-Hals-Runde ist mit der Wegnummer 8 beschildert. Kurz vor der Kirche startet man diese Rundwanderung und es geht über den Krampusberg hinab zur Lichtenhagerstraße und weiter zur Rodl, die in der Klammleiten überquert wird. Auf einem lichten Waldweg steigt man hinauf und erreicht die aussichtsreiche Landschaft rund um die Streusiedlungen Wiesenhof und Hals. Man passiert Kapellen und genießt die weiten Blicke über die Hügellandschaft des Mühlviertels.

Wanderherbst hoch über der Donau
So typisch wie die Hügellandschaft sind auch die Bauernhöfe und die Marterl am Wegesrand.

Der letzte Abschnitt führt über eine längere Straßenpassage noch einmal hinab ins Rodltal. Ein letzter Anstieg ist noch notwendig, um bei der Konditorei Rumplmayr wieder das Ortszentrum zu erreichen. Hier kann man sich mit Kaffee und etwas Süßem belohnen, passend ist sicher ein original Gramastettner Krapferl.

Ausgangspunkt: Gramastetten ist mit regelmäßigen Busverbindungen gut erschlossen. Bei den Haltestellen findet man erste Beschilderungen (ooevv.at). Wer mit dem Auto anreist, findet Parkplätze in der Linzerstraße bei den Schulen und auch im Ortszentrum.

Charakteristik: Die „3-Bäche-4-Berge-Runde“ ist mit den grün-gelben Schildern der Donausteigrunden durchgehend beschildert. Bei der Wieshof-Hals-Runde folgt man den Schildern des Weges Nr. 8. Beide führen abwechselnd über Wald- und Wirtschaftswege mit einigen Abschnitten auch auf Nebenstraßen. Die idyllischen Bachtäler und die immer wieder schönen Blicke über das Mühlviertler Hügelland machen die Rundwanderungen abwechslungsreich und kurzweilig.

Infos zur Tour

Donaublickrunde 3 Bäche – 4 Berge

Gehzeit: 4-5 Stunden
Länge: 15,9 Kilometer
Höhenmeter: 550

Strecke: Gramastetten (545 m) – Bleicherbachtal (390 m) – Koglerauerspitz (685 m) – Sandbach (500 m) – Amberg (556 m)

Wieshof-Hals-Runde, Weg Nr. 8

Gehzeit: 3-4 Stunden
Länge: 11,5 Kilometer
Höhenmeter: 400

Strecke: Gramastetten (545 m) – Rodltal (400 m) – Unter-Eder (600 m) – Fürtnerstraße (610 m) – Rodltal (470 m)

Internet: gramastetten.ooe.gv.at, mit Wanderwegen

Karte: Die Wanderkarte Gramastetten mit Begleitheft ist bei der Gemeinde erhältlich.

Am Wegesrand

Einkehr: Am Ende der beiden Wanderungen können wir das Gramaphon (Bild) im Veranstaltungszentrum von Gramastetten empfehlen. Hier und auch in der nicht weit entfernten Konditorei Rumplmayr gibt es die berühmten Gramastettner Krapferl. Geöffnet hat das Café-Restaurant Mi. und Do. mittags, Fr. und Sa. ab 11 Uhr, So. ab 9 Uhr (gastro.gramaphon.at).

Auf etwa halber Strecke der Donaublickrunde erreicht man den Köglerhof. Klaus und Lisi Bauernfeind verwöhnen mit Speisen aus Produkten vom eigenen Biobauernhof. Genuss mit Ausblick ist das Motto. Geöffnet: Do. und Fr. ab 17 Uhr, Sa. ab 14 Uhr. Reservierung für Gruppen zu empfehlen (koeglerhof.at).

Wandern in Gramastetten: Die 17 Ortschaften der Gemeinde Gramastetten werden durch 18 beschilderte Wanderwege verbunden. Die Highlights dabei sind das Rodltal mit Waldbad und Jahresstiege, der Koglerauerspitz sowie zahlreiche Marterl, Kapellen und Naturdenkmäler entlang der Wege.

 Am Wegesrand
Burgruine Lichtenhag: aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Auch die Burgruine Lichtenhag soll nicht unerwähnt bleiben. Die Burg wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Das ehemalige Pförtnerhäuschen und die Ruine sind in Privatbesitz, es gibt aber immer wieder Veranstaltungen durch den gemeinnützigen Verein „Burgruine Lichtenhag“ (burg-lichtenhag.at).

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