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Tourentipps

Vom Höllental auf die Rax

Von Sabine Neuweg und Alois Peham  20. August 2022 00:04 Uhr

Vom Höllental auf die Rax
Steiler Anstieg am Rudolfsteig

Schneeberg und Rax, klingende Namen der letzten 2000er der Ostalpen. Grundverschieden sind beide, und so bietet sich eine mehrtägige Tour geradezu an. Teil 2: Vom Höllental über das Raxplateau.

Im tief eingeschnittenen Höllental beginnt die Fortsetzung dieser mehrtägigen Bergtour. Hier ist aber auch ein guter Ausgangspunkt, wenn man nur die Rax zum Ziel hat. Auf den weitläufigen Bergstock führen von allen Seiten Wege hinauf, einige davon als selektive Klettersteige.

Wir haben für den Anstieg den Rudolfsteig gewählt, ein teilweise steiler, felsiger Weg, der westlich des Großen Höllentals nach oben führt. Kurze Passagen sind mit Seilen versichert, es gibt aber keine technischen Schwierigkeiten. Start ist beim Weichtalhaus. Man überquert die Schwarza auf einer Holzbrücke und folgt der Straße durch einen Tunnel bis zum Einstieg. Am Rand der Schlucht schlängelt sich der Steig nach oben, gewährt eindrucksvolle Tiefblicke. Erst nach knapp 1000 Höhenmetern wird es flacher und durch Jungwald erreicht man beim Klobentörl die Latschenzone.

Ab hier folgt man den Wegweisern Richtung Habsburghaus und gelangt unter der Scheibenwaldhöhe durch blühende Bergwiesen zu einem flachen Sattel, von dem das Tagesziel schon zu sehen ist. Das altehrwürdige Habsburghaus mit den rot-weiß-roten Fensterläden kommt wohl der Vorstellung einer Berghütte sehr nahe. Von hier aus kann man zahlreiche Wegen, die über das Plateau führen, wählen.

Vom Höllental auf die Rax
Eine wohlverdiente Rast beim Kriegerdenkmal auf der Heukuppe, dem höchsten Rax-Gipfel.

Teil 1 der Tour:

Wir haben eine 5-Gipfel-Tour kreiert und folgen am nächsten Tag zunächst dem Bärenlochsteig, den wir bei einer Abzweigung in Richtung Grasbodenalm verlassen. Durch ein Weidegebiet geht es höher und kurz vor dem Anstieg auf die Heukuppe nehmen wir den unmarkierten Steig nach rechts hinauf auf das Gamseck. Über steile Abbrüche blickt man zur nahen Schneealpe. Im Hintergrund geben sich Hochschwab, Haller Mauern und Ötscher zu erkennen. Nach dem kurzen Abstieg zurück geht es am breiten Kammweg hinauf zum höchsten Gipfel der Rax, der Heukuppe mit dem gemauerten Kriegerdenkmal. Etwa 200 Meter tiefer lockt schon das Karl-Ludwig-Haus zur Einkehr und die sollte man sich nicht entgehen lassen.

Vom Höllental auf die Rax
Blick zum Karl-Ludwig-Haus und zur 2007 Meter hohen Heukuppe

Der nächste Gipfel ist der Predigtstuhl, der auf einem breiten Schotterweg erreicht wird. Von dort nach Osten abwärts gelangt man den Bismarcksteig, der sich um den Berg weiterschlängelt. Bei der Neuen Seehütte ist eine weitere Einkehrstation erreicht. Die anschließenden 150 Höhenmeter zur Preinerwand sind auf jeden Fall lohnend. Der Blick schweift über die Abbrüche hinab nach Hirschwang und Reichenau, den Endpunkten dieser Tourentage.

Vom Höllental auf die Rax
Gipfelglück auf 1783 Meter Seehöhe: Preinerwand

Von hier geht es in gemütlichem Auf und Ab oberhalb der Wände entlang und mit dem Jakobskogel wartet der letzte Gipfel auf dieser Panoramablicktour. Kurz darauf ist mit dem letzten Abstieg dieses Tages das Ottohaus erreicht. Das 1893 errichtete Schutzhaus wird gerne von der Bergstation der Seilbahn angesteuert. Es ist nur eine halbe Stunde von dort entfernt. Trotz der Selbstbedienung fühlt man sich in der Sektionsstube noch um 100 Jahre zurückversetzt.

Wer für den Abstieg nicht die Seilbahn wählt, kann am schön angelegten Törlweg ins Tal zurückkehren. Durch einen Felsdurchbruch beginnt der Steig, der in langen Serpentinen abwärts führt. Kurz nach dem Knappenhof, am Ausschüttanger, biegt man nach links ab und wählt einen der Wege hinab nach Hirschwang.

  • Anreise und Ausgangspunkt: Die Anreise mit der Bahn bietet sich geradezu an. Vom Bahnhof in Payerbach gibt es Busverbindungen nach Hirschwang und zum Weichtalhaus.
    An- und Abreise über Wien/Meidling mit stündlichen Abfahrten nach Payerbach (fahrplan.oebb.at, App: ÖBB Scotty).
  • Charakteristik: Ausgedehnte Bergwanderung, vor allem der Anstieg am steilen Rudolfsteig hat es in sich. Trittsicherheit ist gefragt und die Höhenmetern summieren sich bis zum Habsburghaus. Aussichtsreich sind die Wege am Plateau. Es gibt keine technischen Schwierigkeiten. Stabiles Wetter ist gut, auch wenn es immer wieder Hütten zur Einkehr gibt.
Vom Höllental auf die Rax
Origineller Wegweiser

Infos zur Tour

Höllental-Habsburghaus

Gehzeit: 5 bis 6 Stunden
Länge: 10 km
Höhenmeter: 1400,

Strecke: Höllental (540 m) - Klobentörl (1634 m) - Übergang Scheibwaldhöhe (1900 m) - Habsburghaus (1786 m)

Habsburghaus-Ottohaus

Gehzeit: 5 bis 6 Stunden
Länge: 14 km
Höhenmeter: 800 auf, 900 ab,

Strecke: Habsburghaus (1786 m) - Gamseck (1857 m) - Heukuppe (2007 m) - Karl-Ludwig-Haus (1804 m) - Predigtstuhl (1902 m) - Neue Seehütte (1643 m) - Preinerwand (1783 m) - Ottohaus (1642 m)

Ottohaus-Hirschwang

Gehzeit: 2 Stunden 30 Minuten
Länge: 7 km
Höhenmeter: 1150 ab,

Strecke: Ottohaus (1642 m) - Hirschwang (500 m)

Am Wegesrand

Einkehr und Übernachtung: Das Habsburghaus des Gebirgsvereins ist eine klassische Berghütte mit einer Rundumblick-Gaststube. Von der Atmosphäre her könnte es auch vor 30 Jahren so gewesen sein (habsburghaus-rax.at).

Das Karl-Ludwig-Haus des ÖTK Wien unter der Heukuppe ist eine gute Einkehr- und Übernachtungsstation, man setzt auf Bioprodukte und Nachhaltigkeit (karlludwighaus.at).

Für eine Rast vor dem letzten Anstieg hinauf zur Preiner Wand bietet sich die Neue Seehütte an.

Am Ende der Überschreitung des Raxplateaus kommt man zum Ottohaus des ÖAV Reichenau. Nachdem die Tagesgäste von der nahen Seilbahn wieder im Tal sind, wird es ruhiger. Durch die Selbstbedienung wirkt es etwas unpersönlich. (raxalpe.com)

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