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Tourentipps

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau

Von Alois Peham und Sabine Neuweg  15. Januar 2022 00:04 Uhr

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau
Unterwegs auf dem aussichtsreichen Raxplateau mit einem Abstecher zum Jakobskogel (1736 Meter) mit dem Freiheitskreuz

Schneeschuhwandern ist eine gute Alternative zum Skitourengehen, vor allem auf ausgedehnten Hochplateaus. Wir waren bei frühlingshaften Temperaturen auf der winterlichen Rax unterwegs.

Hochplateaus und Almgebiete sind perfekte Regionen für Schneeschuhwanderungen. Die Wintersportart ist hinsichtlich der Technik einfach und schnell zu erlernen. Unterwegs ist man mit Schneetellern, die an winterfesten Bergschuhen mit einer einfachen Bindung montiert werden. Stöcke sind wichtig für die Koordination, und schon kann es losgehen. Allerdings sollte man den Touren entsprechend auch die notwendige Ausrüstung im Rucksack haben und eventuelle Gefahren einschätzen können.

Orientierungskenntnisse mit Karte und/oder GPS-Gerät sind vor allem bei schlechter Sicht und verschneiten Markierungen wichtig. Wer in Bergregionen noch unsicher ist, der schließt sich am besten einer geführten Tour an. Schneeschuhe kann man sich in vielen Hotels, bei Alpinvereinen und auch bei Bergbahnen, wie jener auf der Rax, ausleihen.

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau
Hagebutten als Farbtupfer am Wegesrand

Raxplateau-Runde: Um Neues zu entdecken, waren wir diesmal im Gebiet rund um die Bergregionen der Rax unterwegs. Mit der Seilbahn geht es von Hirschwang hinauf zur Raxalpe. Hier beim Berggasthof beginnen die Schneeschuh-Wege übers weitläufige Plateau. Am breit ausgetretenen Winterweg kommt man über das Gatterlkreuz zum Ottohaus. Von der Aussichtskanzel neben der Hütte setzt sich der nahe Hochschneeberg mächtig in Szene. Hier verlassen wir den beschilderten Schneeschuhweg und folgen dem meist gespurten Weg aufwärts und dann in sicherem Abstand zu den Abbrüchen nach Südwesten. Ein kurzer Abstecher führt zum Freiheitskreuz am Jakobskogel.

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau
Der Jakobskogel (1736 Meter) mit dem Freiheitskreuz

Wieder zurück geht es weiter zwischen Latschen in leichtem Bergauf und Bergab vorbei an der Hohen Kanzel bis zum Preinerwand-Kreuz. Steil brechen die Felswände hier nach Süden Richtung Preiner Gscheid ab. Der Wärmeeinbruch und der Regen haben Ende des Jahres den Schnee schmelzen lassen und so steigen wir mit den Schneeschuhen in der Hand ab bis zu einer Wegkreuzung. Unten ist das Dach der Neuen Seehütte zu sehen, wir wenden uns aber nach rechts und folgen ab hier dem Seeweg zurück.

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau
Schneeschuhbeschilderung auf der Rax

Hat uns am Hinweg noch kräftiger Wind erfrischt, so geht es nun beschaulich durch niederen Bergwald im weiten Talbecken zurück zum Ottohaus. Vom nahen Praterstern könnte man noch den Abstecher zur Höllentalaussicht machen. Wer sich schon auf die Einkehr auf der Raxalpe freut, wandert mit Blick zum Schneeberg zurück zum Ausgangspunkt.

Vom Preiner Gscheid zum Waxriegelhaus: Es ist eine kurze Rundtour mit schönen Blicken hinauf zu den höheren Regionen der Rax. Obwohl der Ausgangspunkt auf über 1000 Meter liegt, waren bei unserer Wanderung keine Schneeschuhe notwendig. Die kürzeren Abschnitte auf Schnee waren mit den Bergschuhen gut zu gehen. Man folgt der Beschilderung des Schlangenweges hinauf bis zur Siebenbrunnenwiese und erreicht rechts haltend das schon sichtbare Waxriegelhaus. Für den Abstieg folgt man den Schildern Richtung Prein. Bald rücken die markante Preiner Wand und das Preiner Kreuz in das Blickfeld.

Mit Schneeschuhen auf das Raxplateau
Zwischenziel Waxriegelhaus

Weiter unten zweigt der Weg zurück zum Preiner Gscheid ab. Diese kürzere, südseitige Wanderung empfiehlt sich bei Ankunft in der Gegend oder auch am Abreisetag.

Infos zur Tour

Gehzeiten: 4 Stunden
Distanz: 10,5 Kilometer
Höhenmeter: 450
Etappen: Bergstation Rax-Seilbahn (1547 m) – Jakobskogel (1736 m) – Preinerwand-Kreuz (1783 m) – Abzweigung Seeweg (1658 m)

Gehzeiten: 2 Stunden
Distanz: 4,5 Kilometer
Höhenmeter: 350
Etappen: Preiner Gscheid (1070 m) – Waxriegelhaus (1361 m)

Internet: raxalpe.com, reichenau.at

Buchtipp:
Csaba Szepfalusi: „Schneeschuhwandern: Die schönsten Touren in den Wiener Hausbergen“, Kral Verlag, 16,90 Euro. Die mehr als 60 Tourenvorschläge mit übersichtlichen Kartenausschnitten, Infoblocks und herrlichen Bildern machen Lust, aufzubrechen in die Bergregionen zwischen Wienerwald und Hochschwab.

Am Wegesrand

Einkehr: Der Raxalm-Berggasthof liegt direkt bei der Bergstation der Rax-Seilbahn und bietet sich zur Abschlusseinkehr am Ende der Runde und auch für eine Übernachtung perfekt an. Ganzjährig geöffnet (raxalpe.com). Auch das Waxriegelhaus ist ganzjährig geöffnet und teilt die Runde vom Preiner Gscheid in zwei Abschnitte (waxriegelhaus.naturfreunde.at).

Kurort und Sommerfrische:
Das Gebiet um Reichenau wurde schon in der Monarchie als Nobelkurort bekannt. Begünstigt hat das auch der Bau der Südbahn und es wurde ein beliebter Treffpunkt des Adels, des Großbürgertums und auch einiger Schriftsteller. Zu sehen ist das noch anhand vieler Gebäude rund um die Orte Prein, Reichenau, Hirschwang und Payerbach. Im Jahr 1926 wurde dann die Rax-Seilbahn errichtet, was wesentlich zur Erschließung des Raxmassivs beitrug. Es war die erste Personen-Seilschwebebahn in Österreich.

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