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Reisen

Wenn das nicht spitze ist

26. Mai 2019 03:04 Uhr

Wenn das nicht spitze ist
Mystische Stimmung auf dem neuen, 200 Kilometer langen Spitzenwanderweg

Der neue Spitzenwanderweg verbindet die schönsten Ziele der Zugspitz-Region.

Drei Wochen und 250 Schilder hat er gebraucht, dann war Stefan Adam mit dem Mammutprojekt fertig: Die Beschilderung eines großen Teils des neuen Spitzenwanderwegs, der die schönsten Ziele in der Zugspitz-Region miteinander verbindet – sowohl aus landschaftlicher als auch aus kultureller Sicht.

So führen die Strecken in das Künstlerörtchen Murnau im Blauen Land und in die Geigenmetropole Mittenwald im Herzen der Alpenwelt Karwendel. Man wandert auf Spuren König Ludwigs II. zum Königshaus am Schachen oder besucht Schloss Linderhof im Naturpark Ammergauer Alpen. Es geht durch die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen und durchs wilde Höllental bei Grainau sowie über die sanften Weiten des Zugspitzlands vorbei an Moor, Wald und den Sieben Quellen. Immer im Blick grüßt von 2962 Metern die Zugspitze. 2020 jährt sich ihre Erstbesteigung zum 200. Mal.

Eine App als Bergführer

Wer heute in der Region wandern geht, kann auf das Auto verzichten und sich bequem online und offline führen lassen – vom geschulten Bergführer genauso wie von der neu entwickelten App.

Viele der insgesamt 6800 Höhenmeter und 200 Kilometer des neuen Spitzenwanderwegs hat Stefan Adam selbst abgewandert, bis die letzte Schraube am letzten Schild fest angezogen war. Gut, dass der Geschäftsführer der Bergschule Alpenwelt Karwendel einen großen Teil des Gebiets sehr genau kennt: Er hat bereits alle Wanderwege in der Alpenwelt Karwendel ausgeschildert – sie ist eine von insgesamt sechs Urlaubsdestinationen der Zugspitz-Region. "Der Spitzenwanderweg leitet durch die ganze Region, fängt möglichst viel von den unterschiedlichen Landschaften ein und zeigt auch die kulturelle Vielfalt", sagt der 58-Jährige.

Und was sind seine persönlichen Lieblingsabschnitte der insgesamt zwölf Etappen? "Landschaftlich auf jeden Fall die Tour im Soierngebiet", so der Bergfex aus Mittenwald. Da kommt der Heimatstolz ein bisschen durch. Aber zu Recht, denn schließlich schwärmte schon einst König Ludwig II., auch bekannt als Märchenkönig, von den smaragdgrün schimmernden Soiernseen und den majestätischen Felswänden. Er ließ sich hier 1866 das Soiernhaus errichten, in dem heute der Deutsche Alpenverein Wanderer bewirtet und beherbergt.

Technisch am interessantesten findet Stefan Adam den Abschnitt von der Berggaststätte Schachenhaus zum Kreuzeck. Die knapp zwölf Kilometer lange, alpine Etappe führt steil und teilweise ausgesetzt durch das Reintal, hat 710 Höhenmeter im Aufstieg und 930 Höhenmeter im Abstieg im Gepäck. Für die Mühen entlohnen die Tiefblicke ins Tal und der Weitblick auf die felsigen Spitzen des beliebten Klettergebiets rund um die urige Oberreintalhütte. "Viele Kletterer schwärmen noch immer von diesem Gebiet, wo früher auf den damals schwersten Routen ein Stück Klettergeschichte geschrieben wurde", weiß Stefan Adam. Geschichte schrieb hier auch Josef Naus. Am 27. August 1820 bezwang er als Erster den höchsten Gipfel Deutschlands: Der bayerische Generalmajor und Ingenieur erklomm damals im Rahmen einer Landvermessung die Zugspitze über das Reintal.

Man bewegt sich, wenn man heute in der Zugspitz-Region die Wanderschuhe schnürt, also durchaus auf historischen Spuren. Aber mit dem Komfort und gemäß den Ansprüchen der heutigen Zeit. Beispielweise wurde darauf geachtet, dass der Spitzenwanderweg an 16 Bahnhöfen und mehreren Bushaltestellen vorbeiführt. So ist eine bequeme Anreise beziehungsweise Rückkehr zum Ausgangsort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich.

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