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Reisen

Sehnsuchtsort der Romantiker

06. Februar 2021 00:04 Uhr

Sehnsuchtsort der Romantiker
Der französische Schriftsteller Victor Hugo schwärmte von Bacharach.

Vor rund 200 Jahren entdeckten die Romantiker die Reize des Mittelrheintals. In Reisenotizen, Gedichten und Zeichnungen hielten sie die Landschaft aus Burgen, Weinbergen, Fluss und Felsen fest.

Zur Zeit der Romantik fühlten sich die Schöngeister zur wilden und unberechenbaren Natur sowie zur faszinierenden Sagen- und Mythenwelt des Mittelalters hingezogen. All das fanden sie am Rhein. Die heute oftmals restaurierten Burgen und Schlösser waren noch verwilderte Ruinen und verbanden sich zusammen mit den steilen Felsen des Rheintals zu einer dramatischen Szenerie.

"Ich weiß nicht … "

Viele Künstler haben sich zum Beispiel mit der Loreley beschäftigt. Clemens Brentano schrieb eine Ballade über Lore Lay, eine Frau, die aufgrund ihrer Anziehungskraft auf Männer für eine Zauberin gehalten wird und sich schließlich aus Liebeskummer von einem Felsen stürzt. Heinrich Heines Gedicht "Ich weiß nicht was soll es bedeuten" prägte die Figur der Loreley als eine Art Nixe, die einer Sirene gleich durch ihren Gesang und ihre Schönheit die Rheinschiffer in ihren Bann zieht, woraufhin diese durch die gefährliche Strömung und die Felsenriffe umkommen. Das 1823 geschriebene Werk wurde von Friedrich Silcher vertont und damit zum weltbekannten Volkslied. In dem im Jahr 2019 neu gestalteten Kultur- und Landschaftspark auf dem Loreleyfelsen bei St. Goarshausen können Besucher den Mythos der Loreley nachempfinden.

Der französische Schriftsteller Victor Hugo unternahm mehrere Rhein-Reisen, seine zweite Reise führte ihn 1840 auch nach Bacharach. Er beschrieb die Stadt unter anderem so: "Ich befinde mich in diesem Augenblick in einer der schönsten, angenehmsten und unbekanntesten alten Städte der Welt." Mit der in großen Teilen erhaltenen Altstadt gilt Bacharach heute noch als das heimliche Zentrum der Rheinromantik.

"Gruß dir, Romantik! Träumend zieh ich ein in deinen schönsten Zufluchtsort am Rhein", besang der Dichter Ferdinand Freiligrath die Stadt Oberwesel. Um 1840 kehrten viele Dichter im Gasthaus "Zum goldenen Pfropfenzieher" ein. Für sie war es ein "Zufluchtsort am Rhein".

Dank eines liberalen Landrates konnten sie dort ihre fortschrittlichen politischen Gedanken ungestört diskutieren. Hoffmann von Fallersleben trug hier 1843 zum ersten Mal sein revolutionäres "Lied der Deutschen" vor. Die dritte Strophe ist heute Nationalhymne.

Multimediale Rheinreise

In der interaktiven Erlebnisausstellung des Romanticum Koblenz begeben sich Besucher an Bord eines virtuellen Schiffes auf eine deutschlandweit einmalige multimediale Rheinreise durch das UNESCO-Welterbe "Oberes Mittelrheintal" und erleben die Rheinromantik des 19. Jahrhunderts hautnah.

Info: rlp-tourismus.de/romantischer-rhein

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