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Reisen

Parma im Rampenlicht

Von Sybille Boolakee   08. Februar 2020 17:00 Uhr

Parma im Rampenlicht
Die Piazza della Duomo mit dem Dom und dem achteckigen, rosa schimmernden Baptisterium

Parma hat den Wettbewerb zur italienischen Kulturhauptstadt 2020 gewonnen und zeigt, dass es mehr zu bieten hat als Schinken und Käse.

Wer in diesem Jahr mit dem Auto nach Rom oder Florenz reist, der sollte Parma nicht links liegen lassen, sondern von der Autostrada abbiegen und der norditalienischen Stadt einen Besuch abstatten. Parma hat mit dem Konzept "Kultur schlägt Zeit" den Wettbewerb zur italienischen Kulturhauptstadt 2020 gewonnen und lädt mit Konzerten, Ausstellungen und Streifzügen durch die Stadt ein.

Nicht nur bei Feinschmeckern ist Parma berühmt. Mit ihren Parmaschinken und dem Parmesankäse gilt die knapp 200.000 Einwohner zählende Stadt schon lange als heimliche Hauptstadt der italienischen Küche. Neben den kulinarischen Genüssen präsentiert die ehemalige Residenzstadt ihren Besuchern aber auch faszinierende Kunstschätze. Staunend flanieren Besucher über Boulevards und weite Plätze zu Palästen, Kirchen und Theatern – und das fast ohne Touristenrummel und Gedränge.

Mittelalterlicher Gigantismus

Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück. 183 v. Chr. wurde sie von den Römern als Militärstation gegründet. Unter der Papstfamilie Farnese entstanden der weitläufige Parco Ducale mit dem gleichnamigen Palazzo sowie der Palazzo della Pilotta. Dieser Palast beherbergt heute verschiedene Museen, darunter die Nationalgalerie Parma mit Gemälden von El Greco, Hans Holbein der Jüngere, Correggio und Leonardo da Vinci.

Ein architektonisches Kleinod ist das Teatro Farnese, ein aus Holz errichtetes Barocktheater. Französisches Flair brachte das Herzogtum der Bourbonen nach Parma. Unter der kunstsinnigen Habsburgerin Marie Louise, Tochter des österreichischen Kaisers und Gattin Napoleons, begann eine kulturelle Blütezeit. Sie zeichnet auch verantwortlich für den Bau des neoklassizistischen Teatro Regio. Dort feierte Verdi mit seinen Opern Triumphe, und der Teufelsgeier Niccolo Paganini versetzte das Publikum in Ekstase. Die verborgenen Geheimnisse des Theaters erkunden Opernfreunde während einer Backstage-Besichtigung der Künstlergarderoben, Werkstätten und Schneiderei.

Das mittelalterliche Parma bilden auf der Piazza del Duomo der Dom und das mehr als 700 Jahre alte achteckige Baptisterium mit seinem sehenswerten Kuppelfresko. Wer den mittelalterlichen Gigantismus aus zartrosa Veroneser Marmor in Ruhe genießen möchte, der setzt sich auf die kleine Terrasse des Cafès gleich nebenan und saugt die Atmosphäre bei einem Kaffee in sich auf.

Stadt der Veilchen

Insider bestellen dort den "Violet Spritz" aus Veilchenlikör, Prosecco und Soda. Denn: Parma ist auch die Stadt der Veilchen. Die intensiv duftenden Blüten sind mit Marie Louise von Österreich verknüpft. Es heißt, die Herzogin habe alle Räume ihres Schlosses und viele ihrer Roben mit Veilchen geschmückt. Noch heute gibt es in Parma nostalgische Läden, die Veilchenhonig, Veilchentee, kandierte Veilchen, Veilchenseifen und -Parfüm anbieten.

Weniger nostalgisch widmet sich die große Ausstellung "Time Machines" im Palazzo del Governatore noch bis zum 3. Mai der Frage, wie Kino, Fernsehen und Videoinstallationen unsere Wahrnehmung der Zeit verändert haben. Im Laufe des Jahres wird unter der Regie von Starfotograf Oliviero Toscani eine Fotodokumentation von Fotografen und Künstlern installiert, die den Besuchern Parma aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen möchte. Dann verwandelt sich Parma in ein großes Fotostudio unter freiem Himmel und gleichzeitig in ein eigenes Theater. Wer etwas Nervenkitzel und einen einzigartigen Panoramablick über die Stadt erleben möchte, der kann ab dem Frühjahr an der Fassade der Kirche San Francesco del Prato mit einem Aufzug in 20 Meter Höhe zu dem Rosettenfenster aus dem 15. Jahrhundert hinauffahren und seinen Blick über die Stadt des Schinkens, der Kunst und der Kultur schweifen lassen.

Wissenswertes

Backstage-Tour im Teatro Regio: Die Tour, die auch das Foyer, den Saal und das Ridotto umfasst, ist bei Buchung für Gruppen von zwei bis 25 Personen buchbar und dauert 1,5 Stunden; Kosten: 25 Euro pro Person. Informationen und Buchung unter Tel. 0039/0521-203995, visitareilregio@teatroregioparma.it

San Francesco del Prato: Der Besuch auf der Plattform steht allen Spendern offen, die den Besuch als Andenken im Online-Spendenformular auswählen. Der Besuch ist von 8.45 Uhr bis 16.45 Uhr in Gruppen von bis zu 10 Personen über ein spezielles Gerüst mit Aufzug und einen speziellen Gehweg möglich, der auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich ist. sanfrancescodelprato.it/it/

Allgemeine Informationen: parma2020.it

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