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Reisen

Oberösterreich aus der Vogelperspektive

Von Daniela Ullrich 10. August 2019 04:37 Uhr

Fallschirmspringen Mit 200 Stundenkilometer Richtung festen Boden
60 Sekunden freier Fall

Das Hoamatland von oben genießen ist etwas ganz Besonderes. Wir haben vier verschiedene Möglichkeiten des „Obeschauens“ ausprobiert.

Fallschirmspringen: Mit 200 Stundenkilometer Richtung festen Boden

Um sich wirklich frei wie ein Vogel zu fühlen, muss man dem Gefühl des Fliegens ganz nahe kommen. Das geht meiner Meinung nach beim Fallschirmspringen am besten. Also vereinbare ich einen Termin beim Union Fallschirmspringerclub Linz, der in Wels seine Basis hat.

Der Tag X präsentiert sich mit optimalen Wetterbedingungen, dem Sprung steht nichts im Wege. Als Tandemmaster (ein ausgebildeter Fallschirmspringer für Tandem, also Sprünge zu zweit, Anm.) wird mir Jürgen Berger zur Seite gestellt. Seine große Statur, ruhige Ausstrahlung und seine jahrelange Erfahrung überzeugen mich sofort.

Der Profispringer legt mir das Gurtzeug an und weist mich in die wichtigsten Kommandos ein. Ich habe Angst, mir vor lauter Aufregung nicht alles merken zu können. Jürgens besonnene Art stimmt mich aber zuversichtlich. Kamerafrau und Fallschirmspringerin Elisabeth Jeryczynski hält die wichtigsten Momente mit der Kamera fest. Ich gebe mich also cooler als ich bin, um ein schönes Video entstehen zu lassen.

Schon geht es ab in den Flieger. Eine Cessna Caravan bringt mich, eine weitere Debütantin und versierte Fallschirmspringer dem Himmel ein Stückchen näher. Kurz bevor wir die Absprunghöhe erreichen, zurrt mich mein Tandemmaster noch fester an sich, richtet mir fürsorglich die Brille und klopft mir nochmals Mut auf die Schulter.

Die Türe öffnet sich, die ersten Springer werfen sich hinaus. Ein surrealer Moment, der mich kurz überlegen lässt, was ich hier eigentlich mache. Schon bewegt uns Jürgen in Richtung Ausgang. Bevor mir mein Flugbegleiter das Kommando "Kopf nach hinten" deutet, erhasche ich einen Blick aus 4000 Metern Höhe auf den festen Boden, der unwirklich weit weg unter uns liegt. Schon kippen wir aus dem Flugzeug.

"Jetzt schnell den Blick nach links richten", hat mir Jürgen vorher geraten. Jetzt weiß ich auch warum: Ich sehe, wie sich das Flugzeug von uns entfernt und schwupps weg ist – ein unvergesslicher Moment! Mit rund 200 km/h sausen wir hinab. Mein Körper freut sich über einen herrlichen Hormon-Cocktail und lässt mich dies mit Glücksgefühlen genießen. Nach rund 60 Sekunden dann der Moment, wo der Geschwindigkeitsrausch abrupt gestoppt wird. Jürgen zieht die Reißleine.

Das Pfeifen in den Ohren ist mit kurzem Druckausgleich verschwunden und endlich habe ich Zeit, herzhaft zu juchazen. Der Ausblick ist gigantisch, das Gefühl der absoluten Sicherheit auch. Viel zu schnell nähern wir uns dem festen Boden und schon sind wir sanft und sicher gelandet. Was für ein Erlebnis! Schade, dass es schon vorbei ist.

Fallschirmspringen

Der Union Linz Fallschirmspringerclub bietet das Erlebnis Tandemsprung aus 4000 Meter Höhe inklusive rund 60 Sekunden freien Fall ab 220 Euro an.

Einfach Termin vereinbaren unter 0664-3082743 oder gustieren auf www.unionlinz.com

ballonfahren Nur der Wind bestimmt den endgültigen Ankunftsort
Mit dem OÖ Nachrichten Ballon unterwegs im Salzkammergut.

Ballonfahren: Nur der Wind bestimmt den endgültigen Ankunftsort

Viel zu zeitig klingelt der Wecker an diesem Morgen: 4.30 Uhr. Aber, die Aussichten auf ein weiteres luftiges Erlebnis stimmen mich milde. Um 6 Uhr Früh bin ich wie vereinbart am Treffpunkt „Parkplatz Traunfallbrücke“ nahe Gmunden angekommen. Auch heute habe ich Glück, dass das Wetter mitspielt, denn eine Ballonfahrt wird von der Firma „Ballonfahren macht Spaß“ nur bei ausgezeichneten Verhältnissen durchgeführt.

Insgesamt sind wir zu zwölft, Ballonfahrer Hans Graf begrüßt die noch etwas müde Truppe und erklärt den weiteren Verlauf. Aufgeteilt in zwei Fahrzeugen fahren wir zu einer etwas abgelegenen großen Wiese, wo Ballon und Korb abgeladen und startklar gemacht werden.

Zwei große Ventilatoren füllen den Ballon relativ rasch mit Luft, dann heißt es schnell in den Korb klettern und schon heben wir ab. Langsm lassen wir den Boden unter uns.

Was am meisten auffällt, ist die Stille. Wenn nicht gerade Feuer in den mächtigen Ballon schießt und das Fauchen des Gasbrenners alles kurzfristig übertönt, ist so eine Ballonfahrt ein außergewöhnlich ruhiges Ereignis. Den Autoverkehr auf den Straßen – 700, 800 Meter unter uns – sieht man zwar, hört ihn aber nicht. Über Felder des Salzkammerguts geht es dahin, der Wind ist an diesem Tag nicht zu stark.

Fünf bis 25 Knoten Fahrtgeschwindigkeit (zwischen neun und etwa 46 km/h) sind an einem lauen Sommertag drinnen. „Im Winter, wenn mangels Thermik und meist stabilerer Wetterlage längere, auch höhere Fahrten möglich sind, kann ein Heißluftballon bei Wind schon mit hundert Kilometern pro Stunde unterwegs sein“ sagt Hans Graf. Unsere Fahrt ist bei Weitem nicht so flott, aber nicht weniger beeindruckend.

Begleitet wird jede Heißluftballonfahrt von einer Bodencrew. Diese fährt im Auto hinterher, ist mit dem Piloten im Funkkontakt und holt Passagiere und Crew nach der Landung ab. Wo diese stattfindet, weiß man beim Start nämlich nicht so genau. Und das ist es auch, was Ballonfahren zum großen Abenteuer werden lässt.

Ballonfahrer Hans Graf braucht aufgrund der Windverhältnisse zwei Anläufe, bis er uns ganz sanft landen lässt.
Zurück auf festem Boden werden wir – so verlangt es die Tradition – vom Piloten getauft: Mit kleinem Vortrag über die Geschichte der Ballonfahrt, Sekt und Urkunde inklusive fiktiven Adelstitel habe ich meine erste Ballonfahrt nun amtlich.

Ballonfahren

Die „Ballonfahren macht Spaß GmbH“ hat ihren Sitz in Steyr und ermöglicht Panorama-Ballonfahrten an unterschiedlichen Standorten. Für 299 Euro erleben Sie eine rund 1,5 stündige Ballonfahrt mit allem Drum und Dran. Infos unter 07252-73473 oder www.ballonfahren-steyr.com

motorfliegen Wenn die Berge förmlich spürbar werden
Blick auf den Traunstein und -see.

Motorfliegen: Wenn die Berge förmlich spürbar werden

Mein Besuch am Flughafen Linz- Ost, das ist der kleine Flugplatz im Hafen/Industriegebiet, beginnt gleich mit einer Überraschung.

Fluglehrer Daniel Feilmeier will nämlich zweimal mit mir abheben. Einmal im Motorflieger und einmal mit dem Segelflieger. Soll mir recht sein – ich bin bereit!

Sein jugendliches Aussehen trügt den Schein, denn obwohl Daniel erst 28 Jahre alt ist, hat er bereits tausende Flugstunden Erfahrung. Mit 14 hat er mit der Fliegerei begonnen, mit 16 Jahren schließlich den Segelfliegerschein bestanden. Anschließend hat der Oberösterreicher mit dem Motorfliegen begonnen. Ich bin also wieder in guten Händen.

Bevor wir mit dem Motorsegler Grob G109 abheben, wird dieser noch zur Tankstelle geschoben.
Ich gebe zu, ich habe ein etwas mulmiges Gefühl, in so einem kleinen Flieger bin ich noch nie gesessen. Ich mache mir über Stabilität und Platzangst Gedanken. Schiebe diese letztendlich aber beiseite und kraxle über den rechten Flügel auf meinen Platz.

Daniel beginnt die Checkliste, die auf seinem Schoß liegt, abzuarbeiten. Gedanklich mache ich bei jedem, mir verständlichen Punkt ein Hakerl. Als die Routine abgeschlossen ist, verrät mir der Pilot den Flugplan – es soll Richtung Berge gehen, das sei am Vormittag noch gut möglich. Auch hier sind wir von der Thermik abhängig.

Wir rollen langsam auf dem Rasenfeld zur Startposition und schon geht es – weniger holprig als gedacht – los. Wir nehmen schnell Geschwindigkeit auf und heben ab. Den Start erlebt man in dem kleine Flieger fast hautnah, alles fühlt sich viel intensiver an als in einem Verkehrsflugzeug.

Über dem Linzer Stadtgebiet müssen wir uns an Wegstrecken halten, fliegen über den Pöstlingberg nach Hörsching und schließlich oberhalb der A1 in Richtung Seengebiet. Pilot Daniel Feilmeier hat die Checkliste mittlerweile gegen eine Landkarte getauscht, mit der er zum Traunstein navigiert.

Den mächtigen Berg umkreisen wir einige Male, Wanderer winken uns zu und mich macht der Wahnsinnsausblick einfach nur baff. Anschießend fliegen wir noch weiter zum Großen Priel, die Berge des Toten Gebirges unter uns sind förmlich spürbar. Machte mir das kleine Flugzeug zu Beginn noch ein wenig Angst, genieße ich nun den Flug umso mehr. Das Erlebnis ist einmalig!

Beim Heimflug übergibt mir Daniel kurz das Steuer, um zu zeigen, welch große Auswirkungen kleine Bewegungen bei fast 200 km/h, mit denen wir unterwegs sind, haben. Nach heftigeren Auf- und Ab-Manövern übernimmt der Profi wieder das Steuer und landet uns schließlich nach rund 60 Minuten wieder sicher in Linz.

Motorfliegen

Am Flughafen Linz-Ost heben die Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Union ab. Flugdauer und Kosten sind individuell. Richtwert: rund 100 Euro pro Flugstunde (Motor- und Segelflieger).

segelfliegen Die ursprünglichste und angeblich schönste Art zu fliegen

Segelfliegen: Die ursprünglichste und angeblich schönste Art zu fliegen

Wie versprochen komme ich nach dem Motorfliegen auch noch in den Genuss des Segelfliegens. Der Flugplatz Linz-Ost ist Heimat von beiden Sportarten.

Wie oft habe ich schon die Segelflieger über Linz beobachtet und mich gefragt, was das wohl für ein Gefühl sein muss, so frei wie ein Vogel dahinzugleiten. Was ich nicht wusste: Schon ab 14 Jahren kann man mit der Segelfliegerei beginnen, die Investitionskosten sind mit rund 1500 Euro niedriger als man vielleicht meint.

Was ich auch lerne: Segelfliegen ist ein Mannschaftssport, auch wenn nur einer fliegt. Es braucht die Unterstützung der Vereinskollegen, die dabei helfen, das Flugzeug in die richtige Startposition zu bringen und die nötige Starthilfe – in unserem Fall per Seilwinde – zu geben.

Vorsichtig hieve ich mich in das Cockpit des Segelfliegers. Die fast liegende Position ist gewöhnungsbedürftig, der rote Bindfaden am Glasdach bringt mich zum Schmunzeln. „Günstigste Variante, um den Wind zu bestimmen“, sagt Pilot Daniel Feilmeier, der hinter mir Platz genommen hat.

Bevor wir abheben, erklärt er mir noch, was gleich beim Start mit der Seilwinde passieren wird: Am anderen Ende der Piste steht ein Fahrzeug mit einer Seilwinde, das andere Ende des Seils wird am Segelflugzeug eingeklinkt. Die Winde spult das Seil dann auf die Seiltrommel auf und beschleunigt dabei das Segelflugzeug in wenigen Sekunden auf eine Geschwindigkeit von 100 bis 120 km/h.

Klingt in der Theorie ganz gut, in der Praxis sieht das so aus, dass ich mit Höllentempo fast senkrecht dem strahlend blauen Himmel entgegenrase. Wow! In rund 1000 Meter Höhe klinkt das Seil aus und – wir fliegen! Lautlos gleiten wir dahin. Ich bin versucht, die Arme auszubreiten. So müssen sich Vögel fühlen – es spürt sich herrlich an.

Daniel verrät mir, dass sich auch für ihn jeder Flug anders anfühlt, denn beim Segelfliegen ist man der Wind- und Sonnenenergie der Natur ausgesetzt. Findet der Segelflugpilot nach dem Start einmal keinen Aufwind, so gleitet er mit rund 0,6 Meter pro Sekunde zu Boden und landet wieder. Erreicht er aber einen Aufwind so kann er bis zu 3000 Meter hoch steigen. Die Höhe wird mit dem Segelflugzeug dann in Strecke umgesetzt und man fliegt von Aufwind zu Aufwind. So werden von Spitzenpiloten mittlerweile Strecken von weit über 1000 Kilometer erflogen.

Wir halten es diesmal gemütlicher und landen nach einer kleinen Demonstration von Daniels Flugkünsten wieder sanft und sicher.

Segelfliegen

Selbe Bedingungen wie beim Motorfliegen. Aufgrund der Schwerpunktlagen der Segelflugzeuge darf aber ein Maximalgewicht von rund 110 kg nicht überschritten werden. Infos auf www.segelfliegen-linz.org, www.segelflieger-linz.at oder bei info@rudischlesinger.com

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