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Reisen

Mit dem Wohnmobil nach Istrien

Von Leander Bruckbög   27. Mai 2017 00:04 Uhr

Mit dem Wohnmobil nach Istrien
Rovinj, vom Taxiboot aus gesehen. Der am venezianischen Campanile orientierte Kirchturm ist eines vieler Merkmale des italienischen Einflusses in Istrien.

Die Österreicher entdecken zunehmend das Campen für sich. Kein Wunder, bietet ein Wohnmobil doch vertrauten Komfort und die Freiheit, überall zuhause zu sein.

Die schönen Strände der kroatischen Adria sind uns in Istrien am nächsten. Die Halbinsel erreicht man in nur sechs Stunden von Linz aus, und man findet hier kroatische Gastfreundschaft, Glanzreste der Donaumonarchie und italienische Lebensfreude zu einem charmanten Paket geschnürt.

Vorher machen wir allerdings noch einen Zwischenstopp in Timelkam, wo wir unsere mobile Ferienwohnung beziehen. Dort betreibt Renate Moser gemeinsam mit ihrem Mann Ernst den oberösterreichischen Standort der Firma Gebetsroither. "Werdets sehen, sobald ihr euch ins Wohnmobil setzt, ist Urlaub!" verspricht sie uns. Erst muss jedoch das Gepäck verstaut werden, hinzu kommt eine informationsgeladene Einweisung in die Funktionen des Fahrzeugs. Dann aber, als wir mit unserem Modell Adria Compact auf die Autobahn Richtung Salzburg auffahren, kommt tatsächlich schnell Ferienstimmung auf. Das kleine, aber feine Wohnmobil bietet zwei Schlafplätze, Dusche, WC, Kühlschrank, Kochstelle, reichlich Stauraum und einen Tisch mit vier Sitzplätzen. Alles, was wir brauchen, haben wir also dabei, wir sind von nichts und niemandem abhängig. Auch der Hund ist zufrieden, liegt brav angegurtet unter dem Tisch und freut sich über mehr Platz als sonst im Kofferraum.

Mit dem Wohnmobil nach Istrien
Auf dem Weg nach Istrien.

Lohnender Zwischenstopp in Kärnten

Munter geht es also Richtung Istrien. Wer nicht unbedingt gleich ans Meer muss, dem empfehlen wir, die Fahrzeit auf zwei Tage zu verteilen und die Nacht in Kärnten zu verbringen. Eine Möglichkeit wäre der Familienbetrieb Poglitsch am wunderschönen Faaker See. Stellplatz beziehen, Strom anschließen, Markise, Tisch und Sessel raus: So schnell macht man sich die gebuchte Parzelle zu Eigen, dann: entspannt zurücklehnen und die Aussicht auf den Morgenkogel genießen. Am nächsten Tag ist das Wohnmobil genauso schnell wieder startklar. Vorher muss aber noch eine Kanufahrt im Kanadier sein, mit dem wir über einen schilfumsäumten Wasserweg zum Faaker See paddeln. Dann aber ab nach Istrien.

Wer ein breites Unterhaltungsangebot sucht, kommt am Campingplatz Lanterna, an der Westküste bei Novigrad gelegen,

kaum vorbei. Das Resort bietet auf 80 Hektar mehrere Restaurants, Geschäfte und Sporteinrichtungen. Es gibt jeden Tag ein Animationsprogramm, viele Spielmöglichkeiten für Kinder sowie einen eigenen "Happy Dog"-Bereich, der speziell für Hunde und deren Besitzer konzipiert ist – inklusive Zoogeschäft und Hundefrisör. Zum Felsstrand geht es recht steil hinunter, das hat den Vorteil, dass viele der Parzellen einen ungehinderten Blick aufs Meer genießen.

Mit dem Wohnmobil nach Istrien
Hunde sind in Kroatien sehr willkommen, auch am Strand.

Geheimtipp Amarin

Wem das zu sehr nach Club-Urlaub klingt, der ist etwas südlich auf dem Campingplatz Amarin besser aufgehoben. Viele Bäume spenden Schatten, und wer wie wir einen Stellplatz nahe am Ufer ergattert, hat direkt vom Wohnmobil aus eine traumhafte Aussicht auf die Adria und das nahe gelegene Rovinj. Dorthin gelangt man am besten mit dem Taxiboot, das von früh bis spät zwischen dem Pier am Campingplatz und der malerischen Hafenstadt verkehrt. Wir nutzen den Abend, um unweit der Marina vorzüglich zu speisen und anschließend bei einem Verdauungsspaziergang die Altstadt zu erkunden, gekrönt von der Kirche der heiligen Euphemia. Romantiker schlendern danach wieder hinunter zum Meer und versüßen sich den Abend durch einen Cocktail direkt am Felsufer. Besonders stimmungsvoll ist die blaue Beleuchtung des Meerwassers.

Mit dem Wohnmobil nach Istrien
Viele Campingplätze bieten Sportmöglichkeiten und verleihen E-Bikes oder Kanus

 

Zurück am Campingplatz, tratschen wir noch ein wenig mit den Nachbarn. Seit mehr als 20 Jahren fahren Ingo Rösler und seine Frau jeden Sommer mit dem Wohnmobil auf Urlaub. Vor 16 Jahren entdeckten sie Amarin für sich. Der Campingplatz hat seither einen Fixplatz im Urlaubskalender. "Es ist der schönste Campingplatz, den es gibt", sagt Ingo, bevor er sich erinnert, dass er mit einem Journalisten spricht und es ein wenig bedauert, seinen Geheimtipp ausgeplaudert zu haben.

Noch idyllischer als Amarin ist die letzte Station unserer Reise, Camping Mon Perin, eine halbe Autostunde weiter südlich zwischen Rovinj und Pula gelegen. Hier gibt es kein nahe gelegenes Hotel mit großem Restaurant und Pool-Landschaft, dafür ganz viel schönen Fels- und Schotterstrand. An Sport- und Spielmöglichkeiten sowie ein Unterhaltungsprogramm wurde aber gedacht. Für einen Ausflug in das istrische Hinterland empfiehlt sich ein E-Bike, das günstig an der Rezeption zu mieten ist.

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Spaziergang durch den Aromapark Histria Aromatica.

Erfrischend anders ist ein Besuch im Erlebnispark Histria Aromatica. Dort gedeihen auf 25 Hektar allerlei wohlriechende Pflanzen, die nach der Ernte zu Bio-Kosmetik verarbeitet werden. Abseits von jeder Hektik kann man hier durch die Felder spazieren.

Lust bekommen? Wir empfehlen mit dem Wohnmobil eine mindestens zweiwöchige Reisedauer. Denn eine Woche ist leider viel zu schnell vorbei.

Wohnmobil-Tipps

Mit dem Wohnmobil nach Istrien
In Kroatien findet man etliche idyllische Campingplätze.

Kaufen oder mieten?

Bevor man sich ein eigenes Wohnmobil zulegt, sollte man ausgiebig testen. Es empfiehlt sich, mehrere verschiedene Hersteller und unterschiedliche Modellkategorien auszuprobieren, ehe man sich festlegt. Auch die bevorzugten Destinationen sollten die Wahl beeinflussen. Für Städtereisen etwa sind kompaktere Modelle praktischer.

Checkliste

Wer das erste Mal mit dem Wohnmobil wegfährt, sollte sich erkundigen, was er alles mitnehmen muss. Dazu gehören Bettzeug, Camping- und Küchenausrüstung und diverse Hygieneartikel.

Tour planen

Einfach drauflos zu fahren mag reizvoll klingen, dennoch ist es ratsam, vor Antritt der Reise Campingplätze entlang der Route auszusuchen und die gewünschten Plätze zu reservieren.

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