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Reisen

Inselluxus, Safari und ein Dickhäuter

Von Roswitha Fitzinger   04. Mai 2019

Inselluxus, Safari und ein Dickhäuter
Auch wenn dunkle Wolken aufziehen, hat es das ganze Jahr zwischen 27 und 30 Grad.

Luxus und all-inclusive – zwei Urlaubsparameter, die einander lange ausschlossen, gehen im Lily Beach Resort im North Ari Atoll auf den Malediven Hand in Hand. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein Österreicher. Der Star ist jedoch ein anderer.

Get ready!" Macht euch bereit, tönt es durch das Dhoni, das traditionelle maledivische Fortbewegungsmittel zu Wasser. Die Stimme reißt die Schnorchelgäste unsanft aus dem Dämmerschlaf, in dem sie zu entschlummern drohten, eingelullt vom gleichmäßigen Lärm des Dieselmotors und dem angenehm kühlen Fahrtwind.

Weil es schnell gehen muss, wird die Taucherbrille unsanft über die noch feuchten Haare gezerrt, der Schnorchel zwischen die Zähne geklemmt und werden die Füße in die Flossen gequetscht. Im Watschelgang geht es quer übers Schiff, und mit einem Sprung, einer A…bombe gleich, taucht der Körper in den Indischen Ozean. Aber an die Haltung wird kein Gedanke verschwendet, überhaupt ist keine Zeit zum Nachdenken. Und weil jetzt jede Sekunde zählt, geht der Blick sogleich nach unten. Wooow. Würde im Mund kein Schnorchel stecken, würde Letzterer offen stehen, sich mit Wasser füllen …

Safari mit imposanten Gästen

Vier Meter unter dem Menschenkörper der Körper eines Fisches, nicht irgendeines, sondern der des größten Fisches der Gegenwart. Ein Walhai in voller Größe, geschätzte sechs Meter lang – und so nah. Über die gesamte Breite des grauen Rückens ziehen sich helle, quer angeordnete Streifen. Dazu Flecken, die eher Punkten gleichen. Ihre gleichmäßige Anordnung verleitet zum Zählen, doch das Gehirn ist mit Sehen und Staunen beschäftigt. Die Schwanzflosse bewegt sich in einem langsamen Hin und Her. Auf ihrer Spitze eine Einkerbung, die wie eine Verletzung aussieht. Das charakteristische breite Maul, in dem sich mehr als 3000 kleine Zähne in mehr als 300 Reihen dicht angeordnet befinden. Doch von ihnen droht keine Gefahr, zumindest nicht für zweibeinige Flossenträger, die im besten Fall wissen, dass Walhaie Planktonfresser sind.

Gelassen nimmt der Koloss die mittlerweile stattliche Zahl an Mitschwimmern hin. Auch die auf ihn gerichteten kleinen Unterwasserkameras bringen den Dickhäuter nicht aus der Ruhe. Eine Bezeichnung, die auf Walhaie übrigens mehr als zutrifft, haben sie mit bis zu 15 Zentimetern Haut doch die dickste unter allen Lebewesen. Trotz seiner Größe gleitet das tonnenschwere Geschöpf schließlich anmutig in die Tiefen des Ozeans ab. Spätere Fragen, ob da keine Angst gewesen sei, können nur verneint werden. Angst war nie da, vielmehr Ehrfurcht und Bewunderung über so viel Anmut, Sanftheit, Schönheit.

Beinahe vergessen sind der aus dem Wasser springende Rochen, die diversen neben dem Boot schwimmenden Delfingruppen und das kurze Gastspiel einer Meeresschildkröte an der Wasseroberfläche – alles "Teilnehmer" dieser ersten Schnorchelsafari.

Inselluxus, Safari und ein Dickhäuter
Die Begegnung mit einem Walhai gehört zu den Höhepunkten einer Schnorchelsafari.

Keine 24 Stunden sind vergangen, seit das zweimotorige Wasserflugzeug von der Inselhauptstadt Male abhob – die Piloten mit schwerem Zeitmessgerät am Handgelenk, aber leichtem Schuhwerk in Flipflop-Manier. Die Zehensandalen sind so allgegenwärtig auf den Malediven wie das Farbenspiel aus Türkis und Blau jenseits jeglicher politischer Bedeutung. Die letzten Gedanken an die Heimat verflüchtigen sich rasch, werden weggetrommelt von den Klängen der Bodu-Beru, die traditionell zur Begrüßung geschlagen werden.

Champagner inklusive

Das ist auf Lily Beach nicht anders. Vor zehn Jahren als erstes Fünf-Sterne-all-inclusive-Resort der Malediven wiedereröffnet – modernisiert und mit einem sogenannten Platinum-Plan (Details im Faktenkasten). "Keine bösen Überraschungen, keine teure Rechnung am Ende des Urlaubs. Du kannst hier jeden Tag 24 Stunden Champagner trinken, wenn du willst", erklärt Michael Wieser, CEO des Luxusresorts – und Österreicher. Luxus zum Komplettpreis lautet das Konzept, das nicht nur den Champagner inkludiert. Die Weinkarte zählt 80 Positionen. Sie sind ebenso inkludiert wie die Minibar sowie sämtliche alkoholischen Getränke und die Verpflegung in den drei Restaurants und drei Bars.

Doch das exklusive Angebot reicht im harten Konkurrenzkampf auf den Malediven, auf denen es mittlerweile an die 150 Resorts gibt, längst nicht mehr. "Was uns von den großen Hotelketten unterscheidet, sind unsere Gastfreundschaft und die persönliche Beziehung zu den Gästen", sagt der gebürtige Osttiroler.

Eine jährliche Auslastungsquote zwischen 85 und 90 Prozent untermauert das Erfolgsmodell, in dem der Gast ein "Nein" oder "Geht nicht" nie zu hören bekommen sollte. Auch das gehört zum Konzept, und der Gast dankt es – mit besten Bewertungen. Dreimal in Folge wurde Lily Beach bei den World Travel Awards zum besten Premium-all-inclusive-Resort der Malediven gekürt.

Der Luxus und sein Preis

Dennoch hat der Luxus seinen Preis – in mehrfacher Hinsicht. "Wie auf einer Berghütte auf 2000 Metern Höhe ohne Seilbahn muss auch hier alles eingeflogen werden oder wird mit dem Schiff auf die Insel transportiert. Das verdreifacht den Preis jeden Produkts", sagt Wieser. Auf die kulinarische Vielfalt hat das keinerlei Einfluss, dennoch will man unabhängiger und umweltbewusster werden. "Wir haben bereits einen kleinen Garten, in dem Obst, Gemüse und Kräuter angebaut werden. Es gibt auch den Versuch, plastikfrei zu werden", erklärt der CEO. Die Trinkhalme sind aus Papier, in den Villen ist das Trinkwasser in Glasflaschen abgefüllt, der Müll wird getrennt, das Wasser wieder aufbereitet und zur Bewässerung verwendet. Auch die Stromgeneratoren, die täglich 5000 Liter Diesel verbrauchen, sollen irgendwann der Vergangenheit angehören. "Aber Solarzellen benötigen viel Platz, und auf den Villen würden sie das typische maledivische Erscheinungsbild empfindlich stören, aber wir sind dran", versichert der 54-Jährige.

Inselluxus, Safari und ein Dickhäuter
Herzallerliebst: Akbar kocht auf einem Tappanyaki- Grill direkt vor den Gästen japanische Gerichte.

Die Gäste in der Aqva-Bar genießen derweil kulinarischen Luxus. Akbar spachtelt die Sojasprossen und den Spinat in schnellen Bewegungen durcheinander, schnappt sich eine der fünf Flaschen mit Sojasoßen, lässt sie kunstvoll durch die Luft fliegen, bevor er das fein geschnittene Gemüse mit der braunen Flüssigkeit verfeinert. Er kommt aus Indonesien, ist ein Meister des Teppanyaki, einer Grillform, die aus Japan kommt. Ruckzuck ist ein Herz aus Gemüse gespachtelt, und zur Belustigung der Gäste gibt es noch einen Pfeil dazu. Bis zu zwölf Personen können an der heißen Stahlplatte, dem Teppan, der als Grill fungiert, Platz nehmen. Sonderwünsche sind kein Problem. Der Mann aus Jakarta hat sich gemerkt, wer was nicht isst und wer was nicht verträgt.

Poser unter sich

Zwischen den Gängen gleitet der Blick ganz automatisch nach draußen. Ein Fischreiher hat sich am Beckenrand des Infinitypools niedergelassen, stolziert dort auf und ab, unbeeindruckt von den anderen Poolgästen, die darin mit ihren Handys in der Hand posieren oder einfach nur cocktailschlürfend in die Ferne blicken. Der Vogel steht dem um nichts nach. Auch er ist ein Poser, wie er später bei den Sunsetvillen am äußersten Rand des Riffs unter Beweis stellt. Am Stufenabgang zum Meer stehend trifft man ihn wieder, sein Gefieder spreizend, so als bedürfe die 182-Quadratmeter-Location noch einer zusätzlichen Attraktion. Tut sie nicht. Eine Terrasse samt Jacuzzi-Pool und direktem Meerzugang, ein Badezimmer mit freier Sicht auf den Ozean, ein 24-Stunden-Butler-Service. Wem das zu langweilig ist, der kann in einen der drei Flatscreens starren – oder auf den Fischreiher.

Und schließlich ist da noch das Meer, das beinahe stündlich seine Farbe verändert und in sämtlichen Blau-, Grün- und Türkistönen zu schimmern vermag. Auch wenn die Korallen das aufgrund der Korallenbleiche in Folge der Meereserwärmung nicht mehr tun, die Fischwelt ist nach wie vor bunt. Wer sich davon überzeugen und abtauchen will, dem genügen eine Schnorchelausrüstung und das Hausriff. Um 7 und um 17 Uhr ist Jagdzeit, und es geht besonders lebhaft zu, heißt es. Das trifft auch auf die tägliche Fischfütterung zu, die zahlreiche Haie und Rochen an den Pier lockt. Auch unser guter alter Bekannter, der Fischreiher, will etwas abhaben. Ein weitverbreitetes Spektakel auf den Malediven, das es, nicht nur seiner Fragwürdigkeit wegen, gar nicht bräuchte.

 

Resort und preise
Blick in die Sunset-Suite

Resort und Preise

Lily Beach bzw. Huvahendhoo ist eine Insel im südlichen Ari-Atoll von etwa 500 Metern Länge und 100 Metern Breite. Die Entfernung zum Flughafen Male beträgt 100 Kilometer, weshalb sich ein Transfer mit dem Wasserflugzeug empfiehlt: 26 Minuten.

Das Platinum-Package enthält unter anderem: alkoholische Getränke inklusive Champagner und Cocktails, Minibar, Kühlbox am Strand, Schnorchelausrüstung, zwei Ausflüge pro Person und Aufenthalt,
Internetzugang, Kinder-Club sowie À-la-carte-Mittagessen in der Aqva- und Vibes-Bar, ein
À-la-carte-Abendessen pro Person und Woche im Tamarind-Spezialitätenrestaurant zusätzlich zum Hauptrestaurant. Nicht enthalten sind Wassersportaktivitäten und spezielle Dinner-Arrangements am Strand.

Preisbeispiel:
Lily Beach Resort & Spa: 27. 5. bis 3. 6. (7 Nächte) Beach Villa/all-inclusive inkl. Transfer mit Inlandsflug + Boot, Preis pro Person exkl. Langstrecke: ab 2670 Euro, Aufzahlung für Transfer mit Wasserflugzeug: 158 Euro/Person

Buchbar in jedem Ruefa-Reisebüro. www.ruefa.at/malediven

Langstreckenflug ab/bis Wien ab 900 Euro/Person (Emirates, Austrian, Turkish etc.)

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