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Reisen

Genuss, Geschichte und Gelassenheit

Von Monika Raschhofer  04. Juli 2021 10:45 Uhr

Genuss, Geschichte und Gelassenheit
Das griechisches „Marterl“ ist gut platziert: Blick auf Tigaki, den Salzsee und die Nachbarinsel Pserimos.

Strand und Pool, Meer und Bergdörfer, Tzatziki und Greek Smokey Mule, Antike und Design. Auf Kos und Kreta lässt sich das griechische Lebensgefühl inhalieren und die drei Gs können auf andere Art und Weise genossen werden.

Das Meer wieder hören. Das große Blau atmen. Den griechischen Inselsand zwischen den Zehen spüren und die Gelassenheit, die sich ausbreitet. Auf Kos, wo der Priesterarzt Hippokrates vor mehr als 2000 Jahren Menschen heilte und die Pharmazeutin Krystallenia Drosou heute die Aloe-Pflanzen ihres Vaters zu Kosmetika veredelt. Oder auf Kreta, wo die Minoer vor 5000 Jahren hohe Kultur entwickelten, die bis in die aktuelle und an Ort und Stelle produzierte Kollektion des griechischen Modelabels PLS-Fashion sichtbar ist.

Die Schaukel am Strandhotel "Tigaki" auf Kos zieht auch Erwachsene magisch an. Handys nehmen das entspannte Hin und Her auf, im Hintergrund ist die Nachbarinsel Pserimos mit der aufgemalten Riesenflagge zu sehen oder die Hotelkaskade des türkischen Bodrum in 20 Kilometer Entfernung. Fährverkehr in die Türkei gibt es noch nicht, aber das Reisen von Österreich nach Griechenland ist einfacher geworden: Antigen-Schnelltest, Impfausweis oder Genesungsbescheid reichen.

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Flamingos finden im Salzsee bei Tigaki Futter.

Eine Insel – viele Möglichkeiten

Einmal angekommen, lassen umsorgende Gastfreundschaft und Sonnenschein-Kellnerinnen wie Iliana Chaltoupi sowieso jede Mühsal und Hektik vergessen. Sie strahlt schon beim Frühstück neben dem Pool alle an und der Scherz mit den unauffindbaren Löffelchen findet täglich neue Fortsetzung. Der Urlaub lässt sich zur Gänze hier im Hotel verbringen, vom Zimmer zum Frühstück, dann an den Pool, dann ein Häppchen in der Cantina, wieder Pool mit Musik oder Chill-Wiese, Bar, Abendessen, schlafen – und das Ganze mit kleinen Variationen wieder von vorn.

Es geht aber auch mit mehr Abwechslung. Kos ist eine Radfahrerinsel und nur wadlschonende 50 Kilometer lang. Wandern ist auch eine Option: ein Stück am Ufer entlang bis zum Salzsee Igroviotopos Alikis, in dem relativ weiße Flamingos Futter fischen und sich dabei beobachten und fotografieren lassen, bis zum Weingut Hatziemanouil mit den vielen Auszeichnungen und dem neuen "Kidonitsa"; auf markierten Wegen bis 846 Meter Seehöhe auf den Dikeos-Gipfel hinauf; oder auch nur bis zum höchstgelegenen Café (Kafeneio) Metoxi. Von der Terrasse bietet sich ein beruhigend schöner Ausblick – auf das Meer rund 500 Meter tiefer, auf die Nachbarinseln, auf das Städtchen Tigaki, auch der Salzsee ist zu sehen, davor die mit Olivenbäumen und Kapernsträuchern bewachsenen Hänge, der Duft von Kräutern in der Luft.

Zum Wohle von Körper und Seele

Kapern haben wunderschön duftige Blüten, die kreisrunden Blätter sind Zutat im "Insel-Salat". Den optischen Genuss ergänzt ein "Frappé": kalter Instantkaffee aufgemixt und mit Eiswürfeln serviert. Es gibt ihn mit und ohne Milch, mit viel, wenig und ohne Zucker. Das Bergcafé ist auch mit ausgeliehenem Auto erreichbar, die Auffahrt erfordert allerdings Unerschrockenheit, etwas Berg- und Geländeerfahrung. Nur die Wegweiser machen einen sicher, dass es hier wirklich weitergeht. Einige Gäste kommen mit Quads.

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Das antike Krankenhaus Asklepieion auf Kos hatte einst enorme Ausmaße.

Das Asklepieion beeindruckt noch heute, wie überwältigend muss es vor rund 2000 Jahren, als die Hallen noch ganz und die Marmortreppen noch leuchtend waren, auf Heilungssuchende gewirkt haben. Körper, Geist und Seele war je eine der drei Ebenen gewidmet. Im antiken Krankenhaus gab es Thermalwasser, Warteräume, neue Kleider für die Patienten, Diagnosekammern, Diäten zur Entgiftung, Opium zur Betäubung, Dankesinschriften Genesener und auch eine Medizinschule.

"Physiotherapie, Hygiene, Klinik, Anästhesie – alles Begriffe, die aus dem Griechischen kommen und die hier schon damals Thema waren", erklärt Ioannis Sakavaras. Auch "Jamas", griechisch für "Prost", bedeute wörtlich "zu unserer Gesundheit". 554 nach Christus wurde der Komplex durch ein Erdbeben zerstört, der deutsche Archäologe Rudolf Herzog leitete die Ausgrabungen von 1901 bis 1904.

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Griechische Gemütlichkeit in der Taverne Sofas auf Kreta

In Kos, der sehenswerten Inselhauptstadt, sind die Steine des Asklepieions wieder verbaut worden. Heute leben dort 45.000 Menschen, in der Antike waren es dreimal so viele. "Hippokrates hat auch schon Aloe vera genutzt", verweist Krystallenia Drosou auf den berühmtesten Sohn der Insel, wenn sie ihr junges Business promotet. Der etwa 460 vor Christus auf Kos geborene Vater der modernen Medizin, auf den übrigens heute ausgebildete Ärzte keinen Eid mehr leisten, habe auch schon auf die Heilkraft der Natur gesetzt und sei für ihre kosmetischen und kulinarischen Produkte Inspiration, betont die Pharmazeutin, die seit drei Jahren mit einem Team von Wissenschaftern erforscht, was die Aloe kann. 2012 hat ihr Vater, Paulos Drosos, auf etwa drei Hektar der landwirtschaftlichen Fläche Aloe-Pflanzen zu kultivieren begonnen. Drei Jahre müssen sie wachsen, dann kann alle 45 Tage ein Blatt geerntet werden. Das Gel wird in Marmari zu Cremes und Lotionen verarbeitet, die "pandrosia"-Produkte sind in Apotheken und Hotels erhältlich.

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Fernblick bis in die Türkei

Ob in der Cantina der Cook’s Club Hotels oder in der Taverne "Sofas" in Ano-Hersonissos oder im Bergdorf Avdou neben dem Aposelemis-Stausee auf Kreta – "Meze" ist die kommunikativ-griechische Art zu speisen: Was bestellt wird, kommt in die Mitte des Tisches, alle nehmen sich von allem … Salat, Pitabrot und Tzatziki gehören sowieso dazu – und Dolmadakia (gefüllte Weinblätter). Auch Vegetarier werden auf den Speisekarten fündig. Wenn die Augen bei den Vorspeisen schon zu groß waren, geht es halt danach einfach gleich mit dem Dessert weiter.

Cook’s-Club-Hotel Hersonissos auf Kreta

Moderne Küche und Mode

Umtriebig in Sachen Kulinarik ist Kostas Barkas, F&B-Manager im Hotel Tigaki und ein paar Meter weiter im brandneuen "kitchen" (mit gespiegeltem k geschrieben), das ebenso Gabriel Karathomas gehört. 64-Grad-Ei mit Spargel, geräuchertem Speck und Trüffelbutter. Natur-Burrata mit Roten Rüben, Orangenfilet in Grand Marnier, Pinienkernen und Basilikum. Lamm-Kleftiko mit Kartoffel-Espuma, Gemüse, Salbei und Hibiskus. Zitronendessert mit Mandelstreusel und Baiser. Ja, das "kitchen"-Menü hat so köstlich gemundet, wie es klingt.

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Burrata natural mit Rauna und Orangen: griechische Küche, neu interpretiert im „kitchen“

Kreta, das ist Antike auf Schritt und Tritt – und moderner Lifestyle. Die Hotels, die schicken Bars, die beleuchteten Restaurants entlang der Küste sind jung. Hier war früher nur der Hafen, der Ort ist oben (ano) und pittoresk. Ganz nah sind Agios Nikolaos (Sankt Nikolaus), wo seit 2007 umfassende Ausgrabungen gemacht werden, und im Westen Heraklion mit der venezianischen Festung Koules a Mare und dem minoischen Palast von Knossos. Formen, die dort zu finden sind, prägen auch die Kleidung, die Dimitra Ploumi entwirft. Sie ist die Seniorchefin von PLS-Fashion, produziert wird in Heraklion, verkauft auch, etwa im Marina Beach Hotel, oder online (plsfashion.gr). Enkelin Eleni hat die Marke "forever young" hinzugefügt. Die Leinenkleider, -shirts, -hemden, -hosen – moderne und historisch geprägte – eignen sich hervorragend als griechisches Mitbringsel und als luftiges Outfit für jede Gelegenheit, ob für einen Ausflug in die Berge, an den netten Strand im nahen Stalida oder für das Dinner im angesagten "Kahlua".

Hotel Tigaki auf Kos

Cook’s Club Hotels

  • Konzept: Design, Musik, Essen und Drinks sind wichtige Aspekte in den Cook’s Club Hotels. Das Konzept wird je nach Standort adaptiert.
  • Design: Loungemöbel um die Pools, großzügige Bars, hippe Deko fürs Auge, auch mal ein riesiges Wandgemälde. Dunkle Möbel in den Zimmern, die es auch als Appartement für sechs Urlauber gibt.
  • Musik: An sechs Tagen pro Woche gibt es im Cook’s Club Hersonissos Programm: DJs, Bands, Movienights, Private Disco buchbar. An Bars und Pools läuft ganztags Musik.
    Essen: Nachhaltigkeit und Regionalität sind wichtig, Qualität und Frische ebenso.
  • Drinks: Die kreative Karte ist mittels QR-Code abrufbar.
    Manos Mpolkas im Hotel Tigaki hat den Greek Smokey Mule
    erfunden: Wodka, Cinnamon Liqueur, Lime, Ginger Beer. Köstlich.
  • Preisbeispiel: Pauschalangebot für 7 Tage im DZ/ÜF inkl. Flug ab Wien ab 790 Euro pro Person; mit HP ab 910 Euro; buchbar bei schauinslandreisen.de. Cook’s Club Hotels auch buchbar unter cooksclub.com oder dertour.de

Artikel von

Monika Raschhofer

Lokalredakteurin Innviertel

Monika Raschhofer
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