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Reisen

Die Sehnsucht nach Exotik

Von Monika Raschhofer  23. Oktober 2021 10:00 Uhr

Die Sehnsucht nach Exotik
Die 45 Meter hohe „Big Buddha“-Statue aus Marmor thront über dem Süden der Insel Phuket.

Auf der Insel Phuket werden Touristen sehnsüchtig erwartet. Mit guter Reisevorbereitung können dort Strände im nahenden Winter wieder genossen, Sehenswürdigkeiten besucht und die reiche Pflanzen- und Tierwelt erkundet werden.

Es mitten im Winter so richtig warm haben: Viele Urlauber kommen genau deshalb immer wieder nach Thailand. Ebenso locken die Freundlichkeit und Toleranz der Menschen, die exotische Tierwelt und die Tatsache, dass Pflanzen, Blüten, Bäume, Früchte im feuchttropischen Klima größer, bunter und vielfältiger wachsen als in unseren Breiten. Und dann sind da noch die Tempel, die Landschaften und Inseln, die so schön anders sind.

Auf Sicherheit setzen die Touristiker mit dem "Sandbox-Programm" in Phuket. Das "Certificate of Entry" muss vorab ausgefüllt werden, Impfzertifikat und negativer PCR-Test sind vorzuweisen, eine Reiseversicherung ist abzuschließen. Am Flughafen Phuket geht alles sehr geordnet und rasch vonstatten: die Prüfung der Papiere, der Download einer App, das Fiebermessen, der Antigen-Schnelltest. Bis das Ergebnis nach wenigen Stunden kommt, bleiben die Touristen im Zimmer. Jeden Morgen wird im Hotel die Körpertemperatur gemessen und eingetragen. Alle müssen immer und überall Masken tragen.

Geimpfte dürfen ohne Quarantäne einreisen

Mittlerweile hat Thailand die Bestimmungen gelockert: Mit 1. November dürfen vollständig geimpfte Touristen aus Österreich und 45 weiteren Staaten einreisen, wenn sie vor dem Abflug negativ getestet wurden. Nach Ankunft ist ein weiterer Corona-Test Pflicht, danach kann es ohne Quarantäne zu bisher 17 für den Tourismus geöffnete Orte gehen, darunter die Insel Phuket, die Hauptstadt Bangkok und Chiang Mai im Norden des Landes.

Während daheim Hauben, Schals und Handschuhe ausgepackt werden, reichen auf Phuket Shirts und Shorts, auch mitten in der Nacht oder wenn es einmal regnet, bei Temperaturen von 27 Grad Minimum. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist immer auf der Haut spürbar und gut für die Atemwege. Das Meerwasser ist noch wärmer, hat bacherlwarme 30 Grad. Die Wellen sind an der Westküste tosender, auf der Ostseite der Kokosnussinsel (Koh Maphrao) ganz sanft. Bis zu vier Meter unterscheidet sich der Wasserspiegel bei Ebbe und Flut. Der Sand ist fein, vor dem Centara Grand Beach Resort am Karon-Strand knirscht er gar wie Schnee.

Die Sehnsucht nach Exotik
Longtailboot auf der Kokosnussinsel: Transportmittel für Mensch und Waren

Frühmorgens wird an den Stränden Müll eingesammelt, tagsüber gibt es dort unzählige Muschelschalen zu finden, zwischen Baumwurzeln krabbeln Einsiedlerkrebse. Die Tierwelt weiter oben ist nicht weniger flink unterwegs. Wilde Affen tummeln sich auf dem gleichnamigen Berg, dem Monkey Hill, in Phuket-Stadt, ebenso bei den spartanischen Quartieren der Mönche unter der Statue des "Big Buddha". Man tut gut daran, die Warnung, sie nicht zu füttern und zu berühren, ernst zu nehmen. Die Gibbons können beißen und tun dies auch. 45 Meter hoch ist die Marmorstatue, die auf einem 350 Meter hohen Hügel errichtet wurde. Die Ehrengabe zum 80. Geburtstag von König Bhumibol ist auf der Insel weithin sichtbar.

Das andere Elefantencamp

Faszinierend nahe kommen die Tiere auf Phukets "Elephant Sanctuary", und zwar auf ganz natürliche Weise, ohne Drill und Marter. Im Nordosten der Insel gibt Gründer Montri Todtane auf 30 Hektar derzeit zwölf Elefantinnen eine letzte Heimat. Er hat sie freigekauft – von Waldarbeit, aus Zirkussen oder Touristen-Hotspots. Viele waren verletzt, hier haben sie Platz und Ruhe. Todtane will den Touristen die Elefanten in der Natur zeigen, nicht Kunststückchen vorführend oder als Reittier in der Hitze im Kreis vorgeführt. Jeder Elefant wird im Gelände ständig von seinem Pfleger begleitet und so trauen sich die großen Tiere ziemlich nahe an die Besucher heran. Mit 80 Euro Eintritt kein günstiges Vergnügen. Mit den Einnahmen werden allerdings sowohl der laufende Betrieb als auch der (Frei-)Kauf weiterer Elefanten finanziert.

In einem Kurzfilm wird eingangs die Geschichte der Zufluchtsstätte geschildert. Witzige Trickfiguren erklären die Verhaltensregeln. Auf hohen Stegen bekommen die Besucher in kleinen Gruppen einen ersten Überblick. Socken und Gummistiefel gibt es zum Ausleihen, entsprechend adjustiert geht es ins Gelände. Zwischen Bäumen, im Gestrüpp, am oder im Wasser lassen sich die Tiere fotografieren, filmen und anschauen. Wer mag, kann sie abschließend noch mit in Körben bereitgestelltem Obst füttern. Ein Stück Ananas in den Rüssel gelegt. Na, das war wohl zu wenig?! Erst als die Portion um ein Stück Melone ergänzt wird, frisst die sanfte Riesin.

Die Sehnsucht nach Exotik
Blattgold wird auf Statuen gedrückt.

Eine Elefantenstatue ziert den Eingang zum Wat Chalong, Phukets größtem Tempel im Süden der Insel. Die weitläufige Anlage, zu der ein großer Garten gehört und die aus mehreren Gebäuden besteht, glänzt vor Gold und frischen Farben. Stäbchen werden geworfen und Botschaften abgelesen, Blattgold wird auf Statuen befestigt – und plötzlich kracht es, laut und mehrmals hintereinander. Aufatmen, es ist nur ein kleines Feuerwerk, das ein Gläubiger gespendet hat. Buddha als Dekoration oder Tattoo zu verwenden, sei hingegen respektlos, wird den Besuchern erklärt, vor allem, wenn nur sein Kopf dargestellt werde. Deshalb könnten nur Ganzkörperstatuen von Buddha erworben werden. Die müssten hoch über dem Boden platziert und ehrfürchtig behandelt werden, erklärt Fremdenführerin Noi die religiösen Gebräuchlichkeiten ihres Heimatlandes.

Auf dem Bauernhof

Szenenwechsel vom Tempel aufs Land, 40 Autominuten entfernt. Ein Wasserbüffel grast friedlich im Schatten eines Kautschukbaumes der "Old Phuket Farm". Der Bauernhof ist eine Art Freilichtmuseum, das veranschaulichen soll, wie früher die Arbeit auf dem Land vonstattenging. Dem Reis hat in diesem Jahr heftiger Regen stark zugesetzt, aber die Kokosnüsse sind gut gereift. Händisch wird auf einer Art Hocker mit Fortsatz sitzend das Kokosfleisch herausgeschabt, dann ausgedrückt und die Milch abgesondert.

Das agrarische Haupt(export)produkt Thailands ist aber Naturkautschuk. Ein Bauer demonstriert, wie mit einem speziellen Messer die Rinde des Baumes eingeritzt wird. Sofort fließt weißes Latex heraus und wird in einer am Baum befestigten Schale aufgefangen. Später wird der Milchsaft gewalzt, gemangelt und im Freien zum Trocknen aufgehängt. Nachdem Naturkautschuk kurzzeitig auf dem Weltmarkt mit starkem Preisverfall zu kämpfen hatte, ist der Wert des Rohstoffes, aus dem Produkte wie Autoreifen oder Matratzen hergestellt werden, wieder gestiegen.

Die Sehnsucht nach Exotik
Latexernte an einem Kautschukbaum

Kreisende Seeadler, schwarze Reiher, kreischende Sittiche sind die tierischen Begleiter in dschungelnahen Hotelanlagen in Ufernähe und auch während der Fahrt auf Koh Maphrao, auch bekannt als "Coconut Island". Hierher kommt man nicht wegen der namensgebenden Früchte, sondern wegen der weißen Traumstrände. Zu den benachbarten kleineren Inseln geht es mit Schnellbooten oder den traditionellen Longtailbooten – am oberen Ende der Stange der Motor, unter Wasser die Schraube. Ganz schön anstrengend für den Bootsmann, durch die Wellen zu lenken. Bei Ebbe kann sich schon einmal etwas verheddert. Ein Sprung ins Wasser, ein kurzer Tauchgang, das Fischnetz abgeschnitten und weiter geht die Fahrt.

Katzen liegen wunderbar entspannt am Rand der Bar in der Chalong Bay Rum Destillery. Haben sie etwa genascht? Thailand ist reich auch an Zuckerrohr, es gibt mehr als 200 verschiedene Sorten. In der Chalong Bay Rum Destillery wird nur einheimisches, sortenreines Zuckerrohr gebrannt, das ohne chemische Düngemittel von lokalen Landwirten angebaut wird, die es immer noch von Hand ernten. Der Rum wird in Reinform angeboten, aber auch mit diversen Gewürzen angereichert. Es gibt Rumsorten mit Zimt, Zitronengras oder Kaffirblättern. Nicht nur der Rum mundet hervorragend, hier isst man im traumhaften Ambiente auch vorzüglich – und auf Wunsch und nur mit Vorbestellung auch "touristenscharf". Wem die Führung zu wenig ist, der bucht einen Cocktailkurs dazu.

Die Sehnsucht nach Exotik
Thailändische Köstlichkeiten

Das etwas andere "Oktoberfest"

Ganz ohne Tiere kommt das "Vegetarian Festival" aus, das jährlich Anfang Oktober in Phuket Old Town gefeiert wird. Um ihren Körper und Geist zu reinigen, verzichten die einen während des Festes auf Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier und Milchprodukte. Für die anderen ist das "Fest der neun Kaisergötter" ein buntes Kaleidoskop aus Menschen auf allerlei Mopeds, hinter dreirädrigen Garküchen und zwischen Häusern im sino-portugiesischen Stil. Entspannung gibt es in einem der vielen Massagesalons. Eine normale Kräutermassage tut’s für die Anfänger, die intensive Thai-Massage buchen hingegen nur Erfahrene.

Wissenswertes

Schlafen und Essen:
„Marina Phuket“ – Motto: „Wo der Dschungel das Meer trifft“, üppige Vegetation auf dem Hotelgelände, großzügige Zimmer in mehreren Häuschen; Restaurant mit Meerblick, auch Früchte aus dem Garten des Eigentümers werden verkocht.
„Island Escape by Burasari“ im Osten der Kokosnussinsel Koh Maphrao: 5-Sterne-Luxusresort mit Zimmern, Villen und privaten Pool-Villen.

„Centara Grand Beach Resort“ in Phuket: große Anlage mit mehreren Gebäuden, Ruhezone-Pool, Themenzimmer, Suiten mit eigenem Pool, Kindergartenzimmer, Speisen mit italienischem Touch, top ausgestatteter Fitnessraum. Es gibt auch einen Spa im Innenbereich.

Tunk-ka Cafe Hilltop-Restaurant: grandioser Ausblick von der Terrasse auf Phuket-Stadt, reiche Speisenauswahl, tendenziell schärfer gewürzt

Preisbeispiel:
Hotel Marina Phuket, 12 Nächte im Jungle-View-Zimmer mit Frühstück, Flüge mit Qatar Airways in der Economy-Klasse, Transfer und Reiseleitung vor Ort, À-la-carte-Abendessen im Restaurant „On the Rock“, z. B. ab 11. Jänner, pro Person im DZ: 1649 Euro,
buchbar bei ruefa.at

Weitere Infos:
phuketvegetarian.com
chalongbayrum.com
elephantjunglesanctuary.com

Die Reise wurde unterstützt von: Ruefa Reisen, GoVacation Thailand Qatar Airways, Europäische Versicherung

Artikel von

Monika Raschhofer

Lokalredakteurin Innviertel

Monika Raschhofer
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