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Bad Gastein will zeigen, wie es langlaufen kann

Von Dominik Feischl, 18. Dezember 2022, 10:00 Uhr
Ein Schneeloch mit viel Ausdauer: Bad Gastein will zeigen, wie es langlaufen kann
Die Loipenlandschaft in Sportgastein auf 1600 Metern ist ein echter Hingucker. Bild: Gasteinertal Tourismus GmbH

Bad Gastein hat sich als Startort der Ski-Classics-Rennserie, der etwa auch der weltberühmte Wasalauf angehört, ein Werbefenster in die Langlaufwelt aufgemacht. Die Premiere vergangenes Wochenende glückte.

Sogar der Namensgeber der Loipe höchstpersönlich griff hoch oben auf 1600 Metern im Hochtal Sportgastein zur Schaufel, um die verbliebenen Schneereste für eine passable Spur zusammenzukratzen. "Die Blasen nehme ich gern in Kauf, es hat sich ausgezahlt", sagte Bernhard Gruber, der aus der Region stammende frühere Mannschafts-Olympiasieger und Einzel-Weltmeister in der Nordischen Kombination. Er war einer der vielen helfenden Hände, die die erste Austragung der "Gastein Classics" vergangenes Wochenende zu einem Langlauffest werden ließen. Mit dem Engagement der Ski-Classics-Rennserie, der auch die ganz großen Volkslangläufe wie der Wasalauf in Schweden, der Birkebeiner in Norwegen oder der Marcialonga in Italien angehören und bei der im Gegensatz zum elitären Weltcup Spitzen- und Breitensport miteinander verschmelzen, hat man sich ein attraktives Werbefenster in die skandinavische Welt aufgemacht.

Live im schwedischen Fernsehen

In den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts war der Biathlon-Weltcup einmal im Gasteinertal zugegen, die vergangenen Jahre gaben sich regelmäßig die weltbesten Snowboarder ein Stelldichein, das alpine Skigebiet erstreckt sich von Bad Gastein über den Stubnerkogel, das Angertal und die Schlossalm bis nach Bad Hofgastein.

Ein Schneeloch mit viel Ausdauer: Bad Gastein will zeigen, wie es langlaufen kann
Millionen TV-Zuseher in Skandinavien schauen die Ski-Classics-Rennserie. Bild: Christoph Oberschneide

Doch die nordische Kundschaft verlor man nie aus den Augen. "25 Prozent unserer Gäste kommen aus Skandinavien, und wir wissen um ihre Begeisterung für den Langlaufsport", sagt Olaf von der Wettern, Tourismusverbandsobmann in Bad Gastein über einen der Beweggründe, die nächsten drei Jahre der Gastgeber der aufstrebenden Rennserie zu sein. 300.000 Euro wurden dafür heuer investiert, der Werbewert mache aber ein Vielfaches davon aus. So übertrug etwa das schwedische Fernsehen die Veranstaltung mit großem Aufwand live, ein Millionenpublikum sah zu. "Mit Gastein Classics können wi zeigen, was wir zu bieten haben", sagt Lisa Loferer, Geschäftsführerin des Kur- und Tourismusverbands Bad Gastein. Die Schneesicherheit ab November und bis weit in den April hinein ist es, auf die man besonders stolz ist. Dass mit Ida Dahl und Emil Persson dann zwei schwedische Profis das sonntägige Massenstart-Rennen über 35 Kilometer gewannen, war für das Drehbuch nicht das Schlechteste. Doch auch die geballte Aufmerksamkeit der Langlauf-Königsnation Norwegen war dem Kur- und Wintersportort im Natio

nalpark Hohe Tauern so oder so gewiss. Denn es erwies sich als Jackpot, dass mit dem Norweger Petter Northug einer der absoluten Langlauf-Superstars just diesen Sommer entschied, nach seinem Rücktritt im Weltcup vor wenigen Jahren nun im Volkslanglauf eine zweite sportliche Karriere zu starten. "Natürlich wäre es grandios, Rennen wie den Wasalauf in Zukunft zu gewinnen. Dafür werde ich noch einmal alles in die Waagschale werfen", sagt der 36-Jährige, der nicht weniger als 13 Weltmeistertitel und zwei Olympiasiege sowie mehrere Gesamtweltcup-Triumphe sein Eigen nennen darf. In seiner Heimat würde er sich mit dem Sieg beim berühmtesten Langlaufrennen der Welt wohl unsterblich machen.

Wiedersehen der Loipen-Götter

Gleiches führt aber auch sein langjähriger Schweizer Rivale Dario Cologna, der vierfache Olympiasieger, im Schilde, obwohl er nach seinem eigentlichen Karriereende heuer noch etwas auf der Bremse steht. In Sportgastein kam es zum Wiedersehen der beiden Loipen-Asse. Cologna bestritt Samstag den Volkslauf über 30 Kilometer, der nach dem Prolog der Profis über die Bühne ging. Begeistert von den Leistungen zeigte sich auch Salzburgs Chef-Touristiker Leo Bauernberger, ein gebürtiger Bad Zeller: "Wahnsinn, wie diese Athleten die steilsten Anstiege in der Doppelstocktechnik hinauflaufen."

Aber nicht nur Northug und Cologna kamen auf der selektiven Strecke gehörig ins Schwitzen. Plusgrade, Wind und Regen, dann starker Schneefall am Veranstaltungswochenende stellten das OK-Team vor gehörige Herausforderungen. Sie wurden jedoch allesamt gemeistert. "Österreich verkörpert Wintersport, und Bad Gastein ist ein Kronjuwel davon. Wir sind stolz, dass wir dort Gast sein durften", gab es auch Lob von David Nilsson, CEO der Ski Classics.

An kleinen Stellschrauben werden die Gasteiner im kommenden Jahr sicher noch drehen. Dass etwa die Böckstein-Loipe unten in Bad Gastein, wegen ihres flachen Terrains ideal für Anfänger und Breitensportler, zum Zeitpunkt der Veranstaltung trotz genügend Schnees nicht gespurt war, hatte so manchem Langlauf-Enthusiasten nicht gefallen. Doch es sei verziehen. Alle verfügbaren Kräfte wurden oben in Sportgastein gebündelt. Denn nicht nur die "Gastein Classics" brachte man erfolgreich über die Bühne, kurzfristig wurden nach der Absage in Seefeld noch zwei Rennen im Rahmen des Langlauf Austria Cups übernommen.

Sportgastein

  • Die Schneesicherheit: Wer schon Mitte November oder noch im Frühjahr langlaufen will, hat in Sportgastein auf 1600 Metern beste Möglichkeiten dazu. Es verkehrt ein Skibus hinauf, wer mit dem Auto fährt, muss Maut bezahlen. Eine Loipen-Tageskarte ist für sechs Euro zu haben.
  • Die Infrastruktur: Oben warten die Nassfelder Runde (6,2 km), die Schareck Runde (1,7) und die Bernhard-Gruber-Olympia-Loipe (2,8) mit jeweils einer Klassik- und Skating-Spur. Mit Valeriehaus und Goldbergstub’n verfügt Sportgastein auch über zwei hervorragende Gaststätten oben.
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Dominik Feischl
Dominik Feischl
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