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Auf zu neuen Touren

Von Roswitha Fitzinger   12.Juni 2021

Auf zu neuen Touren

OÖNachrichten: Ihr seid gerade in Triest. Wie präsentiert sich Italien nach Monaten des Lockdowns?

Sabine Neuweg, Alois Peham: Die Stimmung ist entspannt, nur die Maskenpflicht – auch im Freien – erinnert noch an Corona. Am verlängerten Wochenende war viel los, zu Wochenbeginn war es deutlich entspannter.

Ist es eine Italienreise ohne Wanderung? Geht das überhaupt, ein Urlaub ohne eine Tour?

Eher nicht. Wir sind auch in Städten viel zu Fuß unterwegs. Hier haben wir neben zwei Radtouren rund um Grado auch eine kurze Wanderung im Karst nach Opicina gemacht. Aber wir können auch faul sein.

Viele Menschen haben in der Pandemie Abwechslung in der Natur gesucht. Die Kehrseite: In den Bergen und an den Seen war noch nie so viel los wie derzeit. Wie geht ihr damit um?

Wir suchen immer wieder Touren, die nicht so bekannt und daher wenig überlaufen sind, davon gibt es in ganz Oberösterreich genug. Es ist auch spannend, die nähere Umgebung zu erkunden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Wo, wann und wie hat eure Wanderleidenschaft ihren Ausgang genommen?

Neuweg: Ein erstes Bergerlebnis war eine Wanderung im Gosaukamm in der Schule mit 14 Jahren. Während des Studiums habe ich dann in den Bergen Ausgleich gefunden – und das gemeinsam mit Alois.

Peham: Bei mir haben erste Bergtouren mit Freunden die Leidenschaft für die Berge geweckt, und bald habe ich begonnen, anhand von Karten und Bergführern eigene Touren zu planen.

Was ist es, das euch raus in die Natur treibt – immer noch, schon so lange?

Da gibt es mehrere Gründe: die Bewegung, das Naturerlebnis, ein Ziel erreichen, das gemeinsame Erleben mit Freunden.

Lässt sich eure Wanderleidenschaft auch beziffern?

Alois führt seit Beginn Aufzeichnungen in Tourenbüchern, inzwischen sind es acht Stück, aber jede Tour ist auch fotografisch festgehalten.

Gibt es ein Ritual, das euch während oder vor jeder Tour begleitet?

Sabine macht seit Jahren vor jeder Tour ein Selfie mit allen, die sie begleiten.

Geht ihr auch mal alleine, jeder für sich?

Selten alleine, aber nicht immer gemeinsam.

Welche Wanderung wird unvergessen bleiben und warum?

Da ist zunächst die Tour auf den Großglockner mit Skiern, weil außer uns niemand auf dem Gipfel war. Dann eine Wanderung bei Nacht auf den aktiven Vulkan Merapi in Indonesien. Unvergessen sind auch die Übernachtung bei Vollmond am Wildensee mit erfrischendem Bad in der Früh und die überwältigende Landschaft mit archaischen Dörfern beim Trekking in Swanetien, Georgien.

Es gibt Menschen, die einmal pro Woche auf den Traunstein gehen. Habt ihr auch eine Tour, die ihr bereits x-mal gegangen seid, die aber trotzdem nie ihren Reiz verliert?

Nein, für uns liegt der Reiz darin, immer wieder Neues zu entdecken.

Da wollen wir noch unbedingt hin …?

Neuweg: Ich möchte gerne eine Himalaya-Trekkingtour machen.

Peham: Ich will den Sentiero della Pace, vom Ortler zu den Dolomiten, gehen. Das ist ein Höhenweg, der dem Verlauf der Kriegsfront des Ersten Weltkriegs folgt.

Abgesehen von der Verpflegung und Zusatzbekleidung, was fehlt nie in eurem Rucksack?

Ein GPS-Gerät, Erste-Hilfe-Paket, Taschenmesser, Müsliriegel und Lippenstift (Sabine).

Ist die nächste Tour schon geplant?

Ja. Sie wird uns von Ebensee über den Schönberg nach Bad Ischl führen.

Haben Sabine Neuweg und Alois Peham auch noch andere Hobbys?

Neuweg: Lesen – zur Entspannung auch gerne Krimis –, reisen und auf dem Traunsee paddeln.

Peham: Touren organisieren, fotografieren und reisen.

Auf welchen Beitrag dürfen wir uns in 14 Tagen freuen?

Auf eine Wandertour in der grünen Wildnis des Kamptals.

In der heutigen Ausgabe stellen Sabine Peham und Alois Neuweg eine geschichtsträchtige Wanderung zur Meisterebenalm (Attersee) vor. 

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18. September 2021