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Reisen

Auf den Spuren der Profis

Von Fritz Moser und Manfred Traunmüller   25. April 2020 00:04 Uhr

Auf den Spuren der Profis
Das neue Wahrzeichen von Hamburg: die Elbphilharmonie

Lieblingsdestinationen und Traumziele oberösterreichischer Reise-Experten. In der heutigen Ausgabe führen wir Sie dabei zur Elbphilharmonie nach Hamburg und zum Kloster Mraconia an der schönen Donau.

Im Oktober 2017 wurden meine Frau Maria und ich vom österreichischen Honorarkonsul in Hamburg zu einem Festakt eingeladen. Grund war der österreichische Staatsfeiertag, der gemeinsam mit in Hamburg lebenden Auslandsösterreichern und honorigen Hamburger Bürgern gefeiert wurde. Bei Plaudereien kam immer wieder das Thema "Elbphilharmonie" zur Sprache. Kein Wunder, gab es doch um das kürzlich eröffnete Konzerthaus jede Menge Gesprächsstoff: "weltweit spektakulärster Bau seiner Art", "einzigartige Lage am Hamburger Hafen", "Finanzskandal wegen zehn-facher Überziehung der Baukosten", "technische Probleme", "schönste Aussichtsterrasse mit Hafenblick in Hamburg", "enormer Andrang von Konzertbesuchern aus aller Welt". Da wurden wir so richtig neugierig und wollten die Elbphilharmonie näher kennenlernen.

2021 mit Bruckner Orchester

Ein Hamburger Bürger mit besten Beziehungen organisierte für uns eine private Hausführung mit anschließendem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Großen Saal. Wir waren restlos begeistert. Obwohl wir schon andere große Konzerthäuser der Welt in Moskau, Sydney, Buenos Aires, Tokio oder New York besucht haben, waren wir von der Elbphilharmonie einfach überwältigt. Und im selben Moment wurde eine Idee geboren: Moser Reisen mietet das ganze Haus für ein Exklusivkonzert. In der Zwischenzeit waren wir schon zweimal (2018 und 2019) mit je 2100 Oberösterreichern in Hamburg. Das heurige Exklusivkonzert am 26. Juni entfällt leider aufgrund der Corona-Krise. Für 2021 dürfen sich die Oberösterreicher aber schon jetzt auf ein Konzert in der Elbphilharmonie mit dem Bruckner Orchester Linz und Chefdirigent Markus Poschner freuen: Konzert/Abendveranstaltung am 14. Juni – es werden verschiedene Reisearrangements (drei/vier Tage) angeboten. Details in den nächsten Wochen auf www.moser.at und im Reisemagazin der OÖN. Bei meinen in der Zwischenzeit oftmaligen Hamburgreisen habe ich die Stadt mit ihrer unendlichen Vielfalt näher kennengelernt. Besonders hervorzuheben sind die vielen Musicals mit Kassenschlagern wie "König der Löwen" oder "Tina", eine Hommage an eine der weltweit erfolgreichsten Sängerinnen.

Auch das Miniatur-Wunderland ist einzigartig; genauso wie eine Rundfahrt auf der Alster oder durch den betriebsamen Hafen, einer spielt der Hafen wieder eine wichtige Rolle. Wegen der damit der größten der Welt. Das kulinarische Angebot ist schier endlos, da verbundenen Internationalität gibt es Typisches aus aller Herren Länder. Ein besonderer Geheimtipp ist die kleine Fischbude "Brücke 10" direkt bei den Landungsbrücken – mit den angeblich besten Fischbrötchen der Welt!

  • Liebstes Reiseziel in Oberösterreich: der Johannesweg im Unteren Mühlviertel. Mein Freund Dr. Johannes Neuhofer, ein bekannter Dermatologe in Linz und naturverbundener Bauernsohn (so wie ich) aus Naarn im Machland, hatte vor einigen Jahren die Idee, einen spirituellen Wander-/Pilgerweg zu schaffen. Er wurde somit Initiator des in der Zwischenzeit schon recht bekannt gewordenen "Johannesweges". Der Weg mit seinen zwölf Stationen durch die wunderschönen Mühlviertler Hügellandschaften lädt ein, positiv zu denken, nach vorne zu schauen und abseits des hektischen Lebens sich wieder auf sich selbst zu besinnen.
  • Offene Traumreise: Transsibirische Eisenbahn; eine Reise, die ich mit fünf Freunden heuer im Sommer schon fix geplant hatte und die dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist.
  • Mein Wunsch für die touristische Zukunft: dass Reisende/Touristen den Menschen in fremden Ländern mit offenen Augen und Respekt gegenübertreten, auch hinter die Kulissen blicken, um zur Erkenntnis zu kommen, dass wir im Vergleich ohnehin im schönsten und sichersten Land der Welt leben.
Donau, Budapestr, Eisernes Tor, Donauenge, Kloster Mraconia, Foto: eku
Kloster Mraconia

Das Ziel des Nibelungenstroms ist das Schwarze Meer. Im einzigartigen Naturschutzgebiet Donaudelta beendet er seinen 2880 Kilometer langen Lauf und ist dabei der einzige Fluss der Welt, der zehn Staaten durchfließt. Dieses Donaudelta teilen sich Rumänien und die Ukraine, ein kleines Stück gehört auch zu Moldawien. Ein Gebiet so groß wie halb Oberösterreich wurde nur von der Republik Rumänien unter Naturschutz gestellt. Ganze 5200 Tier- und Pflanzenarten konnten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird auf das Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit mediterranen Regionen zurückgeführt. Mit kleinen Booten und ortskundigen Guides geht’s in die Seitenarme, wo 206 ansässige Vogelarten von Limikolen bis Pelikane zu beobachten sind; das ist mir die größte Freude. Hier spüre ich die Ewigkeit Gottes!

Der Weg ist das Ziel

Auch bei einer Donaukreuzfahrt ans Schwarze Meer gilt: Der Weg ist das Ziel! Ohne im Mindesten seekrank zu werden, fahre ich mit unserer MS Primadonna durch zwei Welten: Bis zum Eisernen Tor ist es der mitteleuropäische Kulturkreis mit prächtigen Städten wie Belgrad, der Hauptstadt der Siegernation von 1918. Nach dem Eisernen Tor bestimmen Beschaulichkeit, Orthodoxie und Bescheidenheit das Bild der Städte. Die vielen Fische des Wochenmarktes von Tulcea am Beginn des Deltas, ein Gottesdienst mit der strengen Gläubigkeit der Ostkirche in Giurgiu/Rumänien, wo die Voest seit vielen Jahrzehnten tätig ist, oder die großartigen Parks der bulgarischen Stadt Russe mitten im Zentrum sind Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst.

Jeden Abend sind Künstler der jeweiligen Region an Bord; z. B. 40 Teilnehmer einer Tanzgesellschaft mit Band, etwa aus Novi Sad mit seltenem Niveau. Sieben Paare mit 60 Jahren zeigten „traditionelle Tänze“, sieben junge Paare Modernes. Wie jeden Abend befragte ich eine Künstlerin zu „Leben in Serbien heute“. Sie war Journalistin der größten Tageszeitung „24sata“ und meinte in der Talkshow vor allen Passagieren: „Fragen stelle grundsätzlich ich!“ So wird die 14-tägige Reise mit Landausflügen, Bordtheater und individuellem Entdecken der Donaustädte äußerst kurzweilig.

  • Liebstes Reiseziel in OÖ: Zwischen der Schlögener Schlinge und der Kaiserau bei Aschach liegen 20 Kilometer Donauradweg, der mir als schönster Abschnitt des ganzen Weges von Donaueschingen bis Belgrad erscheint. Schönheit und derzeit Mahnung zugleich: Viele rote, abgestorbene Waldschneisen mit 200 bis 300 Metern Länge in der gesamten Hanghöhe mahnen, dass es mit der Vernichtung von Gottes Schöpfung so nicht weitergehen kann. 38 Prozent Passagierzuwachs am Flughafen Schwechat in der Vor-Corona-Zeit und das Durchdrücken der 3. Landebahn zeigen: Wir sind auf dem falschen Weg! 25 Grad Tagestemperatur Anfang April und ein Dürrejahr nach dem anderen beweisen, dass wir unser schönes Land ruinieren! Der Energieverbrauch pro Kopf in Österreich soll uns nicht dazu verleiten, „Schuld sind die anderen“ zu sagen.
  • Liebstes Reiseziel in Europa: Der Etschradweg von Nauders nahe Reschenpass/Reschensee durch Südtirol und das Trentino an den nördlichen Gardasee bzw. weiter auf autofreien Radwegen direkt ins Zentrum von Verona. Auch wenn heuer viele Italien meiden werden wie die Pest: Es wird auch eine Zeit nach Corona geben, und da radle ich dann wieder autofrei durch eine Bilderbuchlandschaft von der herben Schönheit des Alpenhauptkamms in die Stadt der Liebe und Künste, nach Verona!
  • Für den Tourismus wünsche ich mir, dass die Worte von Kardinal Schönborn, wonach es zu überdenken sei, ob ein Badeurlaub auf den Malediven Wirklichkeit werden muss, gehört werden. Bildungsreisen nach Indien oder wohin immer – ja! Aber nur zum Baden um die halbe Welt fliegen: Das war die uneingeschränkte Konsumwelt von gestern! 
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