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Reisen

Acht sonnige Schönheiten

Von Hans-Werner Rodrian   14. November 2020 00:04 Uhr

Acht sonnige Schönheiten
Wanderung auf La Gomera mit Blick auf den Teide auf Teneriffa

Feurig, lebhaft, unberührt: Jede der Kanarischen Inseln hat ihren eigenen Reiz.

Ein Strand oder Berge? Badefreuden oder Sport? Die zu Spanien gehörenden Sonneninseln im Atlantik vor der Küste Afrikas bieten alles. Doch welche der acht Kanarischen Inseln, die unser Fernweh in besseren Reisezeiten befriedigen mögen, passt am besten zu den eigenen Urlaubsträumen? Wir helfen bei der Wahl.

Teneriffa – die Majestätische: Was für ein Berg! Über Bananenplantagen und Zedernwälder erhebt sich stolze 3718 Meter hoch der Pico Teide. Spaniens höchster Berg teilt Teneriffa in zwei grundverschiedene Hälften: ein immergrünes Blumenparadies im Norden und eine Wüste mit Sonnengarantie im Süden.

An der Nordküste lockt das immer frühlingshafte Puerto de la Cruz mit seiner hübschen Altstadt. Wie überall auf Teneriffa sind die Strände aufgeschüttet. Doch keine Angst: Man merkt es kaum. Wüstenhaft gibt sich der Süden, um die Hotelsiedlung Las Americas regnet es so gut wie nie. Die Gäste freut es, sie tanken tagsüber Sonne, abends geht es auf die Meerespromenade, auf der man von Los Cristianos bis Fañabé spazieren kann.

Gran Canaria – die Unternehmungslustige: Sonne, Strand und Meer – dafür steht die seit Jahrzehnten beliebteste Kanareninsel. Die Einheimischen nennen sie den "kleinen Kontinent" – zu Recht. Ganz im Süden locken die Ferienhochburg Playa del Ingles und das parkartig angelegte Maspalomas hinter den großartigsten Dünen Europas. Dort findet sich auch in der Hochsaison immer ein einsames Fleckchen. Westlich schließen sich von Puerto Rico bis Puerto de Mogan meist aufgeschüttete Sandbuchten an und dahinter eine faszinierende Bergsilhouette. Wer ein bisschen Entdeckergeist mitbringt, taucht im Inselnorden tief in diese ganz andere Welt ein. Dort erlebt man noch wilde Barrancos (Schluchten), bewaldete Hochebenen und urige Bergdörfer wie Artenara, Fataga und Tejada.

Fuerteventura – die Sonnenanbeterin: 25 Kilometer feinster Sandstrand: Mit diesem einmaligen Schatz glänzt die Halbinsel Jandia ganz im Süden von Fuerteventura. Dort reiht sich ein Ferienclub an den anderen. An der angrenzenden Costa de los Gorriones mit ihrer kaum hüfttiefen Lagune messen sich die weltbesten Wind- und Kitesurfer. Für immer etwas wärmeres Badewasser als auf den anderen Inseln ist im Inselnorden mit dem Dörfchen Corralejo ein Seitenarm des Golfstroms verantwortlich. Auch dort treffen sich die Surfer. Erholung vom Trubel sucht man tagsüber in den Wanderdünen des Naturparks südlich von Corralejo. Die Tauchreviere um die vorgelagerte Miniinsel Los Lobos haben einen hervorragenden Ruf: Nicht selten lassen sich dort Delfine und große Rochen beobachten.

Acht sonnige Schönheiten
Fuerteventura ist als Surf-Hotspot bekannt.

Lanzarote – die Künstlerin: Lanzarote ist die schwarze Perle der Kanaren – es ist schier unmöglich, der landschaftlichen Faszination der Feuerberge nicht zu erliegen. Vom pechschwarzen Lavaboden und den ebenmäßigen Vulkankegeln heben sich grüne Weinreben und putzige weiße Häuschen ab. Selbst in den Touristenzentren der Costa Teguise und Playa Blanca hat man auf Hochhäuser und Strommasten verzichtet und stattdessen künstlerisch-traditionell gebaut.

Zu verdanken hat Lanzarote dieses Privileg dem 1992 verstorbenen Maler, Bildhauer und Architekten César Manrique; er setzte sich sein Leben lang für die Beibehaltung der Inselschönheit ein. Besonders malerisch sind die Papagayo-Strände im äußersten Süden der Insel.

La Palma – die Natürliche: "La Bonita" – die Schöne – nennen sie die Spanier. Und tatsächlich werden auf La Palma vor allem Naturliebhaber glücklich. Sie wandern durch tropisch üppige Lorbeer- und Kiefernwälder, vorbei an tosenden Wasserfällen und unzähligen Quellen bis hinauf auf schroffe Vulkanberge. Natürlich lässt sich kein Outdoorfreund die Caldera de Taburiente entgehen, einen der größten Krater der Welt.

Wer gut zu Fuß ist, der erklimmt auch noch den 2426 Meter hohen Roque de los Muchachos. Dort oben ist die Luft rein, die Nächte sind sternenklar und wolkenlos – ideale Bedingungen für die Sternwarte Gran Telescopio Canarias. Europas größtes Spiegelteleskop kann sogar besichtigt werden, wenn man sich vorher anmeldet.

Der einzige nennenswerte Badeort auf La Palma ist Los Llanos mit seinem schwarzen Palmenstrand Puerto Naos. Wer die raue Brandung nicht so mag, besucht das Meeresschwimmbecken Charco Azul bei Los Sauces mit seinen geschützten Natur-Pools.

La Gomera – die Wanderlustige: Schwarze Strände und üppiges Grün: Diese attraktive Kombination hat La Gomera bekannt gemacht. Hippies entdeckten die kleine Schwester Teneriffas – und dort vor allem das Valle Gran Rey. Das üppig bewachsene Tal erstreckt sich aus der Hochebene von Arure über viele Kilometer bis hinunter zum Meer. Trotz des 1999 eröffneten Flughafens ist man auf La Gomera weit entfernt vom Massentourismus.

Das Herzstück der fast kreisrunden Insel bildet der Nationalpark Garajonay im Hochland. Unvergessliche Wander- und Biketouren führen durch mystischen, mit Flechten behangenen Nebelwald, vorbei an mächtigen Vulkanfelsen. Bizarre Felsformationen erscheinen im Stau der Passatwolken wie märchenhafte Riesen. Uralte Lorbeerbäume und wunderschöne Farne sind die Weggefährten.

El Hierro – die Feurige: Immer noch als Geheimtipp gilt die zweitkleinste und westlichste der Kanarischen Inseln. Wegen ihrer wenigen Strände gibt es dort kaum Badeurlauber. Die Mehrheit der Besucher entdeckt die Insel auf eigene Faust. Zu den beliebtesten Wanderrouten zählt der Weg durch den Pinienwald am Monte Verde. Vom Gipfel genießt man einen Prachtblick auf Teneriffa, La Palma und La Gomera. Neuerdings kommen vermehrt Vulkanfreunde: 2011 ließ sich im Mar de las Calmas vor der Südspitze El Hierros das Entstehen einer kleinen Insel bewundern, als das Magma durch den Meeresboden brach und sich bis 88 Meter unter der Meeresoberfläche auftürmte. Über Wasser zeigte sich mit Dampf und Gasblasen ein beeindruckendes Naturschauspiel. Mittlerweile ist der Vulkan allerdings wieder zur Ruhe gekommen.

La Graciosa – die Entzückende: Nur die zwei Kilometer breite Meerenge El Rio trennt sie von ihrer großen Schwester Lanzarote: La Graciosa, die kleinste bewohnte kanarische Insel. Aber was für ein Unterschied! Im Halbrund des Hafens dümpeln ein paar Fischerboote, weiß getünchte Häuser verteilen sich locker drumherum. 700 Spanier leben im Fischerörtchen Caleta del Sebo und in der winzigen Siedlung Pedro Barba. Bis auf ein paar Landrover gibt es keine Autos. Wo sollte man auch hinfahren … Die Insel ist nur acht Kilometer lang und drei breit. Die wenigen Urlauber, die länger als einen Tag bleiben, wohnen in der erstaunlich komfortablen Apartmentanlage, gehen surfen und lesen ein gutes Buch. Abwechslung schafft die einstündige Wanderung quer über die Insel: über Dünen, vorbei an Vulkankegeln zum weißen Sandstrand Playa de las Conchas. Dort wäre es vielleicht sogar Robinson zu einsam.

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