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Reisen

Acht Schätze

30. Dezember 2018 00:04 Uhr

Acht Schätze
Vor dem 5000 Personen umfassenden Amphitheater im Kulturdorf Katara liegen die traditionellen Holzboote – die Dhau– vor Anker.

Erdgas begründet den Reichtum Katars. Das Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel ist jedoch auch reich an kulturellem Erbe. Acht Schätze für Besucher.

Ob Katars Weltkulturerbe, die lebendigen Gassen des Souq Waqif oder ein Kamelrennen mit Robotern – Besucher treffen im Staat auf der Arabischen Halbinsel auf ein reiches kulturelles Erbe.

Ein Spaziergang durch die Jahrhunderte im Museum of Islamic Art 
Das markante Gebäude des Museum of Islamic Art (MIA) in Katars Hauptstadt Doha wurde vom Stararchitekten Leoh Ming Pei entworfen und feierte in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Wer durch die Ausstellung schlendert, wandert durch 14 Jahrhunderte islamischer Geschichte und kann preisgekrönte Kollektionen bestaunen – von Gemälden über Glas- und Metallarbeiten bis hin zu Keramik, Textilien und Manuskripten. Das oberste Stockwerk des MIA beherbergt das Fine-Dining-Restaurant IDAM, das vom mit 21 Michelin- Sternen ausgezeichneten französischen Koch Alain Ducasse geführt wird. www.mia.org.qa

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Museum of Islamic Art: moderne Architektur mit antikem Kunstschätzen

Den Kataris über die Schulter geschaut
"Embrace Doha" wurde von Einheimischen ins Leben gerufen, um Besuchern die katarische Geschichte und Kultur sowie typische Gepflogenheiten näherzubringen. Interessierte haben die Möglichkeit, aus verschiedenen Workshops zu den Themen Business-Etikette, Kultur, Familie oder Ramadan auszuwählen. Die Einführungen dauern zwei bis vier Stunden und umfassen mitunter auch ein authentisches katarisches Buffet, eine Kostprobe des arabischen Kaffees "Gahwa" sowie das Verzieren der Hände mit Henna in einem traditionellen, "Majlis" genannten, Sitzbereich. www.embracedoha.net

Die Atmosphäre im Souq Waqif aufsaugen
Auch die quirligen Gassen des Marktes Souq Waqif geben Einblick in Katars Kultur, Architektur und Geschichte als Handelsnation. Zahlreiche kleine Geschäfte und Marktstände verkaufen vielfältige Waren aus dem Nahen Osten – von Gewürzen, Datteln und Nüssen über Parfüm und Schmuck bis hin zu Kleidung und handgefertigten Souvenirs. Bei einem Zwischenstopp in einem der Cafés lassen sich Markt-Atmosphäre, Musik sowie Kulturshows innerhalb des Souqs entspannt genießen. Ein bunter Mix an Restaurants bietet kulinarische Leckerbissen aus aller Welt – ob katarisch, asiatisch oder nordafrikanisch. Im Souq befinden sich außerdem Kunstgalerien, ein Falkenmarkt, ein Besucherzentrum und das allererste Hotel Katars: Im Bismallah Hotel, in den 1950er Jahren erbaut, nächtigen heute wohlbetuchte Gäste. Tipp: Den Souq am besten in den frühen Abendstunden besuchen, wenn die Sonne über der Skyline versinkt und die nahegelegene Moschee anstrahlt. www.souq-waqif-doha.com

Über Falken, die einen eigenen Pass besitzen
Die Falknerei ist über 5000 Jahre alt und wurde von Beduinenstämmen nach Katar gebracht, die die Vögel zur Jagd nutzten. Auch heute noch erfreut sich der Sport großer Beliebtheit, besonders bei Söhnen, die ihre Väter in die Wüste begleiten und dort die Kniffe der Falkenbeize lernen, während sie sich gleichzeitig in Selbstdisziplin und Geduld üben. Im Souq Waqif in der Hauptstadt befindet sich ein Falkenbasar sowie ein -krankenhaus. Die Verkaufspreise für die Greifvögel beginnen bei 5000 QAR (etwa 1175 Euro), wobei ein Falke mit besonderer Farbgebung schnell bis zu einer Million QAR (etwa 235.000 Euro) kosten kann. Außergewöhnliche Vögel haben sogar einen eigenen Pass, um sicherzustellen, dass sie nicht gestohlen oder außer Landes gebracht werden.

Ein Besuch im Kulturdorf Katara
Zwischen Dohas Stadtteilen West Bay und The Pearl gelegen, vereint das Kulturdorf Katara Theater, Moscheen, Kunstgalerien und ein Amphitheater, in dem bis zu 5000 Personen Platz finden und das seine besondere Akustik der klassischen griechischen Bauweise verdankt. Ein öffentlicher Strand mit diversen Wassersportangeboten und eine Auswahl an Restaurants gehören ebenfalls zum Kulturdorf. Ein Besuch lohnt sich von 11 bis 14 Uhr oder 17 bis 23 Uhr.

Freitags auf der Kamelrennbahn
Professionelle Kamelrennen zählen zu den Lieblingssportarten der Scheichs. Auf der Al-Shahaniya Kamelrennbahn etwa eine Autostunde nördlich von Doha entfernt, finden von Oktober bis Februar immer freitags Kamelrennen statt, wobei die namhaftesten Wettbewerbe im März und April folgen: Dann wartet das begehrte "Goldene Schwert" auf den Gewinner. Die Kamele werden von ferngesteuerten Roboterjockeys geritten – somit vereint das Spektakel eine jahrhundertealte Tradition mit moderner Technologie.

Fort Zubarah entdecken 
Einst war Al Zubarah eine blühende Küstenstadt am Arabischen Golf und im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert das Zentrum des Perlenhandels, bevor sie 1811 zerstreut und verlassen wurde. Heute gehört das Gebiet zu einem der umfassendsten und am besten erhaltenen Beispiele von Siedlungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Region. Die aufwendig renovierte Festung der Stadt erklärte die UNESCO 2013 als ersten Ort in Katar zum Weltkulturerbe. Heute ist die Stätte ein Besucherzentrum und Museum, das Einblicke in die Geschichte der Golfregion vor der Entdeckung von Öl und Gas gibt. www.visitqatar.qa

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Die Festung Fort Zubarah, einst Zentrum des Perlenhandels, genießt seit 2013 Weltkulturerbestatus.

Ein Segeltörn entlang der Skyline von Doha
Besonders zum Sonnenuntergang empfiehlt sich eine Fahrt mit einer Dhau, dem traditionellen hölzernen Segelschiff, auf den ruhigen Gewässern des Arabischen Golfs, um einen Blick auf die erleuchteten Wolkenkratzer der Hauptstadt zu werfen. Die Boote mit ihrem charakteristischen langen dünnen Rumpf spielten eine wichtige Rolle in der Handelshistorie von Katar und wurden früher hauptsächlich zum Warentransport genutzt. Heutzutage sind sie mit Lichterketten dekoriert und geleiten Besucher bei Halbtages-, Tages- oder Sonnenuntergangsausflügen entlang der Skyline von Doha, während an Bord ein Barbecue serviert wird. Bei der Organisation eines Segeltörns sind die Hotels behilflich.

 

Land & Leute

 

Knapp sechs Flugstunden von Wien entfernt, ist Katar in vielerlei Hinsicht ein Land der Extreme. So zählt es zu den Ländern mit einem der weltweit höchsten Pro-Kopf-Einkommen, aber laut Weltbank auch als das Land mit dem weltweit höchsten CO2-Ausstoß.

Des Weiteren gehört Katar zu den trockensten Ländern der Erde. 2,7 Millionen Menschen leben auf einer Fläche so groß wie Oberösterreich, wobei nur jeder neunte Einwohner Katarer ist. Da fast alle Gastarbeiter (Inder, Pakistani, Nepalesen) männlich sind, hat Katar das unausgeglichenste Geschlechterverhältnis weltwelt, auf eine Frau kommen 3,4 Männer.

In knapp vier Jahren wird hier der Fußballweltmeister 2022 gekürt.

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