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Radserie

Lasst es rennen!

Von Josef Lehner und Edmund Brandner  20. Juli 2019 00:04 Uhr

Radfahren in Oberösterreich

Oberösterreich gilt unter Pedaleuren als eines der besten Rennradreviere Europas. Wir präsentieren die schönsten Routen.

Während Profis sich gerade durch Frankreich quälen, genießen die Hobbyradler in Oberösterreich die schönsten Wochen des Jahres und die besten Routen.

Weshalb diese Superlative? Oberösterreich bietet eine Vielfalt an Touren, von den gemächlichen entlang von Donau und Traun bis zu fordernden, alpinen Steigungen, etwa zur Postalm. Dazu kommen viele verkehrsarme Straßen durch idyllische Landschaften in allen Vierteln. Selbst im Hochsommer sind die Temperaturen erträglich, sodass sich auch längere Strecken zurücklegen lassen. Eine kluge Routenführung, die die schattigen, kühlen Flusstäler nutzt, gibt Sonnenschutz auch in den heißesten Stunden des Tages. Hier lädt vor allem das Mühlviertel ein, von der Kleinen Mühl im Westen über Rodl, Gusen und Aist bis zur Naarn im Osten. Diese Täler eröffnen auch, über sanfte Anstiege in die Höhenlagen an der Grenze zu Tschechien zu gelangen.

Der höchste Pass stellt sich den Rennradlern übrigens nicht im Gebirge, sondern auch im Mühlviertel. Es ist mit 1044 Metern der Koblberg nahe Liebenau, vor dem Hengst- und dem Pyhrnpass (1024 bzw. 954 Meter), auch vor Gschütt und Pötschen. Extreme Steigungen und lange Strecken sind in Zeiten der Elektromobilität übrigens relativ. Bei guter Einteilung sind auch große Prüfungen zu bewältigen.

Selbstredend lässt sich Oberösterreich auf dem Rad auch kulinarisch erkunden. Es gibt prächtige Einkehrmöglichkeiten, allerdings ist Planung wichtig. Leider sind schon viele Orte ohne Gasthaus; die Sperrtage werden zahlreicher.

1. An Naarn und Aist

Strecke: Ein guter Ausgangspunkt ist Au an der Donau. Über Naarn und Perg geht es ins Naarntal, bis Pierbach; von dort hinauf nach Mötlas, weiter nach Unterweißenbach, Kaltenberg und St. Leonhard. Abfahrt ins Tal der Waldaist, bis Schwertberg, zurück nach Au.

Charakter: Herrliche Auffahrt im schattigen Naarntal, in märchenhafter Flusslandschaft. Ab der Ruine Ruttenstein geht es über die Höhen von Mötlas, Kaltenberg und St. Leonhard mit wunderschönen Ausblicken. Die Fahrt an der Waldaist zur Donau: ein Genuss.

Länge: ca. 100 Kilometer; Verlängerungsmöglichkeit bis nach Liebenau (höchster Pass Oberösterreichs), retour über Harrachstal und Weitersfelden nach St. Leonhard.

Höhenmeter: ca. 1500

 

2. Die Mühl-Runde

Strecke: Ab Ottensheim über Rottenegg, Herzogsdorf und St. Johann am Wimberg nach Haslach, über Rohrbach und Sprinzenstein bis nach Obermühl, retour auf dem Donauradweg über Aschach.

Charakter: Nach scharfem Anstieg in Rottenegg und langer Auffahrt zum Hansberg hat die stürmische Abfahrt nach Haslach hohen Spaßfaktor. Viel Natur und kaum Verkehr, dann im Mühltal bis an die Donau.

Länge: ca. 85 Kilometer. Eine Verlängerung ab Haslach bis Aigen-Schlägl, nach Julbach und Kollerschlag lädt ein, dann Abfahrt über Sarleinsbach ins Tal der Kleinen Mühl; Variante: weiter über Oberkappel und Neustift, hinunter ins Donautal bei Niederranna.

Höhenmeter: 1100

 

3. An der Aschach

Strecke: Aschach, Hartkirchen, Aschachtal, Waizenkirchen, Heiligenberg, Eschenau, Auffahrt nach St. Agatha und über Haibach zurück an die Donau.

Charakter: Das Aschachtal ist für Radler ein Genuss, ob auf- oder abwärts, trotz des wachsenden, lärmenden Lkw- und Motorradverkehrs. Die Ebene zwischen Waizenkirchen und Eschenau lädt zum Pedalieren; dann schraubt sich ein Güterweg mit lohnendem Ausblick bis St. Agatha. Finale Abfahrt.

Länge: 50 Kilometer. Verlängerungsmöglichkeit: ab Heiligenberg über das Mühlental, Teucht, Natternbach und das Gscheidt bis nach Kopfing hinauf, von dort retour durch den stillen, kühlen Sauwald nach St. Agatha.

Höhenmeter: 650

 

4. Vier-Seen-Runde

Strecke: Die Rundtour führt vom Traunsee über Pinsdorf, das Aurachtal und die Großalmhöhe (840 Meter) zum Attersee. Von Steinbach geht es weiter zum Mondsee und über den Scharfling (604 Meter) zum Wolfgangsee. Über Bad Ischl und das Trauntal führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt Gmunden.

Charakter: Unter den vielen Seenrunden im Salzkammergut ist diese dank zweier Pässe eine der anspruchsvolleren. Genial ist sie auch deshalb, weil die Badehose (festgezurrt am Lenker) zur Pflichtausrüstung gehört. Attersee, Mondsee, Wolfgangsee und Traunsee wollen schließlich auch genutzt werden.

Länge: 127 Kilometer

Höhenmeter: 853

 

5. Ums Tote Gebirge

Strecke: Von Gmunden über Scharnstein und Ziehberg ins Kremstal. Über den Pyhrnpass geht’s hinüber nach Liezen ins Ennstal und weiter nach Trautenfels, von wo die B145 über den Pötschenpass ins Trauntal zurückführt. Auf dem Radweg erreichen wir dort wieder Gmunden.

Charakter: Eine sehr fordernde Tour mit einem Abstecher ins Steirische, wo der Ennstalradweg der vielbefahrenen Bundesstraße vorgezogen werden sollte. Besonderer Vorteil dieser Route: Ab Stainach-Irdning (nettes Bahnhofsrestaurant) fahren die Biker stets neben der Salzkammergut-Bahnlinie, sodass die Tour nach Laune verkürzt werden kann.

Länge: 167 Kilometer

Höhenmeter: 2100

 

6. Hausruck-Tour

Strecke: Ab Ried im Innkreis über Eberschwang und den Tanzboden bis Ottnang, Zell am Pettenfirst, Timelkam, Zipf, Vöcklamarkt, über das Redltal und die Anhöhe am Guten Hirten zurück nach Waldzell und Ried.

Charakter: Sehr kupiertes Gelände mit forschem Anstieg nach Eberschwang über den Hausruckwald (Tanzboden-Höhe), dann über den Pettenfirst bis ins Vöcklatal. Sanft ansteigend rollt es ab Vöcklamarkt über den Kobernaußerwald zurück ins Innviertel.

Länge: 70 Kilometer. Wer an der Vöckla startet, für den eröffnet sich eine Verlängerung über den Römerradweg an den Inn und über das Antiesental (Reichersberg) zurück nach Ried.

Höhenmeter: 950

 

 

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