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KINDERNACHRICHTEN

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Unser grünes Klassenzimmer

09. Mai 2022 08:23 Uhr

Schulwald Pöstlingberg

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Bild 1/17 Bildergalerie: Schulwald Pöstlingberg

LINZ. Wegen des Klimawandels sterben in Österreich viele ­Bäume. Die Schülerinnen und Schüler der Weberschule in Linz schauen nicht tatenlos zu: Am Pöstlingberg haben sie ihren eigenen Schulwald gepflanzt und verlegen ihr Klassen­zimmer ab sofort ins Grüne.

E inen Baum zu ­pflanzen, ist gar nicht so schwer. ­Zuerst gräbt man ein ­großes Loch. Waldhelfer Wolfgang hilft dabei. Dann stellt Alva (8) den Baum – eine Edel­kastanie – hinein, bedeckt die ­Wurzeln mit Erde und stampft sie gut fest. „Jetzt ziehen wir vorsichtig am Stamm und schauen, ob er gut hält“, erklärt Wolfgang. Zur Sicherheit tritt Alva dann nochmal die Erde fest. Und fertig. Halt: Zwei Dinge fehlen noch. Ein kleines ­Knäuel Schafwolle, das Alva zwischen die Äste steckt. Das soll die Rehe davon abhalten, das Bäumchen anzuknabbern. Die Rinde junger Bäume schmeckt ihnen besonders gut. Den Geruch der Schafwolle mögen sie aber gar nicht. Und jetzt kommt das Wichtigste: eine kleine Holzscheibe mit Alvas Namen. Das Namensschild wird an einen Ast gehängt, damit sie ihren Baum auch wiederfindet. Denn an diesem Vor­mittag wird nicht nur ein Baum gepflanzt, sondern ein ganzer Wald! 

Jeder Baum zählt
400 junge Bäume zu ­pflanzen, ist natürlich schon viel Arbeit. ­Deshalb helfen alle zusammen, damit hier wieder ein gesunder, kräftiger Wald wachsen kann. Die Idee dazu stammt vom Verein GUUTE. Bei den vielen Wäldern, die derzeit verschwinden, braucht es viele ­helfende ­Hände, ­damit diese kahlen ­Flächen wieder grün werden, erklärt Gaby Mayrhofer, die das Projekt leitet. „Denn jeder Baum ist wichtig für unser Klima. Und jeder kann dafür etwas tun!“ Das finden auch die Waldbesitzer – in diesem Fall die Diözese Linz –, die sich über die Zusammenarbeit mit der Weberschule sehr freut. 

Lernen im wald
Bruno, Lotte, Joel, Lisa und Leo bauen ­inzwischen aus Zweigen ein kleines Haus zum Spielen. Ihre Bäume sind schon gepflanzt. Aber jetzt geht die Arbeit erst richtig los! Denn ab sofort werden die ­Schülerinnen und Schüler ihre Bäume regelmäßig besuchen und schauen, wie sie sich entwickeln.  „Wir müssen auch das Unkraut immer wieder niedertrampeln“, sagt Direktorin Helga Zeiringer. „Sonst war die ganze Arbeit umsonst!“ Nebenbei lernen die Kinder viel über die Natur und das Klima. Und sie kümmern sich nicht nur um ihr grünes Klassen-
zimmer, sondern auch um den schönsten Spielplatz, den es gibt!

Was der Wald alles kann: 
- Er nimmt Kohlendioxid (CO2) auf und erzeugt Sauerstoff. Das ist lebens­notwendig für unser Klima. 
- Er sorgt dafür, dass der Boden Wasser aufnehmen kann. 
- Er schützt vor Wind. 
- Er liefert uns Holz zum Bauen und Heizen. 
- Er ist Lebensraum von vielen Tieren und Pflanzen und für uns Menschen ein Ort zum Erholen.

Was macht den Wald kaputt?  
Der Klimawandel: Ein gesunder Wald kann sich gut an unterschiedliche Temperaturen anpassen. Aber das Wetter wird immer extremer. Trockene, heiße Sommer, starke Stürme, heftige Regenfälle, große Mengen Schnee: Das alles bringt den Wald aus dem Gleichgewicht. 
Der Borkenkäfer: Er hat eigentlich eine wichtige Aufgabe im Wald. Er legt seine Eier unter die Rinde von kranken Bäumen. Die Larven fressen sich durch die ­äußerste Holzschicht. Dadurch stirbt der kranke Baum ab und ein neuer kann wachsen.­ ­Wegen der langen Trockenzeiten werden aber immer mehr Bäume krank. 
Monokulturen: So nennt man Wälder, die nur aus einer einzigen Baumart bestehen. Das sind oft Fichten. Diese Bäume wachsen schnell und liefern wertvolles Bauholz. Der Nachteil ist: Ihre Wurzeln wachsen nicht tief in den Boden. Sie bekommen nicht so leicht Wasser und leiden bei Hitze und Trockenheit.

Mach mit!
Du möchtest mit deiner Klasse einen eigenen Wald betreuen? Meldet euch beim GUUTE-Verein: Tel. (05) 90909-5800, guute@wkooe.at