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Tierisch beste Freunde

"Wie kann ich meinem Hund helfen? Er kratzt sich ständig"

Von Ulrike Griessl  02. November 2019 00:04 Uhr

"Wie kann ich meinem Hund helfen? Er kratzt sich ständig"
Wenn Hunde krank sind, leiden ihre Besitzer mit.

Die Linzer Tierärztin Susanne Hubmer beriet Hundefreunde am OÖN-Telefon eine Stunde lang zu Gesundheitsfragen.

Wenn ihre treuen Gefährten krank werden, leiden Hundebesitzer mit ihren Haustieren mit. Die Linzer Veterinärmedizinerin Susanne Hubmer beantwortete vergangenen Mittwoch am OÖN-Telefon eine Stunde lang Fragen besorgter Hundefreunde.

Mein 13 Jahre alter Labrador spürt es nicht mehr, wenn er sich erleichtern muss. Was kann dahinterstecken?

Ich empfehle Ihnen, ein Röntgen oder eine Magnetresonanztomographie und eine neurologische Untersuchung machen zu lassen. Nur so kann Ihr Tierarzt eine exakte Diagnose stellen und die richtige Therapie festlegen. Ich vermute, dass ein Problem im Kreuzbereich dahinterstecken könnte.

Ich habe den Eindruck, dass mein neun Jahre alter Havaneser in letzter Zeit schlechter sieht, weil er sich plötzlich vor allem in der Dämmerung unsicher verhält. Ist er nicht zu jung für eine Sehschwäche?

Das ist in diesem Alter nicht ungewöhnlich. Ihr Hund leidet vermutlich an beginnendem grauen Star, der seine Linsen trübt. Für Hunde ist diese Erkrankung aber nicht so schlimm wie für uns Menschen, weil sie den zunehmenden Sehverlust mit ihrem hervorragenden Geruchsinn ausgleichen. Es gibt zwar eine Operation dagegen, aber ich kann sie nicht empfehlen. Sie ist viel komplizierter als bei Menschen, und die Nachsorge ist schwierig. Wenn sich der Hund mit den Pfoten in die Augen fährt, ist die Infektionsgefahr groß. Um das zu vermeiden, muss er einige Zeit nach der Operation einen Trichter um den Hals tragen.

Mein sechs Jahre alter Golden Retriever leidet an einer starken Nahrungsmittelallergie. Ein Jahr hat ihm Cortison geholfen, aber nun mussten wir es absetzen, weil er Probleme mit der Schilddrüse bekam. Ohne Cortison kratzt er sich aber unaufhörlich. Wie kann ich ihm helfen?

Es gibt Bluttests, mit denen man Unverträglichkeiten grob feststellen kann. Aber diese Tests sind oft nicht sehr aussagekräftig. Ich schlage daher eine Ausschlussdiät vor. Dabei füttert man dem Hund eine Eiweißquelle, die er noch nie zuvor gefressen hat und eine Kohlenhydratquelle dazu. Wenn das Jucken nach zirka acht Wochen aufhört, verträgt der Hund diese Eiweißquelle gut und man gibt ihm nur noch Futter mit dieser Fleischsorte. Wenn das Kratzen weitergeht, probiert man eine neue Fleischsorte aus. Oft erweist sich Büffel-, Straußen- oder Pferdefleisch mit Kartoffeln oder Pastinaken als gut verträglich. Wichtig ist aber, dass immer nur eine einzige Fleischsorte im Futter enthalten ist. Alle genannten Futterarten sind im Handel erhältlich und kosten nicht mehr als anderes Futter.

Unser 16 Jahre alter Jagdhund hinkt stark. Um seine Schmerzen zu lindern, gebe ich jeden Tag ein Viertel von meinen Schmerztabletten. Was meinen Sie dazu?

Bitte setzen Sie diese Tabletten sofort ab. Medikamente aus der Humanmedizin sind für Tiere absolut ungeeignet. Sie können schwere innere Schäden beim Hund hervorrufen, ja sogar tödlich sein.

Artikel von

Ulrike Griessl

Redakteurin Leben und Gesundheit

Ulrike Griessl
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