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Tierisch beste Freunde

Kleines Lexikon der Hundesprache

Von Ulrike Griessl  10. Juni 2020 00:04 Uhr

Kleines Lexikon der Hundesprache
Eine eindeutige Spielaufforderung für den Beaglewelpen links. Ob er Lust darauf hat?

Was Hunde dazu bewegt, zu gähnen, ihr Maul zu lecken oder Pfote zu geben.

Wer die Sprache seines Hundes versteht, hat es im Umgang mit ihm leichter. Er erkennt rascher, welche Bedürfnisse das Tier hat, und kann daher auch richtig drauf reagieren. Aber auch Menschen, die keinen Hund besitzen, profitieren davon, wenn sie die Körpersprache der Vierbeiner richtig einschätzen können. Missverständnisse und Fehlverhalten lassen sich dadurch vermeiden. Hier ein kleiner Sprachkurs in "Hündisch":

Gähnen: Wir Menschen gähnen, um mehr Sauerstoff zu bekommen, aus Langeweile, in Stresssituationen oder aus Verlegenheit. Auch bei Hunden kann Gähnen unterschiedliche Ursachen haben. Interessant ist, dass dieses Verhalten auch bei Hunden eine ansteckende Wirkung hat. Wenn man vor seinem Hund gähnt, kann es sein, dass er es einem gleichtut. Es kann aber auch sein, dass er sein Gegenüber für gestresst hält und sich abwendet.

Wenn sich Hunde im Rudel zur Ruhe begeben, löst oft ein einziges Tier eine regelrechte "Gähnwelle" aus, die alle Mitglieder erfasst.

Gähnen Hunde allerdings während des Trainings oder beim Zusammentreffen mit anderen Menschen, spricht man von einer Übersprungshandlung. Dabei handelt es sich um ein Anzeichen von leichtem Stress. Zeigt der Hund dieses Verhalten oft beim Üben, sollte man die Art des Trainings überdenken, denn offenbar fühlt er sich nicht wohl dabei. Entweder die Übungen überfordern ihn oder das Umfeld behagt ihm nicht.

Auf den Rücken legen: Viele Hundebesitzer denken, dass ihr Hund mit diesem Verhalten immer seine Unterwürfigkeit zeigen will, aber oft will er einfach nur am Bauch gekrault werden. Manchmal rollen sich Hunde aber auch auf den Rücken, wenn sie passiven Widerstand leisten wollen. Viele tun es beispielsweise, wenn ihnen ihr Besitzer die Krallen schneiden möchte. Am Rücken liegend versucht der Hund dann oft den Menschen von sich wegzudrücken. Es kann auch vorkommen, dass der Hund zusätzlich leicht nach seinem Besitzer schnappt, um dessen Vorhaben zu verhindern.

Urinieren: Selbst wenn ein Hund schon stubenrein ist, kann es vorkommen, dass er Urin verliert, wenn er neue Menschen trifft oder Familienmitglieder begrüßt. Das legt sich bei jungen Hunden meist mit der Zeit. Wenn Menschen jedoch ein übertriebenes Begrüßungsritual pflegen, können sie ihren Hund dadurch unbewusst verunsichern und der Hund reagiert darauf, indem er Urin lässt. Meist lässt sich dies verhindern, wenn man den Hund mit ruhigerem Ton und ohne Augenkontakt begrüßt.

Schwanzwedeln bedeutet nicht immer, dass der Hund bestens gelaunt ist. Es hängt ganz davon ab, wie er seine Rute hält. Eine aufgestellte Rute, die nicht oder nur langsam bewegt wird, lässt auf einen sehr erregten und durchsetzungsfähigen Hund schließen. Sich ihm zu nähern, kann böse ausgehen – vor allem wenn sein ganzer Körper angespannt ist und sein Blick starr. Hält das Tier seine Rute in Körperhöhe oder leicht darunter, so deutet dies auf einen entspannten Hund hin. Wedelt er zudem locker mit der Rute hin und her, ist seine Stimmung gut. Eine Rute, die zwischen den Beinen eingeklemmt wird, zeigt hingegen deutlich, dass der Hund ängstlich oder stark verunsichert ist.

Das Lefzenlecken ist oft gemeinsam mit Gähnen zu beobachten. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass sich der Hund gestresst fühlt. Seinen Ursprung hat das Lecken im Verhalten des Welpen während des Säugens und später im Versuch, aus dem Maul der Mutter Futter zu bekommen. Manche Hunde zeigen ihren Besitzern auch noch im Erwachsenenalter mit dem Lecken ihrer Lefzen an, dass sie Futter oder ein Leckerli haben möchten. Mit Stress hat das dann nichts zu tun.

Spielerische Verbeugung: Senkt der Hund den vorderen Körperteil nach unten auf seine Ellbogen und streckt das Hinterteil nach oben, dann will er sagen: "Spiel mit mir!" Oft wird dieses Verhalten vom sogenannten "Spielgesicht" begleitet. Dabei zieht der Hund seine Lefzen zurück und dreht die Schnauze zur Seite. Unter Hundefreunden folgt auf dieses Verhalten oft ein ausgelassenes Laufspiel nach dem Motto "Lauf weg, ich fang dich".

Pfote geben: Diese Geste hat ihren Ursprung im Welpenalter, wenn die neugeborenen Tiere beim Gesäuge ihrer Mutter kneten, um die Milchproduktion anzuregen. Viele Hunde verwenden dieses Verhalten auch später ihren Besitzern gegenüber recht geschickt, um beispielsweise Aufmerksamkeit einzufordern.

Artikel von

Ulrike Griessl

Redakteurin Leben und Gesundheit

Ulrike Griessl
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