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Tierisch beste Freunde

Die sechs größten Irrtümer über Hunde

Von Ulrike Griessl 12. August 2019 00:04 Uhr

Die sechs größten Irrtümer über Hunde
Gut erzogene Hunde setzen das Liegen auf dem Sofa nicht mit einer Führungsposition in der Familie gleich.

Vom Mythos über die angeborene Beißhemmung bis zum verbotenen Blick in Hundeaugen.

Unter Hundehaltern, aber auch in Hundeschulen kursieren viele Theorien über das Verhalten und die richtige Erziehung dieser Tiere. Aber vieles, das früher als richtig erachtet wurde, gilt heute als überholt. Mittlerweile beruht das Wissen über das älteste Haustier des Menschen nicht mehr auf Überlieferungen von selbst ernannten Hundekennern, sondern auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Aussagen wie "Der Hund darf niemals aufs Sofa" oder "Erst wenn der Mensch gegessen hat, darf der Hund fressen" wurden dabei unter anderem neu beleuchtet. Doch was ist nun richtig? Wie viel Wahrheit steckt in den weit verbreitete Mythen über Verhalten und die Erziehung des besten Freundes des Menschen?

1 Sind Hunde wirklich gezähmte Wölfe?

Nein, das sind sie nicht. Hunde stammen zwar von Wölfen ab, sie sind jedoch keine gezähmten Wölfe. Obwohl Hunde zu mehr als 99 Prozent dasselbe Erbgut wie der Wolf haben, haben sie sich in der langen Zeit der Domestizierung nicht nur in ihrem Aussehen verändert, sondern auch in ihrem Verhalten. Forschungsergebnisse über das Verhalten von Wölfen kann man daher nicht eins zu eins auf unsere Haushunde übertragen. Trotzdem bringt das Wissen über wild lebende Wölfe mehr Verständnis für das Verhalten unserer Hunde.

2 Genießen Welpen immer Welpenschutz?

Nur weil ein Hund noch ein Welpe ist, genießt er nicht Narrenfreiheit. Das machen ihm ältere Hunde auch klar. Der Begriff "Welpenschutz" gilt nur für das eigene Wolfs- oder Hunderudel. Hier gehen die älteren Tiere im Allgemeinen eher tolerant mit jungen Familienmitgliedern um. Aber wenn sich die Kleinen zu viel erlauben, werden sie dennoch gemaßregelt. Es wäre ein Trugschluss, dieses Verhalten zu verallgemeinern und von fremden Hunden zu erwarten, dass sie einen Welpen immer gewähren lassen. Daher sollte man als Welpenbesitzer immer auf das Verhalten anderer Hunde achten und sich im Zweifelsfall schützend vor sein Haustier stellen. So machen es auch Wolfseltern, wie Forscher berichten.

3 Ist die Beißhemmung bei Hunden angeboren?

Nein. Junge Hunde müssen diese erst erlernen – und zwar durch Erfahrung. Wenn der Spielpartner nach einem Biss quietscht oder vielleicht sogar zu spielen aufhört, lernen Welpen, dass sie ihre Beißerchen dosierter einsetzen sollten. Auch wir Menschen sollten unseren Haustieren klar zu verstehen geben, wenn sie beim Spielen zu fest zubeißen – und zwar mit einem beherzten "Au" und dem Abbruch des Spiels.

4 Sollen Hunde tatsächlich nicht erhöht liegen?

Hinter der Behauptung, dass Hunde nicht erhöht liegen sollen, steht die Annahme, dass Hunde im "Menschenrudel" nach Status streben und dies durch das Aufsuchen erhöhter Liegeplätze ausdrücken würden. Aber, wie Forscher festgestellt haben, sehen Hunde in einem erhöhten Liegeplatz kein Statussymbol. Liegen sie gern auf der Couch, dann meist deshalb, weil sie dort eine bessere Aussicht haben, weil es bequemer ist oder weil sie gern nah bei ihren Menschen liegen. Wenn ein Hund seinen Platz am Sofa allerdings nicht räumen will und sogar die Zähne fletscht, sobald sich jemand nähert, dann läuft in der Beziehung zum Haustier generell einiges falsch und man sollte einen Hundeexperten zu Rate ziehen.

5 Muss der Mensch immer essen, bevor der Hund sein Futter bekommt?

Das muss nicht sein. Diesem Mythos liegt die Annahme zugrunde, Leitwölfe würden ihre Beute grundsätzlich zuerst fressen und dann erst der Rest des Rudels. Dies trifft zwar bei Wildkatzen zu, nicht aber bei Wölfen. Alte Wölfe lassen Studien zufolge oft Welpen den Vortritt beim Fressen – selbst in Notzeiten.

6 Darf man Hunden auf keinen Fall direkt in die Augen blicken?

Gut sozialisierte Hunde wissen, dass Menschen ihnen nicht in die Augen sehen, um Aggression auszudrücken. In den meisten Fällen empfinden sie unsere Aufmerksamkeit sogar als Belohnung. Blickkontakt auf Zuruf wird in modernen Hundeschulen sogar trainiert, um das Tier in schwierigen Situationen (z. B. bei Leinenaggression) besser unter Kontrolle halten zu können. Bei verunsicherten und fremden Hunden ist es jedoch tatsächlich ratsam, diesen nicht direkt in die Augen zu sehen, sondern den Blick abzuwenden. Damit vermittelt man den Tieren, dass man nichts Böses will.

Artikel von

Ulrike Griessl

Redakteurin Leben und Gesundheit

Ulrike Griessl
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