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Garten

Ein "Wellnessprogramm" für Regenwürmer & Co

Von Karl Ploberger  23. April 2021 00:04 Uhr

"Wellnessprogramm" für Regenwurm & Co
(Symbolfoto)

Mulchen ist wichtig für eine gute Ernte. Hier die besten Materialien im Vergleich.

Damit der Boden im Garten zur Wellnessoase für Regenwurm, Mikroorganismen und schließlich für die Pflanzenwurzeln wird, heißt es mulchen. Diese Bodenbedeckung bedeutet freilich nicht nur für Pflanzen und Tiere eine echte Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern auch für uns Gärtner. Denn es muss deutlich weniger gegossen werden, der Boden bleibt locker und das Unkraut wird unterdrückt.

Plobergers Gartentipp: So mulchen Sie richtig

Mulchen oder Boden bedecken ist ein Geheimnis für intelligente Faulenzergärtner. Wie das geht und welche Materialien man verwendet, zeigt das aktuelle Video von Karl Ploberger.

Die vielen Mulchmaterialien, die es gibt, haben freilich Vor- und Nachteile.

Laub, Rasenschnitt und Brennnesse

  • Vorteile: kostenlos, unterdrückt gut Unkraut, hält gut die Feuchtigkeit im Boden, meist in großen Mengen vorhanden, für alle Kulturen verwendbar, muss immer wieder erneuert werden
  • Nachteile: sieht nicht "schön" aus, kann vom Wind verblasen werden

Kiefern- & Lärchenrinde

  • Vorteile: meist heimisch, länger haltbarer Mulch, hält Feuchtigkeit gut, unterdrückt Unkraut gut, sehr ergiebiges Mulchmaterial, ideal unter Bäumen und Sträuchern
  • Nachteile: starker Stickstoffzehrer (nimmt Pflanzen Nährstoffe weg), muss jedes Jahr erneuert werden, bei hoher Qualität relativ hoher Preis

Pinienrinde

  • Vorteile: langlebiges organisches Mulchmaterial, Unkraut wird nur leicht unterdrückt, Feuchtigkeit bleibt nur bei sehr dicker Schüttung im Boden, kaum Auswirkungen auf Düngehaushalt, in drei Größen erhältlich: kleine Körnung bei Stauden, mittel bei Rosen, groß bei Gehölzen
  • Nachteile: verhältnismäßig teuer, große Mengen nötig, um Unkraut zu unterdrücken, ökologisch bedenklich, da weiter Transport

Holzfaser/Gartenfaser

  • Vorteile: meist heimisch, Unkraut wird nur etwas unterdrückt, guter Feuchtigkeitsspeicher, ideal im Staudenbeet, Kräutergarten oder auch bei Gemüse, baut Humus auf
  • Nachteile: relativ teuer, maximal für eine Saison haltbar, oft mit mineralischem Stickstoff stabilisiert

Elefantengras

  • Vorteile: heimisches Produkt, hält Feuchtigkeit extrem gut, gewisse Abwehr von Schnecken, auch für Gemüse und Kräuter
  • Nachteile: nicht überall erhältlich, relativ teuer, optisch durch Farbe auffallend

Holzhäcksel und Fichtenrinde

  • Vorteile: billigster Mulch, unterdrückt Unkraut sehr gut, hält bei entsprechender Abdeckung gut die Feuchtigkeit
    meist heimisch, für Gehölze und Bäume ideal
  • Nachteile: extremer Stickstoffbinder – ungeeignet für Blumenbeete, sehr günstige Produkte sind oft mangelhaft (viele Jahre lang gab es Pestizidrückstände)

Mineralmulch (Kies, Schotter, Muscheln)

  • Vorteile: extrem haltbar, meist sehr preiswert (Schotter), Unkrautproblem nach einiger Zeit
  • Nachteile: Bodenbearbeitung ist schwierig (muss weggeräumt werden), nur bei trockenheitsliebenden Pflanzen, extreme Strahlungswärme bei Sonne teilweise extrem teuer (Muschelmulch)

Fragen an den Biogärtner

  • Eine neu gekaufte Rose im Topf lässt nach dem Einpflanzen alle Blätter hängen. Die Pflanze hatte übrigens beinahe keine Wurzeln. Wie kann ich sie retten?

    Sofort handeln: Alle welken Triebe abschneiden und die Rose sofort dick aufhäufeln als Verdunstungsschutz. Erde erst entfernen, wenn neue Triebe wachsen.
  • Darf man bei Kälte auch den Buchs schneiden?

    Zuerst Gratulation, dass Sie noch Buchs haben ;-). Es sollte frostfrei und trocken sein, damit die Schnittstellen abtrocknen und keine Pilze eindringen. Mit Schachtelhalm sprühen und wenn es warm wird, auf Raupen vom Zünsler kontrollieren.
  • Welche Erde soll ich beim Umpflanzen meiner Zwergpalme verwenden? Darf ich die Wurzeln schneiden?

    Als Erde eine sehr durchlässige Kübelpflanzenerde mit Lava- und Tongranulat sowie grobem Sand wählen. Wurzeln kann man etwas einkürzen. Die Zwergpalme ist bis minus 17 Grad winterhart und in Europa heimisch.

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Karl Ploberger

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