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Garten

Die Natur dekoriert jetzt den Garten

Von Karl Ploberger  27. November 2020 00:04 Uhr

Die Natur dekoriert jetzt den Garten

Auch der Winter ist eine wunderschöne Zeit – man muss nur genau hinsehen, rät Biogärtner Karl Ploberger.

Die ersten Frostnächte haben es uns gezeigt: Die Natur ist der kreativste Dekorateur. Passend zum ersten Adventwochenende zeigen sich Natur und Garten verzaubert – ganz ohne Lichterketten, blinkende, bunte Engel oder Weihnachtsmänner mit Leuchtnase. Der Winterschmuck der Natur ist der beste Ersatz!

Der frühe Gärtner erlebt die schönsten Gärten: Wer jetzt in den Morgenstunden hinausgeht, sieht, wie kunstvoll der Raureif den Garten schmückt. Die letzten Rosenblüten wirken im ersten, zarten Morgenlicht wie angezuckert. Oder die Spinnweben – schon an und für sich eine Pracht, doch mit den zarten Eiskristallen werden sie zum vollendeten Kunstwerk.

Die Natur dekoriert jetzt den Garten

Kunstwerke aus Eis und Schnee

Für Gartenliebhaber ist nun endgültig klar: Das Abschneiden von Stauden im Herbst ist "Schnee von gestern". Einerseits sind die Samenstände vieler Pflanzen eine wertvolle und beliebte Nahrung bei zahlreichen Vögeln, die in unseren Breiten überwintern. Andererseits sind genau diese Strukturen die Grundlage für die ersten winterlichen Eisspuren. Besonders herrlich sind aber die Morgenstunden nach den ersten wirklich kräftigen Frostnächsten: wenn sich der Gartenteich mit einer dünnen Eisschicht überzieht und sich die letzten Blätter der Seerose darunter wie konserviert in einem Herbarium präsentieren.

Die einzigen Teichfische, die in einem Biotop sein dürfen – die Moderlieschen, die Bitterlinge und die Stichlinge – schwimmen nun wie im Aquarium unter der Eisdecke. Erst wenn das Wasser noch kälter wird, ziehen sie sich zurück und überwintern an den tiefsten Stellen des Teichs. Besondere Aufmerksamkeit verdienen nun auch Äste und Rinden: Vom Zimtahorn habe ich schon mehrmals geschwärmt, denn er hat eine Rinde, die sich wie das Gewürz vom Stamm löst, aber ohne Würze ist. Oder der Flügel-Spindelstrauch – auch seine Rinde ist gerade im laublosen Zustand ein Blickfang im Garten. Und eine mittlerweile in die Jahre gekommene Korkenzieherhaselnuss entpuppt sich als wahre Attraktion im vorwinterlichen Garten.

Kommt dann der erste Schnee, können sich Lichterkette & Co verstecken. Da müssten Meister der Dekoration ans Werk, um diese kunstvollen Formen nachzuahmen. Da ein Häubchen aus Pulverschnee, dort ein Eiszapfen und an anderer Stelle ein paar Schneekristalle in einer Astgabel.

Die Natur dekoriert jetzt den Garten
Besonders herrlich sind die Morgenstunden nach den ersten wirklich kräftigen Frost-und Schneenächten.

Wie eine Federzeichnung präsentieren sich nun die Gehölze. Ganz zu schweigen von einem Phänomen, das durch Dreifachglas und Energiesparfenster völlig verschwindet: die Eisblumen. Bei mir im unbeheizten Umtopfhaus oder im Gartenhaus "wachsen" sie. Formenreich, vielgestaltig und wiederum – jedes für sich ein Kunstwerk. So dekoriert die Natur – ganz ohne Blinklichter und Leuchtmittel.

Wenn Blätter und Blüten fehlen, zeigt sich, warum man bei der Gartengestaltung immer auch auf die Strukturen achten sollte. Sie kommen nun zur Geltung und geben dem Garten eine ganz spezielle Note. Wie heißt doch eine Weisheit: "Du gehst nie in denselben Garten!" Gerade im Spätherbst und Winter bewahrheitet sich das ganz besonders.

Die Natur dekoriert jetzt den Garten
Besonders herrlich sind die Morgenstunden nach den ersten wirklich kräftigen Frost-und Schneenächten.

Buchtipp: Mein Garten im Winter

Das Buch von Brunhilde Bross-Burkhardt (Verlag Haupt, 30,80 €) zeigt in vielen herrlichen Bildern, wie schön diese Jahreszeit im Garten sein kann, wenn man auf die richtige Gestaltung geachtet hat.
Zu finden sind in dem Buch aber auch viele Hinweise, wie man es macht. Wie man den Tieren im Garten im Winter hilft, welche immergrünen Gehölze besonders attraktiv sind oder wie man mit Beeren Farbe in den winterlichen Garten bringt. Und dann gibt es noch viele Tipps, wie man Gemüse auch im Winter ernten kann.

Was jetzt noch im Garten zu tun ist

Im phänologischen Kalender hat der Winter endgültig begonnen. Trockene Tage sind aber dennoch gut fürs Garteln geeignet:

  • Das letzte Laub von den Rasenflächen entfernen und auf Beete streuen
  • Stammrosen umbiegen und so wie bei anderen Rosen die Äste mit Erde bedecken oder bei älteren Exemplaren die Kronen einpacken
  • Unkraut beseitigen
  • Karotten und Petersilie jetzt aussäen. Sie wachsen dann im Frühjahr zum richtigen Zeitpunkt
  • Nach wie vor können Gehölze gepflanzt werden

Artikel von

Karl Ploberger

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