Lade Inhalte...

Garten

Das Garteln war der große Krisengewinner 2021

Von Karl Ploberger  01. Januar 2022 20:51 Uhr

Die Tomaten gehörten 2021 zu den Sorgenkindern im Garten. Pilzkrankheiten machten den Pflanzen zu schaffen.

Witterungsmäßig war das Jahr durchwachsen – es gab Spätfrost, Stürme und Trockenphasen

Auch im zweiten Jahr der Pandemie zeigte sich: Garteln ist einer der ganz großen Krisengewinner. Trotz mancher Lockdowns verzeichnen die Gartencenter satte Umsatzzuwächse, die Gärtner hatten als Produktionsbetriebe sowieso permanent offen und jubelten über den Ansturm. Ähnlich positiv ist der Rückblick der Gartengestalter: Die Auftragsbücher sind bis in den Sommer 2022 und darüber hinaus voll.

Witterungsmäßig war es in Österreich eher unterschiedlich, aber es gab etwas mehr Niederschlag als die Jahre davor, oft allerdings nur punktuell als heftige Unwetter, verbunden mit Sturm und Hagel. Dazwischen wieder Trockenperioden – allerdings nicht so dramatisch wie in den Jahren davor. Unterdurchschnittlich fiel der Regen wiederum ganz im Osten Österreichs aus. Der sonst sehr trockene Norden (vor allem in Niederösterreich) bekam diesmal mehr Feuchtigkeit als sonst. Ein großes Problem war auch dieses Jahr wieder der Spätfrost, der im April und Mai die Obstblüte betraf.

Dafür war die Blütenpracht der Rosen vielerorts ein Traum.

Wanzen befielen die Beeren

Die Schnecken waren dieses Jahr in Österreich örtlich ein Problem, in manchen Regionen aber überhaupt nicht vorhanden. Dafür tauchten immer öfter Wanzen auf, die vor allem viele Beeren befallen und ungenießbar machten. Und die Pilzkrankheiten griffen durch die höhere Luftfeuchtigkeit dieses Jahr um sich. Tomaten sind vielerorts schon im August zusammengebrochen und an eine reiche Ernte war nicht zu denken. Insgesamt kann man aber mit dem Wachstum zufrieden sein.

Vor allem Gehölze haben sich ein wenig erholt und der Zuwachs bei Bäumen und Sträuchern war groß.

Die Gemüseernte im Hausgarten war üppig und die Blütenpracht von Rosen, Balkonblumen und Stauden hielt vielerorts bis in den Herbst an.

Auch die Gemüseernte konnte sich sehen lassen.

Ausblick auf das nächste Gartenjahr

Mittlerweile ist es eine schöne Tradition, dass Organisationen, Vereine und Institutionen Pflanzen für das kommende Jahr vor den Vorhang holen. So ist die "Große Brennnessel" zur Heilpflanze des Jahres gekürt worden, der Mais zum Gemüse, der Mönchspfeffer zur Arzneipflanze und – man höre und staune – die Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres. Bei Letzterer will man darauf hinweisen, wie problemlos es ist, mit wenigen Grundkenntnissen mit Giftpflanzen in Haus und Garten zu leben. Bei den Erdäpfeln sind freilich nur alle grünen Teile giftig. Das hatte nach ihrer Entdeckung in Südamerika sogar Todesopfer zur Folge.

Zum Baum des Jahres ist die Rotbuche gekürt worden. Gleich zwei Schattenpflanzen kamen "aufs Stockerl": Das japanische Berggras (Hakonechloa macra) ist robust, im Sommer wie Winter attraktiv, bildet dichte Matten und wächst auch im trockenen Halbschatten.

Blume des Jahres: die Einbeere

Als Blume des Jahres wurde die Einbeere (Paris quadrifolia) gewählt. Sie ist gut 40 Zentimeter hoch, wächst ebenfalls im Schatten in Wäldern, vermehrt sich vor allem durch Ausläufer und bildet pro Jahr und Pflanze nur eine Beere. Sie ist giftig, aber eine gute Nahrungsquelle für Vögel in naturnahen Wäldern.

Als Streuobst, dem man 2022 besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, wurden die Ersinger Frühzwetschke, der Friedberger Bohnapfel und der Böhmische Rosenapfel ausgewählt.

Und weil Farbe im Garten wichtig ist, gibt’s auch eine Trendfarbe für 2022. Es ist "Genuine Pink", ein Pastellrosa. Die Farbkombination aus Orange, Lachs, Pfirsich und Koralle ist "vielseitig, geschlechtsneutral und unterstreicht die Gleichberechtigung", heißt es.

Den Frühling ins Haus holen

Silvester und Neujahr bilden den traditionellen Start für den Verkauf von vorgetriebenen Frühlingsblühern: Hyazinthen, Krokus, Narzissen und kleine Tulpen, die allesamt normalerweise zum Ende des Winters im Garten zu blühen beginnen, werden nun in Töpfen angeboten. Dazu die ersten Primeln und natürlich der Glücksklee. Sie alle sind das Symbol für einen Neubeginn und eine blühende Zukunft. Tradition war es früher auch, die Hyazinthen in Gläsern vorzuziehen. Besonders lange halten alle diese Frühjahrsblüher, wenn man sie in einem kühlen Raum aufstellt.
In Wintergärten, Vorhäusern oder auch Stiegenhäusern halten sie wochenlang und verströmen ihren Duft. In den Wohnräumen ist dieser oft auch zu intensiv.

Artikel von

Karl Ploberger

0  Kommentare 0  Kommentare