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Garten

Glückliche Hühner im eigenen Garten

Von Valerie Hader   11. März 2014 00:04 Uhr

Glückliche Hühner im eigenen Garten
Hühner im Garten und jeden Tag (mindestens) ein frisches Ei

Hendlhaltung für Anfänger: Susanne Füreder aus Alkoven hat fünf Hühner und zwei Hähne – und damit große Freude und täglich frische Eier. Das sind ihre Tipps für "Einsteiger".

Frischer als aus der eigenen Hühnerhaltung kann ein Ei gar nicht sein. 100 Prozent Bio und – bei richtiger Haltung – von garantiert glücklichen Tieren. "Genau das waren die Gründe, warum wir uns für eigene Hendln entschieden haben", sagt Susanne Füreder. Die 47-Jährige wohnt in Alkoven in einem Einfamilienhaus mit großem Garten, den die Familie mit fünf Hühnern und zwei Hähnen teilt. "Wer genügend Platz hat und sich am Gegacker nicht stört, für den sind die Tiere eine echte Bereicherung", sagt die tierärztliche Assistentin in der Kleintierpraxis Alkoven und beschreibt, was man bei der Hendlhaltung im eigenen Garten alles beachten sollte:

Der richtige Platz: "Hühner brauchen viel Auslauf, wir haben ein ruhiges Eck im Garten für sie eingezäunt", erzählt Füreder. "Außerdem brauchen sie einen entsprechend großen Hühnerstall, der regelmäßig ausgemistet werden muss. Der muss auch isoliert sein, denn die Tiere brauchen einen wetterfesten Unterstand, wo es im Winter nicht hineinfrieren kann." Die Stalltür wird täglich bei Sonnenaufgang geöffnet und bei Einbruch der Dunkelheit versperrt. "So sind die Tiere nachts vor Raubtieren geschützt."

Welche Rasse? "Wir haben ,Italiener‘, die legen sogar im Winter Eier", sagt Susanne Füreder und rät generell, sich gut zu informieren. "Es gibt so viele verschiedene Rassen, es gibt Hühner in allen Größen, ruhigere und aktivere und sogar welche, die grünschalige Eier legen. Am besten fragt man bei einem Hühnerhändler nach."

Wie viele sollten’s sein? Mindestens zwei. Wichtig dabei: Die Tiere sollten sich von Anfang an kennen. "Ein neuer Hahn passt fast überall dazu, mit fremden Hendln verträgt sich die Gruppe meistens nicht. Da kann es unter den Tieren zu brutalen Kämpfen kommen."

Futter und Pflege: "Unsere Hendln bekommen handelsübliches Bio-Futter und dazu gibt’s die Essensreste aus dem Haushalt", erzählt Füreder. Gefüttert werden die Hühner einmal am Tag, außerdem haben sie immer Zugang zu frischem Wasser. Und weil die Tiere gerne ,hudern‘, also zur Gefiederpflege in feinem, trockenem Sand baden, haben wir ihnen eine Art Sandkiste aufgestellt."

Die Ernte: Drei bis fünf Eier legen die Füreder’schen Hendln pro Tag. Zum Eierlegen braucht eine Henne keinen Hahn, um Kücken in die Welt zu setzen, schon.

Und der Lärm? "Hühner machen keine Probleme, Hähne krähen natürlich, aber man gewöhnt sich dran," sagt Füreder. "Bevor wir uns die Tiere angeschafft haben, habe ich unseren Nachbarn Bescheid gesagt. Zum Glück wohnen wir in einer hühnerfreundlichen Gegend: Wir sind die Dritten in unserer Straße, die Hendln halten – eine vierte Familie überlegt gerade.

Buchtipp: Anny Duperey: "Vom Glück ein Huhn zu sein", Federking&Thaler Verlag, 29,99 Euro

Hühnerhaltung: Tierschutzgesetz und Raumordnung

„Die Haltung von Hühnern muss natürlich tierschutzgesetzkonform – also artgerecht – sein“, sagt die Tierschutz-Ombudsfrau des Landes Claudia Schmied-Wagner. Für den Auslauf empfiehlt sie, eine Fläche von 20 Quadratmetern pro Tier einzurechnen. Außerdem brauchen Hühner einen Stall oder Unterstand zum Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen. Dieser sollte versperrbar sein und eine Sitzstange, Nester zum Eierlegen und Einstreu zum Binden der Exkremente enthalten.

Bevor man sich Hühner nimmt, sollte man sich in jedem Fall fragen, ob die Möglichkeiten dazu ausreichen, rät Schmied-Wagner. „Nicht nur was Ausstattung und Auslauf betrifft, sondern auch, ob man genug Zeit dafür hat.“

Ob man Hühner bei sich im Garten einstellen darf oder nicht, sei nicht so eindeutig zu sagen. „Das ist eine Frage der Raumordnung“, sagt die Veterinär-Juristin des Landes Waltrud Bittmann. „Generell heißt es, Hühner zu halten sei dort erlaubt, wo es ,ortsüblich’ ist. Und das ist naturgemäß am Land eher der Fall.“ Am besten sei, man erkundigt sich beim Magistrat oder der Gemeinde.

Um Konflikte zu vermeiden, sei es auch empfehlenswert, die geplante Hühnerhaltung mit den Nachbarn abzuklären, sagt Schmied-Wagner.

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