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Am Morgen die weiße, mittags die gelbe …

Von Sonderthemen-Redaktion   13. Juli 2020

Arzneimitteltherapie im Alter: Wissenswertes, Tipps und Tricks

Am Nachtkasterl von Martina H., 75, liegt eine Medikamentenbox. Für jeden Wochentag enthält sie drei Kästchen, eines für in der Früh, eines für Mittag, eines für den Abend. Ein solches „Tablettenschachterl“ kennen viele ältere Menschen. Die Anzahl der Präparate, die ein Patient einnehmen muss, wird im Alter mehr und umso schwieriger ist es, den Überblick zu behalten.

Multimedikation oder ­Polypharmazie nennen die Mediziner die gleichzeitige Anwendung verschiedener Arzneimittel gegen ­mehrere Erkrankungen. Das Risiko für Nebenwirkungen und Fehlmedikationen wird ­dabei größer.

Letztlich sind es aber auch oft Anwendungsprobleme, die für Komplikationen sorgen. Sehstörungen und Vergesslichkeit können zu Einnahmefehlern führen. Darüber hinaus leiden viele ältere Menschen an Schluckbeschwerden. Wenn sie nicht ausreichend viel Flüssigkeit nachtrinken, können die Tabletten in der Speiseröhre hängen bleiben und so ihre Wirkung verlieren.

Ratschläge für eine sichere Einnahme

  • Generell gilt:  Feste Arzneiformen sind nicht im Liegen einzunehmen. Sie sollten möglichst im Stehen, auf alle Fälle aber mit erhobenem Oberkörper zusammen mit reichlich Wasser (mindestens 100 Milliliter) geschluckt werden.
  • Es kann auch helfen, den Kopf leicht nach vorne zur Brust zu beugen.
  • Für Senioren, die trotz ­allem Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben, gibt es geeignete Hilfsmittel. Besonders verbreitet sind Gele, in die die Tablette gehüllt wird. Sie neutralisieren den Geschmack und erleichtern das Schlucken des Arzneimittels. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch spezielle Becher, die die Einnahme von Medikamenten vereinfachen.
  • Niemals sollten Tabletten mit Milch, koffeinhaltigen Getränken, Alkohol oder Fruchtsäften eingenommen werden.
  • Alle Arzneimittel sollten möglichst an einem Ort gelagert werden, auch die Originalverpackungen sollte man aufbewahren. Auf diese Weise behält man leichter den Überblick. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der Temperaturschwankungen ist es nicht ratsam, Medikamente im Badezimmer oder in der Nähe des Küchenherdes zu ­lagern. Optimal ist ein trockener, gleichmäßig temperierter Raum.
  • Ein Medikament sollte außerdem keinesfalls ohne ärztliche Anordnung abgesetzt werden. Gefährlich kann es auch sein, eigenmächtig die Dosierung zu verändern. Hat man einmal eine Einnahme vergessen, ist das in den meisten Fällen kein Weltuntergang.
  •  Am besten spricht man einfach mit dem Arzt, wie man reagieren soll. Keinesfalls sollte man einfach beim nächsten Mal die doppelte Menge zu sich nehmen!

Der Patient sollte die exakte Dosierung und den Einnahmezeitpunkt seiner Medikamente kennen. Dabei kann er sich ohne Scham von seinem Apotheker unterstützen lassen. Dieser überprüft Verordnungen von mehreren Ärzten auf ihre Verträglichkeit. Um den Überblick zu behalten, gibt es in der Apotheke außerdem Sortier- und Dosiersysteme in unterschiedlichen Größen und Ausführungen.

Manchmal werden Präparate mit dem Hinweis: „Eine halbe Tablette einnehmen“ verordnet. Vielen älteren Menschen fällt es allerdings schwer, die Tabletten richtig zu teilen, oder sie vergessen, dass sie nur eine halbe Dosis einnehmen dürfen. In diesen Fällen kann man in der Apotheke nach einem praktischen Tablettenteiler fragen.

Sinnvoll ist es, eine Liste mit sich zu führen, auf der alle Medikamente und ihre Dosierung stehen. So kann man jederzeit die Fragen von Ärzten oder, im Akutfall, von Sanitätern beantworten.

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