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Gesundheit

Wie gefährlich ist die 5G-Technologie?

Von Dietlind Hebestreit 21. Mai 2019 00:04 Uhr

Wie gefährlich ist die 5G-Technologie?
84 Prozent der Österreicher können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen.

Die neue Technik macht vielen Menschen Angst. Die OÖN haben nachgefragt.

Mehr Sendemasten, mehr Daten, schnellere Übertragung: Der Mobilfunkstandard 5G (5. Generation, folgt auf 4G oder LTE) soll in der Zukunft neue Technologien wie autonomes Fahren oder einen Ausbau smarter Anwendungen (z. B. Fernsteuerung von Lichtquellen, Jalousien, Heizung) möglich machen. Natürlich ist auch ein stabiles Handynetz erklärtes Ziel. Immerhin können sich 84 Prozent der Österreicher laut einer aktuellen Studie ein Leben ohne Mobiltelefon nicht mehr vorstellen. Zehn Millionen Handys sind in Österreich im Umlauf.

Angst vor den Funkwellen

Doch die moderne Technik macht vielen Menschen Angst: Sie fürchten um ihre Gesundheit. In der Schweiz etwa gingen Demonstranten auf die Straße und protestierten gegen den 5G-Ausbau.

Die Weltgesundheitsorganisation stuft Funkwellen als "möglicherweise krebserregend" ein. "Es ist einfach sehr schwer zu beweisen, dass etwas ungefährlich ist", sagt Gregor Wagner, Sprecher des Forums Mobilkommunikation, das die österreichische Mobilfunkindustrie vertritt. Tatsache ist, dass bei der 5G-Technologie niedrigenergetische Strahlen zum Einsatz kommen, wie sie bei praktisch allen kabellosen Anwendungen (Radio, Handy, Internet, …) verwendet werden.

"Die Technologie ist seit Jahrzehnten bekannt, und es gibt auch keine Studie, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und etwa Gehirntumoren beweist, wie Kritiker befürchten", so Wagner.

Keine Krebsgefahr

"Hochfrequente Strahlung ist gefährlich, das sind Röntgen- und Gammastrahlen aus radioaktiven Quellen. Handystrahlung gehört jedoch zu den niedrigfrequenten Strahlen und ist per se harmlos. Es gibt keinen Beweis, dass Handystrahlung Krebs verursacht. Ich fürchte mich nicht vor Gehirntumoren durch Handys", sagt Neuroonkologe Josef Pichler vom Neuromedcampus am Kepler Universitätsklinikum Linz.

Nachgewiesen sei hingegen, dass sich die Strahlung auf den Zuckerstoffwechsel im Gehirn auswirke, so der Mediziner. Was das für Folgen habe, ist noch nicht geklärt.

"Mehr Problematik erwarte ich mir von anderen Auswirkungen der Handynutzung", so der Oberarzt: Denn es sei mittlerweile nachgewiesen, dass sich der vermehrte Einsatz von Mobiltelefonen auf Psyche, Gedächtnisfunktionen, Sozialverhalten, Schlaf, Stress und das Suchtpotenzial des Menschen auswirke. Kinder im Wachstum seien besonders gefährdet.

Dass Handys sich bei Benützung erwärmen, ist ein weiterer Angstfaktor. Gemessen wird das mit dem sogenannte SAR-Wert: Er gibt an, wie viel Energie eines elektromagnetischen Feldes in Wärme umgewandelt wird. "Hierfür gibt es Grenzwerte. Was aber dieser Wert für die Gesundheit bedeutet, ist nicht definiert", sagt Pichler. "5G hat eine kürzere Reichweite, daher sind mehr Handymasten nötig. Der Level an Strahlung wird sich in den nächsten Jahren auf jeden Fall erhöhen", so der Arzt.

Das 5G-Netz

Die Frequenz beträgt beim derzeitigen LTE- oder 4G-Netz 2,6 Gigahertz. Für das 5G-Netz kommen Frequenzen von 3,4 bis 3,8 Gigahertz zum Einsatz. Zum Vergleich: Amateurfunker agieren in einem Bereich bis zu 250 Gigahertz.

Das Besondere am 5G-Netz ist nicht die Frequenz, sondern das Übertragungsprotokoll. Dadurch ist die neue Technologie so leistungsstark.

Der Ausbau des 5G-Netzes in Österreich ist voll im Gang. Mobilfunkanbieter führen Tests in Gemeinden durch. Bis 2025 soll die Technologie flächendeckend zur Verfügung stehen.

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