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Gesundheit

Wenn Brustkrebs in den Genen liegt

13. Oktober 2021 00:04 Uhr

Wenn Brustkrebs in den Genen liegt
Wenn Mutter und Tochter an Brustkrebs erkranken, kann ein Gen mutiert sein.

Häufen sich Fälle von Mammakarzinomen in der Familie, schafft ein Bluttest Gewissheit.

Tritt Brustkrebs mehrmals in einer Familie auf, macht sich bei vielen Frauen Unsicherheit breit: Was be-deutet es für mich selbst und für meine Kinder, wenn die Mutter oder die Großmutter schon in jungen Jahren an Krebs erkrankten?

"Ist das der Fall, so muss immer auch daran gedacht werden, dass es sich um erblich bedingten Brustkrebs handeln könnte. Auch Fälle von Eierstockkrebs können ein Hinweis in diese Richtung sein", sagt Ruth Helfgott, Leiterin des Brustgesundheitszentrums am Ordensklinikum Barmherzige Schwestern in Linz. Für Kinder von betroffenen Elternteilen bedeutet dies ein Risiko von 50 Prozent, das veränderte Gen zu erben. Das mutierte Gen kann dabei auch durch den Vater vererbt werden.

Spricht man von erblich bedingtem Brustkrebs, ist damit meist eine Mutation des BRCA1- oder BRCA2-Gens gemeint. "Das sind Gene, die jeder Mensch von Geburt an in sich trägt", erklärt Gerald Webersinke, Leiter des Labors für Molekulargenetische Diagnostik am Ordensklinikum. Mittlerweile kennt man neben den beiden Hochrisikogenen noch eine Reihe weiterer Genveränderungen, die für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko verantwortlich sein können. Häufen sich Krebsfälle innerhalb einer Familie, ist es jedenfalls ratsam, mittels Bluttest auf allfällige Genmutationen zu untersuchen.

Bei 60 bis 80 Prozent aller Frauen, die Träger eines mutierten BRCA-Gens sind, wird im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs gestellt. Betroffene Frauen, die zum Zeitpunkt des Tests ja gesund sind, haben mehrere Optionen: engmaschige Kontrollen mittels MR-Mammografie und regelmäßige gynäkologische Untersuchungen. "Damit kann eine Krebserkrankung zwar nicht vermieden, aber möglichst früh erkannt werden", sagt Ruth Helfgott.

Risikosenkung durch Operation

Um mehr als 90 Prozent gesenkt werden kann das Erkrankungsrisiko durch vorbeugende Operationen. Dies bedeutet die Entfernung des Brustgewebes. Bei abgeschlossenem Kinderwunsch können auch die Eierstöcke entfernt werden. "Diese Eingriffe sind belastend und werden daher nur Frauen mit Hochrisikomutationen empfohlen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, entsprechend hoch ist."

Initiative selpers greift Tabuthemen auf

Lena K. ist 46 Jahre alt und hat vor drei Monaten die Diagnose Brustkrebs erhalten. Sie fühlt sich wie vor einem Abgrund: Wie soll sie mit dieser Diagnose umgehen? Wird die Behandlung ansprechen? Muss sie jetzt sterben? Was, wenn ihre Familie daran zerbricht? Frauen wie ihr bietet die Initiative der Onlineplattform für Gesundheitskompetenz (http://selpers.com) niederschwellige Informationen. Zum ersten Mal setzen sich Schulungen mit diesen Themen auseinander. „Wir wollen Tabus ansprechen und Fragen beantworten, für die im Arztgespräch oft die Zeit fehlt oder die aus Scham erst gar nicht gestellt werden“, so Iris Herscovici, Gründerin von selpers.com.

Wie Ausdauersport die Heilungsrate verbessern kann

„Bedingt durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben am Brustgesundheitszentrum Wels im vergangenen Jahr nur rund 300 Frauen am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilgenommen – im Vergleich zu den Vorjahren bedeutet das einen Rückgang von rund 40 Prozent“, sagt Klaus Reisenberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Sprecher des Brustgesundheitszentrums Wels. „Das zeitverzögerte Diagnostizieren von potenziell heilbaren Krebserkrankungen wird sich langfristig negativ auf die Überlebenschance der betroffenen Patientinnen auswirken.“ Um Brustkrebserkrankungen möglichst früh zu diagnostizieren, seien Selbstuntersuchungen und regelmäßige Vorsorge-Mammografien von enormer Bedeutung.

Sport reduziert Rückfallrate

„Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges Ausdauertraining bei Brustkrebspatientinnen eine Verbesserung der Heilungsrate und eine Reduzierung der Rückfallrate bringen kann“, sagt Onkologin Sonja Heibl vom Klinikum Wels-Grieskirchen. „Bewegung hat viele positive Effekte – etwa die Verbesserung von Funktionen des Immunsystems, die Verminderung von Entzündungsprozessen sowie die Steigerung der Insulinsensitivität. Es konnte gezeigt werden, dass moderate Bewegung die Freisetzung von Enzymen fördert, die wiederum vor Vorgängen schützen, die zur Entstehung von bösartigen Zellen führen können. Zudem wirke sich Ausdauersport auch auf die Psyche der Patientinnen positiv aus: „Depression ist ein häufiges Problem infolge von Krebserkrankungen“, sagt Onkologin Sonja Heibl. „Bewegungsstudien konnten zeigen, dass regelmäßiges Training zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Muskelkraft führt, was wiederum eine Verbesserung der Lebensqualität, Verminderung der Müdigkeit und Linderung von Angst zur Folge haben kann.“

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