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Welchen Einfluss hat die Ernährung bei Rheuma-Erkrankungen?

Von Von Claudia Riedler   17.April 2019

Mehr als zwei Millionen Menschen in Österreich leiden an Rheuma. Unter dem Begriff werden mehr als 100 (manche sprechen von 400) unterschiedliche Krankheitsbilder zusammengefasst, bei denen es aufgrund eines Autoimmungeschehens zu entzündlichen Veränderungen der Gelenke kommt. Die meisten Rheuma-Patienten haben eine Arthritis (Gelenkentzündungen unterschiedlicher Ursache), seltener sind entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule (Morbus Bechterew) und Kollagenosen, die den ganzen Körper betreffen.

Frauen sind von Rheuma häufiger betroffen als Männer. Risikofaktoren sind Rauchen und wenig Bewegung, es gibt aber auch einen genetischen Faktor. "Wenn Gelenksschwellungen länger als sechs Wochen anhalten und man keine Erklärung dafür hat, sollte man das abklären lassen". Meist sind mehrere Gelenke betroffen, oft die Hände", sagt Sabine Schumacher, Rheumatologin im Kepler Universitätsklinikum. Sie übernahm heuer erstmals die Leitung des Linzer Rheuma-Symposiums, für das bisher die Rheuma-Pionierin Ulrike Stuby verantwortlich war. Wichtigstes Thema, über das die Fachleute am Wochenende diskutierten: das Mikrobiom (also die Mikroorganismen im Körper) bei entzündlichen Erkrankungen.

"Bei entzündlichen Darmerkrankungen sind die unterschiedlichen Bakterienstämme schon gut erforscht. Der Darm hat aber auch Einfluss auf Autoimmunerkrankungen wie Rheuma", sagt Schumacher. Es gebe zwar noch keinen therapeutischen Ansatz, die Ernährung werde aber bei der Rheuma-Therapie zunehmend wichtiger. "Wenn man viel Fast Food isst, ist die Artenvielfalt der Bakterien geringer. Das wirkt sich negativ aus", sagt Schumacher. Auch hätten Fettleibige eine geringere Vielfalt als schlanke Menschen.

Ernährungstipps

"Je mehr Ballaststoffe in Form von Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchten man isst, desto besser", so die Ärztin.

"Die guten Bakterien im Darm ernähren sich von Ballaststoffen. Sie liefern kurzkettige Fettsäuren, die wiederum für die Entzündungshemmung verantwortlich sind", sagt Michaela Perndl, Diätologin im Kepler Uniklinikum.

Sie empfiehlt eine "vegetarisch orientierte und mediterrane Kost mit Fisch". Die aktuellen Ernährungsgewohnheiten der Österreicher mit viel Fleisch seien eher ungünstig, sagt die Expertin. Maximal drei bis vier handtellergroße Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche seien ausreichend.

Wichtig seien auch Omega-3-Fettsäuren, welche die Bildung von entzündungshemmenden Botenstoffen fördern. "Diese sind in fettem Fisch wie Lachs oder in hochwertigen Ölen enthalten. Allerdings kann man nicht so viel davon zu sich nehmen, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen", erklärt die Diätologin. Rheuma-Patienten können entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

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