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Gesundheit

Was hilft gegen Sonnenallergie?

Von Dr. Johannes Neuhofer   13. Juli 2019 00:04 Uhr

THEMENBILD: HITZE/SONNE/TEMPERATUR

Wenn ich länger in der Sonne liege, bekomme ich rote Pusteln. Ist das eine Sonnenallergie? Gibt es Sonnencremes, die das verhindern?

Unsere Haut ist ein Multitalent. Sie erfüllt lebenswichtige Aufgaben wie die Funktion einer Klimaanlage. Ihre Gefäße und Muskeln, Nerven, Talg- und Schweißdrüsen und Immun- und Pigmentzellen kommen oft an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Da können Überlastungserscheinungen auftreten, etwa Entzündungen wie rote Pusteln. Arbeiten die Schweißdrüsen im Sommer auf Hochtouren, können kleine Knötchen dicht nebeneinander liegend auftreten und große Areale der Haut befallen. Dieser Sommerausschlag kann durch Sonnencreme oder ölige Präparate nicht verhindert werden. In diesem Fall sollte man kühle Räume aufsuchen und sich regelmäßig kalt abduschen. Ist es einmal passiert, nützen kühlende Cremes und Kompressen.

Eine sogenannte Sonnenallergie ist keine echte Allergie. Da sind keine Antikörper oder erhöhte IgE-Werte nachweisbar. Das klinische Erscheinungsbild ist meist konzentriert auf das Dekolleté, Oberarme und Schultern. Es kommt zu gleichförmigen Aufblühungen der Haut, die individuell unterschiedlich aussehen können. Häufig zu sehen auf unvorbereiteter Haut, immer am Beginn des Urlaubs.

Wissenschaftlich sind wir über die Ursache noch nicht schlüssig. Für mich handelt es sich um einen Hilferuf der Haut, der etwa einen späteren Hautkrebs verhindern soll. Auslöser der "Sonnenallergie" sind die früher als ungefährlich eingestuften langwelligen UVA-Strahlen. Sie durchdringen Fensterglas und Sonnencremes, die nur die aggressiven UVB-Strahlen abmildern. Verwenden Sie also Produkte mit UVA-Schutz. Wenn Sie es aber übersehen haben, helfen nur eine heilende Creme und die Vermeidung von Sonne und Hitze, bis die Erscheinungen abgeklungen sind.

Mein Rat: Gewöhnen Sie sich langsam, je nach Empfindlichkeit, an die Sonne. Die Haut braucht Zeit, um Schutzmechanismen aufzubauen. Vielleicht empfiehlt Ihnen Ihr Hautarzt eine Vorbestrahlung, also eine Hardening-Therapie. Der schönste Platz an der Sonne ist aber ohnehin im Schatten.

 

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie OÖN-Doktor Johannes Neuhofer (Dermatologe), der die Kolumne mit einem Ärzteteam betreut: Clemens Steinwender (Kardiologe), Reinhold Függer (Chirurg), Rainer Schöfl (Gastroenterologe), Josef Hochreiter (Orthopäde), Werner Schöny (Psychiater). E-Mail: doktor@nachrichten.at

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