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Gesundheit

Viele Krankenstände: Wie Fettleibigkeit die Wirtschaft belastet

Von nachrichten.at/apa   16. Mai 2022 19:40 Uhr

Bewegungsmangel und grauenhafte Turnstunden
Übergewicht und Fettleibigkeit nehmen weiter zu.

Krankenstände und Berufsunfähigkeitspensionen: Fettleibigkeit macht nicht nur der steigenden Zahl an Betroffenen große Probleme, auch die Volkswirtschaft trage schwer an den Folgen.

Darauf hat der Wiener Wirtschaftskreis, die Denkfabrik in Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik der Wirtschaftskammer Wien, anlässlich des europäischen Adipositas-Tags am 21. Mai hingewiesen. Die Ausfälle für Betriebe wegen Krankenständen belaufen sich demnach auf 1.421 Euro für Übergewicht und 3.079 Euro für Adipositas pro Person und Jahr.

Mehr als die Hälfte der Menschen in Österreich (54 Prozent) sei laut der Weltgesundheitsorganisation WHO übergewichtig – der EU-Durchschnitt liege sogar bei 59 Prozent. Bei Kindern im Alter von fünf bis neun Jahren seien 28 Prozent deutlich zu schwer, in der Altersgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen 26 Prozent.

Österreichs Kinder würden damit noch über dem EU-Schnitt von 24 Prozent liegen, wurde das Problem bei einer Pressekonferenz in Wien umrissen. Wichtig wäre mehr Prävention, so der Appell.

"Neben den massiven gesundheitlichen Schäden kostet das Übergewicht auch die Volkswirtschaft Milliarden", sagte Alexander Biach, stellvertretender Direktor der Wiener Wirtschaftskammer, und verwies auf medizinische Hilfe, betriebliche Ausfälle und Pflegefälle. In vielen Fällen seien Probleme auf Übergewicht zurückführen. Von Adipositas spricht man bei sehr starkem oder krankhaftem Übergewicht.

In der Arbeitsbevölkerung könnten laut Biach 800 bis 1.400 Euro an Mehrkosten pro Jahr und Person reduziert werden, wenn durch Bewegung und Ernährung Übergewicht vermieden würde.

An Pensionszahlungen durch Berufsunfähigkeitspension seien es in Summe vier Millionen Euro oder 17.220 Euro pro Person, die sich aus Übergewicht und seinen Folgen begründen.

Präventives Verhalten

Nicht zuletzt in der Pflege wirke sich Fettsucht kostenintensiv aus: Mit 2,9 Milliarden an Pflegekosten insgesamt bzw. davon eine Milliarde für Pflegegeld sei "die budgetäre Belastung besonders übergewichtig".

Pro Person und Jahr könnten 5.885 Euro an Pflegegeldausgaben durch präventives Verhalten vermieden werden, wurde betont.

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