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Gesundheit

Tattoos - umstrittener Schönheitstrend

11. Mai 2022 00:04 Uhr

Tattoos – ganz schön gefährlich
Seit 2022 hat die EU gefährliche Farbstoffe verboten - harmlos sind Tattoos offenbar dennoch nicht.

Rund ein Viertel der Österreicher ist tätowiert oder trägt Permanent-Make-up, Tendenz steigend. Doch der "Hautschmuck" ist mit Risiken verbunden, warnen Experten. Zu Unrecht, wie Tätowierer betonen.

Es kommt immer wieder vor: Schwer Verliebte wollen sich den Namen des oder der Angebeteten auf dem eigenen Körper verewigen lassen. Dann verschwindet die Liebe – das Tattoo aber bleibt. Johannes Neuhofer, Dermatologe und Fachgruppenvertreter Haut- und Geschlechtskrankheiten, warnt in einer Aussendung der Ärztekammer Oberösterreich vor möglichen Gefahren. "Man muss sich das so vorstellen: In Lacken und Farben, mit denen man Autos besprüht, sind oftmals Schwermetalle enthalten. Und so etwas sticht man sich in die Haut", warnt der Experte. "Nur die Haut ist kein reaktionsarmes Blech", sagt Neuhofer und ergänzt: "Wenn das Tattoo auch noch auf breiter Fläche dicht eingebracht wird, steigt das gesundheitliche Risiko an."

Aus diesem Grund hat die EU 2022 insgesamt 4000 gefährliche Stoffe verboten, die zuvor in Tattoo-Farben, aber auch in Permanent-Make-up enthalten waren: Dazu zählen Azofarbstoffe, Metalle und Methanol. "Auch wenn durch den Wegfall dieser Substanzen die Tattoos an Glanz verlieren, so ist die Gesundheit doch wichtiger als ein farbenprächtiges Bildchen am Bauch", so Experte Johannes Neuhofer.

Nicht alles lässt sich entfernen

Schlechte Nachrichten hat er für all jene, die ihr altes Tattoo wieder loswerden wollen. "Es gibt zwar moderne Geräte, wie etwa den "Pico Laser", die nun auch blassere Farben entfernen können. Aber ein Problem ist nicht gelöst: Der Laser sprengt bei der Entfernung die Pigmentbatzen in der Haut und setzt dadurch das in der Farbe enthaltene Gift frei. Dann werden die fein versprengten Toxine über die Lymphgefäße der Haut in den Blutkreislauf gespült und über den ganzen Körper verteilt", sagt Neuhofer.

Vorsicht jedenfalls bei der Farbinjektion im Urlaub: In manchen Ländern wird auf die Hygienebestimmungen nicht hinreichend geachtet. Dadurch besteht die Gefahr, dass Viren mit dem Tattoo eingebracht werden – die etwa Hepatitis auslösen können. Sehr häufig treten durch Tattoos zudem Allergien auf. "In manchen Fällen kann ein Tattoo auch eine immunologische Reaktion auslösen, sodass die Haut reliefartig hervortritt. Das ist selbst durch starke Cortison-Therapie nur schwer zu verbessern", so Neuhofer. Ein Tipp noch vom Mediziner für Eltern: "Versuchen Sie Ihrem Kind, das auf einem Tattoo beharrt, nicht mit erhobenem Zeigefinger entgegenzutreten. Zeigen Sie Verständnis, aber machen Sie Ihr Kind ganz sachlich auf die Gefahren aufmerksam."

Die Position der Ärzte teilen Tätowierer selbst nicht und betonen, dass bei Tätowierern und Make-up-Artisten in Österreich schon lange keine gesundheitsschädlichen Substanzen mehr verwendet werden. 

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