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Gesundheit

Tätowierer stechen jetzt ohne Farbe

05. Januar 2022 00:06 Uhr

Tätowierer stechen jetzt ohne Farbe
Körper-Bilder einer vergangenen Zeit. Farbe ist jetzt quasi verboten.

Tausende Chemikalien dürfen in der EU nicht mehr verwendet werden.

Tätowierer stehen derzeit ohne Farben da, denn die alten können sie nicht mehr verwenden. Seit gestern unterliegen Tausende Chemikalien in Tattoo-Farben in der gesamten EU den Beschränkungen durch die sogenannte Reach-Verordnung.

Für Tätowierer und Petitions-Initiator Erich Mähnert kommt dies "quasi einem Berufsverbot" gleich, derzeit könne er keine Farbtätowierungen stechen, sagt der stellvertretende Innungsmeister bei der Wirtschaftskammer in Wien. Die entsprechende Petition mit rund 176.000 Unterschriften blieb bisher erfolglos.

Viele von den rund 4000 Substanzen sind aus Sicht der EU potenziell gefährlich oder nicht ausreichend erforscht. 2020 wurde das Verbot beschlossen, die Übergangszeit läuft nun aus. Das Ziel sei laut der EU-Kommission nicht, Tätowierungen grundsätzlich zu verbieten. Die Europäische Chemikalienagentur betont, es gehe darum, "Tätowierfarben und Permanent-Make-up sicherer zu machen". Kommendes Jahr soll es weitere Einschränkungen geben – dann sind auch die beiden Farbpigmente "Blau 15:3" und "Grün 7" betroffen, die in zwei Dritteln aller Tätowierfarben enthalten sind.

"Ich kann mich aus der derzeitigen Datenlage heraus nicht mit gutem Gewissen für ein Verbot oder eine weitere Zulassung aussprechen", sagte Dermatologe Andras Csehfür vom Wiener Dermacare Institut. Er forderte im Frühjahr "viel mehr Studien".

Risiko, eine Allergie auszulösen

Den Schritt zum Verbot vieler enthaltener Substanzen findet der deutsche Dermatologe Christoph Liebich hingegen "vollkommen richtig". Denn viele Tattoo-Farben auf dem Markt seien nicht nachweislich unbedenklich. "Viele sind nie in klinischen Studien überprüft worden. Das heißt, Tattoo-Farbstoffe haben immer ein großes Risiko, eine Allergie auszulösen, es besteht auch die Gefahr, dass Krebs entstehen kann", mahnte der deutsche Hautarzt.

Offiziell sind in Österreich rund 1400 Tätowierer und Pigmentierer von der neuen Verordnung betroffen. Hierzulande ist bereits jeder Vierte tätowiert. Zehn Prozent ließen sich bereits mehrfach "verzieren". Tendenz nach wie vor stark steigend.

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