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Gesundheit

Studie: Junge wollen Leistung durch Substanzen steigern

Von OÖN   19. Juli 2019 00:04 Uhr

Studie: Junge wollen Leistung durch Substanzen steigern
Ja zur Leistung, Nein zu großen Anforderungen

Sie wünschen sich Applaus und nicht zu hohe Anforderungen

Sieben von zehn Jugendlichen haben Erfahrung mit leistungsorientiertem Substanzkonsum. Das zeigt die repräsentative Umfrage "Motivation to Succeed" des Instituts für Jugendkulturforschung unter Österreichern im Alter von 14 bis 18 Jahren. Energy-Drinks zum Aufputschen, Cannabis für individuelles Stressmanagement, Vitaminpräparate und Homöopathie sind bei den Jugendlichen die ersten Mittel der Wahl, um den Leistungsdruck in der Schule und am Arbeitsplatz besser zu bewältigen. 53 Prozent der 14- bis 18-Jährigen haben schon einmal hochdosierte Energy-Drinks konsumiert. Zehn Prozent haben Cannabis nicht aus Genussmotiven, sondern gezielt zum Stressabbau nach erreichten Leistungshochs zu sich genommen. Ebenfalls zehn Prozent haben versucht, sich mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln für die Anforderungen in der Schule oder am Arbeitsplatz fit zu machen. Neun Prozent haben homöopathische Mittel, acht Prozent Koffeintabletten und jeweils sechs Prozent Mittel aus der Pflanzenheilkunde oder rezeptpflichtige Beruhigungsmittel eingenommen.

Burschen wollen siegen

Die 14- bis 18-Jährigen zeigen hohe Leistungsorientierung, aber auch ausgeprägte Risikodistanz: Für zwei von drei Jugendlichen ist Strebsamkeit positiv besetzt, aber nur 15 Prozent messen sich gerne an sehr schwierigen Herausforderungen. Wettbewerbsdenken ist bei männlichen Jugendlichen stärker Thema als bei Mädchen. 52 Prozent der Burschen sagen: "Ich liebe den Wettbewerb und den Sieg"; bei den Mädchen sind es nur 36 Prozent. 41 Prozent der männlichen Befragten tendieren darüber hinaus dazu, Einfluss auf andere zu nehmen, um das zu erreichen, was sie möchten; bei den Mädchen sind es 27 Prozent.

Früher galt Leistung als sicherer Weg zum Erfolg, heute muss man Leistung auch verkaufen können. In den Köpfen der Generation Z ist dies bereits fest verankert und es führt zu einer Verschiebung der Motivationslagen, die sich vor allem in der bildungsnahen Jugend ausgeprägt zeigt. "Interessante Aufgaben, bei denen man sich weiterentwickeln und die eigenen Fähigkeiten steigern kann, reichen als Motivationsfaktor nicht mehr aus. Die Generation Z will zeigen, was sie kann, sie sucht die Bühne und motiviert sich selbst mit Aufmerksamkeit, Anerkennung und Applaus", sagt Studienautorin Beate Großegger. "Wir stehen also vor der Herausforderung, uns in den Schulen, an den Unis und vor allem auch in der Arbeitswelt auf die sich verändernden Motivationsstile dieser Generation einzustellen, damit junge Menschen ihre Potenziale auch richtig entfalten können", so die Forscherin.

Wohlfühlen motiviert

Ein gutes soziales Miteinander in der Schule und am Arbeitsplatz ist jungen Menschen ebenfalls wichtig. Jugendliche, die sich dort überdurchschnittlich wohlfühlen, argumentieren deutlich leistungsorientierter als solche, die ihrer Schule oder ihrem Arbeitsplatz in Sachen Wohlfühlfaktor ein schlechtes Zeugnis ausstellen. "Ein gutes Arbeitsklima und nette Teams können für die Motivation eine sehr zentrale Rolle spielen", so Großegger.

Zahlen und Fakten

15 Prozent der Mädchen und Burschen orientieren sich an ambitionierten Zielen. Viele scheuen schwierige Herausforderungen.

 

64 Prozent der jugendlichen Österreicher sind bemüht, ihre persönliche Leistung in der Schule oder bei der Ausbildung zu verbessern.

69 Prozent der Jugendlichen haben schon Energy-Drinks zum Aufputschen, Cannabis für individuelles Stressmanagement, Vitaminpräparate oder Homöopathie genützt.

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