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Gesundheit

Sportlich durch die kalte Jahreszeit: "Der Infekt kommt nicht vom Wetter"

Von Claudia Riedler  28. Oktober 2020 06:00 Uhr

Sportlich durch die kalte Jahreszeit: "Der Infekt kommt nicht vom Wetter"
Laufen wirkt zu jeder Jahreszeit gut als Herz-Kreislauf-Training.

Bewegung im Freien ist auch im Herbst und Winter möglich – wichtig ist Aufwärmen davor, die richtige Bekleidung währenddessen und danach schnell wieder hinein.

Ob wegen der frischen Luft oder weil man sich im Studio vor einer möglichen Ansteckung fürchtet – Bewegung im Freien ist auch in der kalten Jahreszeit möglich. Und sogar besonders gesund: Man stärkt sein Immunsystem, bekommt mehr Energie, beugt dem Herbstblues vor und bleibt fit.

"Grundsätzlich sind im Herbst und Winter viele Sportarten möglich. Ein besonders gutes Herz-Kreislauf-Training für jede Altersgruppe ermöglichen Laufen, Langlaufen, Nordic Walking und auch Mountainbiken", sagt Christian Fridrik, Sportmediziner aus Leonding. Sein Zusatz-Tipp fürs Fahrrad: "Stellen Sie den Sattel ein wenig niedriger für mehr Stabilität, verwenden Sie wintertaugliche Reifen und passen Sie Ihren Fahrstil an." Um die Vorteile der luftigen Bewegung zu nutzen, sollte man einiges beachten.

Aufwärmen: Bei niedrigen Temperaturen brauchen die Muskeln länger, um warm zu werden. Fridrik rät deshalb, zehn bis 15 Minuten aufzuwärmen – am besten schon im Freien. "Das kann Stretching sein oder lockeres Einlaufen am Beginn." Wer mit dem Mountainbike fährt, sollte nur kurz Gymnastik machen und dann schnell aufs Rad, um nicht auszukühlen.

Die richtige Bekleidung ist ein entscheidender Faktor beim Outdoor-Training. "Wer am Beginn des Trainings leicht friert, hat die richtige Wahl getroffen", sagt der Sportmediziner. Bei Temperaturen unter fünf Grad sei eine Kopfbedeckung notwendig. Man kleide sich nach dem Zwiebelprinzip. "Am wichtigsten ist die atmungsaktive Funktionsunterwäsche, um auf der Haut nicht zu sehr zu schwitzen." Darüber kommen Schichten gegen Kälte, Wind und Nässe – je nach Wetterlage.

Muskeln: In der Kälte verlangsamt sich der Stoffwechsel, das vermindert die Durchblutung in den Muskeln, erhöht den Muskeltonus und man ist verletzungsanfälliger. Was dagegen hilft? "Vor dem Training aufwärmen!"

Atmung: Die kalte Luft reizt die Bronchien. Wer kann, sollte durch die Nase einatmen. "Der Vorteil dabei ist, dass die Luft vorgewärmt und gereinigt wird. Lunge und Atemwege werden weniger gereizt", sagt der Mediziner. Man könne aber auch ein Schlauchtuch vor Mund und Nase geben, das habe einen ähnlichen Effekt.

Trinken: Auch wenn das Durstgefühl viel geringer ausgeprägt ist, muss man in der kalten Jahreszeit genauso viel trinken wie im Sommer. "Beim Stoffwechsel wird Wasser verbraucht, auch wenn man nicht so stark schwitzt", sagt Fridrik. Wenn es draußen kalt ist, sind Tee oder andere warme Getränke ideal.

Nach dem Training – wenn also die Belastung abbricht – sollte man schnell ins Warme und die verschwitzte Kleidung ausziehen. "Während der Belastung wird das Immunsystem herunterreguliert, deshalb können danach leichter Infekte entstehen", erklärt Fridrik. "Krank macht nicht das Wetter, sondern Bakterien und Viren. Und die haben leichtes Spiel, wenn man nach der Belastung nicht aufpasst, sich nicht aufwärmt und die Durchblutung wieder ankurbelt."

Keine körperliche Anstrengung ist erlaubt, wenn man verkühlt oder gar krank ist. "Bei einer Erkältung kann man schon einen kurzen Spaziergang von zehn bis 20 Minuten machen, das ist sogar genesungsfördernd. Aber keine Belastung", sagt Fridrik. Bei einem fieberhaften Infekt sei jede sportliche Betätigung verboten. Ansonsten gilt: Wetter und Temperatur spielen keine Rolle. Man müsse nur die entsprechende Kleidung wählen.

Artikel von

Claudia Riedler

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Claudia Riedler
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