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Gesundheit

Wenn die Sonne traurig macht

Von OÖN   30. Juli 2021 06:34 Uhr

Sommerdepression: Wenn die Sonne traurig macht
Vier bis sechs Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind von Sommerdepressionen betroffen.

Das oftmals verkannte Problem stört die "schönste Jahreszeit". Hauptbetroffene sind junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren.

Nicht nur graue Tage im Herbst und Winter können unsere Stimmung erheblich trüben. Auch der Sommer kann bei manchen Menschen eine saisonale Verstimmung auslösen. Warum es in der "schönsten Zeit des Jahres" zu Depressionen kommen kann, erforschen Expertinnen der Medizinischen Universität Graz. Sie gehen davon aus, dass die wenig erforschte Sommerdepression etwa vier bis sechs Prozent der Bevölkerung betrifft, wobei junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren am häufigsten daran erkranken.

Behandlungsmöglichkeiten

"Die Behandlung der Sommerdepression verläuft praktisch ident mit anderen depressiven Störungen. Neben Antidepressiva kommen Gesprächstherapien und psychologische Behandlungen zum Einsatz", sagt Nina Dalkner, wissenschaftliche Leiterin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der MedUni Graz. "Diese Maßnahmen sollen den Betroffenen helfen, ihren Tagesablauf zu strukturieren, körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten und Unsicherheiten und Ängste abzubauen."

Als mögliche Ursache für die Verstimmungen im Sommer wird die Melatoninproduktion des Körpers gehandelt. Melatonin – nicht zu verwechseln mit Melanin, das Haut, Haare und Augen färbt – ist ein wichtiger Botenstoff, der unseren Schlaf-wach-Rhythmus regelt. Ausgeschüttet wird dieses Hormon aus der Zirbeldrüse im Gehirn, wenn es dunkler wird – in Folge werden wir müder und schlafen ein. Wenn die Tage im Sommer allerdings länger sind und die Sonne heller strahlt, könne es zu Störungen bei der Produktion und/oder der Ausschüttung des Hormons kommen. "Dies führt zu innerer Unruhe, könnte aber auch andere chemische Prozesse beeinflussen, die schließlich zu einer echten Depression führen", sagt Dalkner.

Insgesamt könne die Urlaubszeit mit Unregelmäßigkeiten bei der Alltagsführung und Schlaf-wach-Zeiten zu psychischen und körperlichen Beschwerden führen, wohingegen eine wiederkehrende Struktur positive Effekte habe. "Wenn wir also einem geregelten Rhythmus folgen, kann der Körper die Ausschüttung der Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin gut selbst steuern", sagt Dalkner. Im Sommer würden aber meist andere Regeln gelten. Ferien, Urlaub und lange Tage können den Ablauf durcheinanderbringen. Sinkt dadurch der Serotoninspiegel, kann es zu depressiven Störungen kommen.

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