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Gesundheit

So gefährlich sind Flamingo und Einhorn

Von OÖN   14. Juli 2021 04:00 Uhr

So gefährlich sind Flamingo und Einhorn
Kinder lieben bunte Schwimmtiere. Diese schützen die Kleinen im Wasser jedoch nicht vor dem Ertrinken.

Luftgefüllte Schwimmtiere schützen nicht sicher vor dem Ertrinken

Sie sind bunt, schauen lustig aus und wirken auf Kinder besonders anziehend. Gemeint sind luftgefüllte Schwimmtiere wie Flamingos oder Einhörner. Doch egal, ob auf dem See oder im Pool: Die aufblasbaren Objekte sind keine Schwimmhilfen und können besonders Kindern und Nichtschwimmern zum Verhängnis werden.

Bei Kindern bis zu fünf Jahren zählt Ertrinken zu den fünf häufigsten Todesursachen, und sehr oft passieren solche Unfälle in privaten Pools. "Die bunten, lustigen Schwimmtiere locken vor allem kleine Kinder ins Wasser. Kinder können sich jedoch an den großen Schwimmtieren oft nicht festhalten und geraten so in lebensbedrohliche Situationen", sagt Primar Robert Pehn, Leiter der Unfallchirurgie am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf. Sein Appell: "Schwimmtiere nicht alleine im Wasser treiben lassen und Kinder nie aus den Augen verlieren."

Vor allem in windigen Seengebieten und am Meer werden luftgefüllte Schwimmtiere und Luftmatratzen oft zur echten Gefahr. Durch ihre große Angriffsfläche können diese schnell abgetrieben werden und man gelangt durch Wind und starke Strömungen nicht mehr ans Ufer zurück. "Bei vielen Schwimmtieren wird durch die Form des Halses und Kopfes sogar eine Art Segel gebildet. Auch ein Sturz vom Schwimmtier ins Wasser kann bedrohlich werden – denn oft gelangen Kinder und schlechte Schwimmer wegen der rutschigen Oberfläche nicht mehr auf die vermeintliche Schwimmhilfe hinauf und drohen zu ertrinken", so der Arzt.

Kinder haben zu wenig Übung

Vielen Kindern fehlt wegen Corona die Schwimmroutine. "Daher ist es jetzt umso wichtiger, dass Kinder im Wasser stets lückenlos beaufsichtigt werden. Schwimmhilfen wie ‚Flügerl‘ und ‚Scheiben‘ alleine bieten keinen ausreichenden Schutz vor dem Ertrinken. Schwimmtiere sind keine Schwimmhilfen", erklärt Pehn. Ältere Kinder, die bereits schwimmen können, sollten zu zweit oder noch besser in der Gruppe bleiben.

Bei einem Bootsausflug auf dem See sollten Kinder und Nichtschwimmer immer eine zertifizierte Schwimmweste tragen. Nur diese schützen wirklich vor dem Ertrinken. Wichtig sei, dass die Westen vor dem Gebrauch auf Mängel geprüft und bei verblasstem, brüchigem Material ausgetauscht werden.

Ist ein Badeunfall passiert, empfiehlt Pehn ruhig, aber rasch zu handeln: "Kontrollieren Sie die Lebensfunktionen und beginnen Sie sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Führen Sie Beatmung und Herzdruckmassage bei Kindern jedoch besonders vorsichtig durch. Wählen Sie den Notruf 144, tauschen Sie die nasse Kleidung gegen eine Decke oder Aluminiumfolie, um eine Unterkühlung zu vermeiden, und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Rettungsteams."

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